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Havelland Gute Auftragslage im Handwerk
Lokales Havelland Gute Auftragslage im Handwerk
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15:11 26.02.2018
Die Gesellen Florian Damerau (2.v.l.), Martin Hemmerling (Mitte) und Florian Mujic werden freigesprochen und erhalten Glückwünsche von Michael Ziesecke (2.v.r.). Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Licht und Schatten prägen derzeit die Situation beim Handwerk, auch im Havelland. Zum einen ist die Auftragslage der Betriebe so gut wie schon lange nicht mehr, zum anderen drückt das Problem des Fachkräftemangels, der noch zunehmen wird. Beide Punkte prägten die Reden beim Sommerfest der Kreishandwerkerschaft Havelland am Donnerstagabend.

So hob Kreis-Beigeordneter Jürgen Goulbier hervor, dass 93 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als gut bis befriedigend einschätzen. Allerdings beklagte er auch den deutlichen Rückgang an Lehrstellenbewerbern, „obwohl die Zahl der Schulabsolventen in den vergangenen drei Jahren recht positiv ist“. Goulbier mahnte deshalb: „Auf Seiten des Handwerks müssen Wege gefunden werden, die hohe Leistungsfähigkeit zu erhalten. Der künftige Nachwuchs muss für das Handwerk begeistert werden.“

Die Betriebe sollten an den Schulen präsenter sein. „Gehen Sie langfristige Kooperationen mit Schulen ein und machen Sie auf sich aufmerksam“, appellierte Goulbier an die Firmen. Ziel müsse es sein, dass Schulabgänger nicht in andere Landkreise oder Bundesländer abwandern. Nur mit guten Fachkräften sei es künftig auch in schlechten Zeiten möglich, Aufträge zu gewinnen.

Ein Problem derzeit: Die Betriebe bemängeln die Qualifikation vieler Bewerber. Nach Ansicht des Beigeordneten müssten aber auch junge Menschen mit weniger guten Qualifikationen eine Chance erhalten – auch wenn dies für kleine Betriebe nicht einfach sei. Goulbier hob zudem die gute Partnerschaft zwischen Landkreis und Kreishandwerkerschaft hervor.

Die Fachkräftesicherung brennt auch Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer, unter den Nägeln: „Uns Handwerkern geht es momentan sehr gut. Aber wenn man überlegt, wie es in zehn oder 20 Jahren aussehen soll, da wird mir Angst und Bange.“ Derzeit würden mehr als 50 Prozent der Schulabgänger ein Studium in Angriff nehmen. „Da frage ich mich, wo die jungen Menschen später mal arbeiten wollen und wer dann unser Haus baut, die Heizung repariert oder den Schornstein kehrt“, sagte der Präsident. Er möchte, dass Eltern ihre Kinder fürs Handwerk begeistern und ihnen klar machen, welche guten Perspektiven dort geboten werden. Der Handwerksmeister würde genauso viel oder mehr verdienen, wie Hoch- oder Fachschulabsolventen.

Auch Kreishandwerksmeister Michael Ziesecke widmete sich der Ausbildung: „Ziel muss es sein, leistungsstarke Schüler oder Abiturienten für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern.“ Dabei liege es auch an den Betrieben, wie attraktiv Handwerk nicht nur für Auszubildende, sondern auch für Mitarbeiter gestaltet wird – so dass es positiv wahrgenommen wird. Viele Lehrstellen blieben aber auch deshalb unbesetzt, weil die Wege zu Berufsschulen und Lehrgängen oft lang und kompliziert seien.

Das Thema Ausbildung spielte an dem Abend aber auch konkret eine Rolle: So wurden fünf Gesellen des Kfz-Handwerks freigesprochen. Als bester Azubi beendete der Nauener Martin Hemmerling (27) ein halbes Jahr vorzeitig seine Lehre als Kfz-Mechatroniker und wurde dafür ausgezeichnet. Er hatte erst ein Maschinenbau-Studium begonnen, dann aber gemerkt, dass ihm der Handwerksberuf besser liegt. „Ich wollte etwas tun, was mir Spaß macht“, sagt er. Seinen Meister möchte er auch noch machen. Von seinem Ausbildungsbetrieb – VW in Nauen – ist er übernommen worden.

Geehrt wurden von der Kreishandwerkerschaft außerdem René Haase und Klaus Dingler. Haase sitzt im Prüfungsausschuss des Kfz-Handwerks und gibt zudem Lehrlingen bei Mosolf in Etzin Nachhilfe. Dingler leitet die Arbeitsgemeinschaft Kfz an der Duncker-Oberschule in Rathenow „und hat schon so manchen Nachwuchs fürs Handwerk an Land gezogen“, lobbte Claudia Seeligmann, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

Von Andreas Kaatz

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