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Havelland Gute Nachricht für die Lady Agnes
Lokales Havelland Gute Nachricht für die Lady Agnes
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00:21 18.09.2017
Wahrzeichen und Hingucker: Die Aussichten auf eine Sanierung der Lady Agnes auf dem Stöllner Gollenberg sind gut. Quelle: Edith Wernicke
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Stölln

Der Wind hat gerade wieder einen Regenschauer über den Gollenberg gepeitscht. Horst Schwenzer steht vor der Lady Agnes. Er wirkt trotz der widrigen Wetters ent-spannt. Und das hat einen Grund: die Chancen, dass der Otto Lilienthal Verein das ruhmreiche Flugzeig fit macht für die Zukunft, sind gestiegen. Schwenzer hat daran entscheidenden Anteil. Der langjährige Vereinsvorsitzende hat in vielen Gesprächen mit Politikern, Organisationen und möglichen Geldgebern um Unterstützung geworben für eine dringend notwendig gewordene Sanierung der IL 62, die seit 1989 als Besucherattraktion auf dem Gollenberg steht.

„Die Lady ist in die Jahre gekommen und drüber müssen wir uns unterhalten“, so die Standarderöffnung seiner Gespräche. Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach, der die IL 62 am 23. Oktober 1989 auf dem Gollenberg zur Landung brachte, und weitere Experten bestätigten dem Verein, dass zum Erhalt der Lady Agnes dringend etwas getan werden muss. Der Verein erarbeitete ein Sanierungskonzept, stellte Anträge zur Unterstützung und begann Spenden zu sammeln. Alle diese Bemühungen scheinen nun belohnt zu werden.

Der Vorstand der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Havelland hat im fünften Auswahlverfahren für die Leader-Region Havelland sieben Projekte ausgewählt für eine mögliche Förderung aus dem europäischen Fonds zur ländlichen Entwicklung. Auf Platz 1 der Rankingliste gesetzt hat die LAG Havelland als offizielles Projektauswahlgremium im Förderprogramm Leader die Generalüberholung der Lady Agnes auf dem Gollenberg in Stölln. Ebenfalls auf die Rankingliste gesetzt wurden aus dem westlichen Havelland der Teilumbau der Kita Stölln, die Kunst- und Kulturkirche Landin, die Erweiterung einer Bioimkerei in Buschow und die Einrichtung einer podologischen Praxis in Gräningen.

Die jeweiligen Projektträger können nun einen Antrag auf Leader-Förderung beim Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung stellen. Die Chancen für eine Bewilligung stehen gut.

Rund 100 000 Euro sind notwendig, damit die Lady Agnes auch in den kommenden Jahrzehnten eine Besucherattraktion bleiben kann. Der Lilienthalverein wird nun seinen Antrag überarbeiten und im Oktober beim Landesamt zur Bewilligung einreichen. Die notwendigen 25 Prozent Eigenanteil werde der Verein mit Hilfe von Spenden aufbringen, erklärt Horst Schwenzer. Viele Menschen und Unterstützer hätten bereits unterschiedliche Beträge gegeben, sagt der Vereinsvorsitzende weiter. Und er ist ausgesprochen zuversichtlich, dass die gute Aussicht auf eine Förderung noch einen zusätzlichen Spendenschub bewirken wird.

Horst Schwenzer, Vorsitzender des Lilienthalvereins, hat für die Sanierung gekämpft. Quelle: Stein. Norbert

Die nun in Aussicht stehenden Leader-Fördermittel möchte der Verein für die Grundinstandsetzung des Flugzeuges einsetzen. Horst Schwenzer nennt eine Fülle von Arbeiten, die erledigt werden müssen, um die Lady Agnes erhalten zu können. Erste Roststellen sind zu beseitigen und die alte Farbe muss vom Flugzeug. Triebwerke, Fahrwerk und Frachträume benötigen einen neuen Korrosionsschutz. Etliche hundert Nieten sind zu entfernen und durch neue Nieten zu ersetzen. Das Flugzeug bedarf einer neuen Grundierung und letztlich auch einer neuen Lackierung. Ziel sei, sagt Horst Schwenzer, die Reparatur- und Sanierungsarbeiten Ende des kommenden Jahres abzuschließen.

Am Samstag, den 28. Oktober, feiert der Lilienthal-Verein das diesjährige Landungsfest der Lady Agnes auf dem Gollenberg. Anschließend wird das Flugzeug ausgeräumt. Die Ausstellungsgegenstände und das Mobiliar des Standesamtes werden eingelagert, um Platz zu schaffen für Innenarbeiten. Begonnen wird mit der Abdichtung und Erneuerung der Fester auf einer Seite des Flugzeuges. Die Arbeiten kann der Verein mit Hilfe einer bereits gesicherten Spende finanzieren.

Von Norbert Stein

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