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Hähnchenmast ab September in Buschow

Neue Anlage Hähnchenmast ab September in Buschow

In einer neuen Hähnchenmastanlage in Buschow sollen künftig jährlich 232 000 Tiere produziert werden. Der Betrieb wird voraussichtlich Mitte September eröffnet. Der Investor sieht Bedarf für Geflügel. Im Dorf gibt es aber auch Bedenken, Geruchsbelästigungen werden befürchtet.

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Investor Michael Sadelfeld im neuen Stall, in dem die Hähnchen gemästet werden.

Quelle: Norbert Stein

Buschow. Verläuft alles nach Plan, geht in Buschow Mitte September eine neue Hähnchenmastanlage in Betrieb. Die bereits vor drei Jahren vom Landkreis Havelland erteilte Baugenehmigung zur Errichtung und Betreibung der Anlage gestattet dem Investor Michael Sadelfeld die Produktion von jährlich 232 000 Masthähnchen, in acht Durchgängen mit jeweils 29 000 Tieren. Für die Produktion wird das Unternehmen von einem Aufzuchtsbetrieb Eintagesküken beziehen, die in Buschow 42 Tage gemästet werden. In diesen sechs Wochen müssen sich die Tiere ein Gewicht von 2,5 Kilogramm anfüttern und erlangen damit die geforderte exakte Schlachtreife. Geschlachtet werden die Masthähnchen dann aber nicht in Buschow, sondern auf einem Schlachthof in Storkow.

Rund 500 000 Euro investiert Michael Sadelfeld in das Vorhaben. Zunächst kaufte er einen alten, nicht mehr genutzten Kuhstall. Der marode Bau wurde abgerissen. Für die Hähnchenmast wurde ein neuer Stall gebaut, 55 Meter lang und 25 Meter breit. Ausgestattet ist der Stall mit Lüftern, Heizung, automatisch betriebenen Futter- und Wasseranlagen zur Fütterung der Tiere. Das Futter kommt aus vier Hochsilos, die vor dem Stall errichtet wurden. „Der Markt gibt es her“, erklärt Michael Sadelfeld warum er sich für die Hähnchenmast entschieden hat und nicht für eine andere Tierhaltung.

Die Gemeindevertretung Märkisch Luch hatte dem Bauantrag zur Errichtung der Hähnchenmastanlage im Ortsteil Buschow 2012 mit knapper Mehrheit zugestimmt. Damals von Abgeordneten und Einwohnern geäußerte Bedenken, dass die Hähnchenmast zu üblen Gerüchen im Dorf und besonders im Wohngebiet der Kolonie sorgen könnte bestehen heute noch. Felix Doepner, Kreistagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen wohnt im Amt Nennhausen, zu dem Buschow gehört. Ob man die offenbar relativ kleine Anlage akzeptieren und mit ihr leben könne, möchte Doepner derzeit noch nicht beurteilen. „Dafür kenne ich das Vorhaben zu wenig“, sagt er. Generell sei seine Partei aber gegen die Massentierhaltung, fügt Doepner hinzu.

„Wir leben auf dem Dorf und dazu gehört die Landwirtschaft“, sagt Frank Hellmann. Der Ortsvorsteher von Buschow akzeptiert die Hähnchenmastanlage als ländlichen Wirtschaftsfaktor, kennt aber auch die Bedenken einiger Einwohner.

Michael Sadelfeld ist sich der Sensibilität des Themas Hähnchenmast bewusst und verweist deshalb auch auf mit der Erteilung der Baugenehmigung verbundene und einzuhaltenden Umweltauflagen. Der Produktionsbetrieb werde keine Probleme bereiten, sagt er. Wenn der Stall ausgemistet wird, könne es bei ungünstigen Windverhältnissen lediglich in der Kolonie zu einer kurzzeitigen geringen Geruchsbelästigung kommen, will Sadelfeld nicht ausschließen. Ausgemistet und gereinigt wird der Stall nach jeder Mastphase. Den Mist wird auf Feldern in der Region gebracht und eingearbeitet oder an Landwirtschaftsbetriebe verkauft. Ist die Hähnchenmastanlage in Betrieb, wird Michael Sadelfeld die Buschower und interessierte Havelländer zu einem Tag der offenen Tür einladen.

Von Norbert Stein

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