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Gutachter vergleicht die Rathaus-Standorte

Rathenow Gutachter vergleicht die Rathaus-Standorte

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Rathaus-Standorte in Rathenow ist veröffentlicht. Die nun vorgelegten Zahlen sprechen für den Verbleib der Stadtverwaltung am jetzigen Standort – und den Kauf der Fielmann-Immobilie.

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Benjamin Wagner stellt das Gutachten vor.

Quelle: Joachim Wilisch

Rathenow. Gegen 13.40 Uhr am Dienstag war das Geheimnis gelüftet. Die Ergebnisse der Studie zur Wirtschaftlichkeitsberechnung der Rathausstandorte in Rathenow konnte jeder, den es interessierte, auf der Homepage der Stadt Rathenow abrufen. Die Zahlen machen deutlich, dass die Bürger sich am vergangenen Sonntag auch für den Standort entschieden haben, der aus wirtschaftlicher Sicht die tragbare Lösung ist: Die Berliner Straße 15.

Gutachter erläutert Zahlen

Gutachter Benjamin Wagner erklärte die Zahlen, die von der Kommunalaufsicht eingefordert worden waren. Hintergrund ist, dass die Wirtschaftlichkeitsberechnung nach klaren gesetzlichen Vorgaben erfolgen musste. Genau nach diesen Vorgaben des Landes Brandenburg sei man in dem Fall vorgegangen, sagte Wagner.

Vergleich der Folgekosten

Der Kredit zum Ankauf der Berliner Straße 15 enthält den Kaufpreis von rund 4,6 Millionen, Erwerbsnebenkosten von 340 000 Euro, die Sanierung des Kellers für 618 000 Euro, den Einbau einer Klimaanlage ins Obergeschoss für 206 000 Euro und eine Teilmöblierung des Archivs. Die Folgekosten pro Jahr berechnet Wagner mit 607 100 Euro. In den Folgekosten enthalten sind die Kreditrate, Energiekosten, Wartung, Reinigung, Versicherungen, Hausmeister und einige kleinere Positionen.

Interessierter Zuhörer bei der Bürgerversammlung war der Leiter der Kommunalaufsicht, Jürgen Löwe (vorne rechts)

Interessierter Zuhörer bei der Bürgerversammlung war der Leiter der Kommunalaufsicht, Jürgen Löwe (vorne rechts)

Quelle: Joachim Wilisch

Für die Berliner Straße 74/TGZ enthält die Kreditsumme drei Millionen Euro für den Ankauf des TGZ und der Berliner Straße 74. Erwerbsnebenkosten liegen bei 250 000 Euro, Umzugskosten bei 100 000 Euro (Wagner:„Das ist vorsichtig geschätzt“). Zudem fallen Einmalkosten an, zum Beispiel die Instandsetzung der Immobilie Berliner Straße 15, um sie an den Vermieter zurückzugeben. Die Folgekosten berechnet Wagner mit 606 174 Euro, also 1071 Euro mehr, als für die Fielmann-Immobilie.

Weitere Faktoren für die Rechnung

Eingerechnet hat Wagner für jede Alternative außerdem: Zusätzliche Personalkosten, Instandhaltung, Bewirtschaftungskosten und den Gesamtnutzen. Aus dem letzten Wert ergibt sich die entscheidende Zahl. Das Rathaus in der Berliner Straße 15 wird nach der Berechnung von Wagner 3,2 Millionen Euro wert sein. Die Alternative Berliner Straße 74/TGZ ist mit 1,7 Millionen berechnet.

Wagner hat sich auch die Risiken angesehen. Dazu gehören seiner Ansicht nach die Einrichtung einer IT-Verbindung zwischen den Standorten im Falle eines Umzuges und der Bau von Parkplätzen.

Der positive Kapitalwert

Im Ergebnis, so Wagner habe die Immobilie Berliner Straße 15 einen positiveren Kapitalwert. Diese Variante sei für die Stadt Rathenow wirtschaftlicher.

Ob dieses Ergebnis die Stadtverordneten, die für einen Umzug in die Berliner Straße gestimmt hatten, beeindrucken wird, ist nicht zu erwarten. Zwei linke Stadtverordnete zweifelten die Unabhängigkeit des Gutachters schon bei der Bürgerversammlung an. Und vor der Tür schimpfte Horst Schwenzer, ebenfalls glühender Verfechter des Umzuges: „Das ist ein Hohn.“

Appell von Heiko Grün

Interessierter Zuhörer war Jürgen Löwe, Leiter der Kommunalaufsicht des Kreises. „Wir prüfen das alles, wenn der Nachtragshaushalt beim Landkreis eingereicht ist“, sagte er. Für die Initiatoren des erfolgreichen Bürgerentscheids zum Erhalt des Verwaltungsstandortes in der Berliner Straße 15, sagte Heiko Grün: „Ich kann nur appellieren, dass die Stadtverordneten den Bürgerwillen vom Sonntag anerkennen.“

Von Joachim Wilisch

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