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Gut gelandet in Stölln

Buga: Geheimtipp für Technikfans Gut gelandet in Stölln

Vom Gollenberg in Stölln hob einst Otto Lilienthal zum ersten Menschenflug in der Geschichte der Fliegerei ab. Fast 60 Kilometer sind es von Brandenburg an der Havel bis nach Stölln, keine Bahn führt hier hin, auch die Havel ist weit weg. Das 350-Seelen-Dorf, in dem die Luftfahrt ihren Anfang nahm, gleicht zur Buga einer grünen Oase mitten im Nirgendwo.

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Stiehlt der IL-62 die Schau: Rosaviolett blüht derzeit der iranische Zierlauch im Fliegerpark.

Quelle: J. Sack

Stölln. Ein Geheimtipp für Technikfans, die abseits des Blütentrubels in der Havelregion auf den Spuren Otto Lilienthals wandeln wollen. Obwohl das Erbe des Luftfahrtpioniers im Mittelpunkt steht, den Flügeln der Fantasie sind in Stölln keine Grenzen gesetzt. Die Entdeckungstour beginnt man am besten im Ortskern selbst.

Parkplätze gibt es an der „Alten Brennerei“: Dort befindet sich seit 2011 das Otto-Lilienthal-Centrum, das über das Leben und Wirken des Flugpioniers informiert – der ideale Einstieg, bevor es zum Buga-Gelände im Fliegerpark geht. Dorthin gelangt man entweder mit dem eigenen Auto oder dem Shuttle-Bus, der Besucher direkt zum Buga-Eingang bringt.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte den Pkw einfach am Lilienthal-Centrum stehen lassen und zu Fuß in Richtung Gollenberg wandern. Etwa 20 Minuten dauert der Weg von der Alten Brennerei. Er führt durch den ehemaligen Gutspark, den Bürger ab 2011 in liebevoller Eigenregie wiederaufgebaut und bepflanzt haben, vorbei an dichten Feldern.

Hoch hinaus

Der Berliner Ingenieur Otto Lilienthal ist 1891 als erster Mensch geflogen. Ab 1893 unternahm er vom Gollenberg in Stölln aus weitere Flugversuche.
Sein letzter Flug am 9. August 1896 endete tödlich: Er stürzte aus 15Metern Höhe ab und verstarb wenig später an den Folgen des Unfalls.
Die Aufwinde am Gollenberg werden noch heute von Segel- und Drachenfliegern genutzt.
Die Besichtigung des Lilienthal-Centrums ist für Buga-Besucher kostenlos.

Auf Hinweistafeln erfährt der Besucher hier im Vorbeigehen, dass Raps Deutschlands wichtigste nachwachsende Ölquelle ist und Wintergerste als Futterquelle für Nutztiere dient. Und soweit das Auge reicht: nichts als Getreide. Doch die im Wind wiegenden Ähren sind eine willkommene Abwechslung im kunterbunten Buga-Land und wie Wellness fürs Auge – vor allem für den an Betonklötze gewöhnten Städter.

Auf dem Weg hoch zum Fliegerpark grüßen die Radfahrer. Zur Buga herrscht am Gollenberg viel Betrieb, der Havel-Radweg führt direkt durch die Rhinower Berge. Der Aufstieg zu Fuß wird belohnt: Wie aus dem Nichts taucht auf dem Hügel die IL-62 auf. Am 23.Oktober 1989 nahm die DDR-Maschine Kurs auf die Wiese – zu Ehren Otto Lilienthals. Eine Ausstellung im Flugzeuginneren erinnert an die spektakuläre Landung von damals. Wer sich traut, kann sich im Cockpit heute auch das Ja-Wort geben.

Hanoi, Leningrad, Rio de Janeiro – die Gravuren in dem ellipsenförmigen Steinweg zeigen, welche Ziele in der Welt die alte DDR-Maschine einst angesteuert hat. Ihren Lebensabend verbringt die IL-62 zur Buga fortan in der Stöllner Steppe – umgeben von Salbei, üppig blühendem Zierlauch und Kakteen.

Von Josefine Sack

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