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Häuslebauer in den Startlöchern

Rathenow Häuslebauer in den Startlöchern

Das Interesse am Eigenheim im Rathenower Zentrum hat zugenommen. Auch auf dem Grundstück zwischen der Große Burg- und der Baderstraße könnten bald die ersten Häuser entstehen. Nach Auskunft von Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann liegen der Stadt, der das Areal gehört, mehrere Kaufgesuche vor.

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Jens Hubald vom städtischen Bauamt kümmert sich seit Jahren um die Entwicklung der Brache zwischen Burg- und Baderstraße.

Quelle: Markus Knieebeler

Rathenow. Das Interesse am Eigenheim im Rathenower Zentrum hat in den vergangenen Jahren merklich zugenommen. Die Wohnungen auf dem lange Jahre brach liegenden Zietenareal etwa waren in Windeseile vergeben. In der Breitscheidstraße verwandelt sich die Baurep-Brache gerade in ein Wohngebiet. Und auch auf dem Grundstück zwischen der Großen Burg- und der Baderstraße könnten schon bald die ersten Häuser entstehen. Nach Auskunft von Rathenows Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann liegen der Stadt, der das fast 8000 Quadratmeter große Areal gehört, mehrere Kaufgesuche vor. „Das Interesse an einem Baugrundstück in diesem Gebiet ist groß“, sagt Goldmann. Schon auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 26. April sollen im nicht öffentlichen Teil die ersten Grundstücksverkäufe beschlossen werden.

Die Vorteile für den Häuslebauer sind schnell benannt. Das Quartier in der Altstadt ist gleichzeitig zentral und ruhig gelegen. Der nahe Stadtkanal sorgt für ein besonderes Flair. Alle Grundstücke sind komplett erschlossen. Und weil es einen B-Plan gibt, kann relativ zügig und ohne großen bürokratischen Aufwand mit dem Bau begonnen werden. „Aus Sicht der Verwaltung haben wir alles getan, um eine zügige Bebauung zu ermöglichen“, sagt Jens Hubald, im Rathenower Bauamt zuständig für das Sachgebiet Stadtentwicklung. Es liege im Interesse der Stadt, dass diese Brache in Zentrumsnähe mit Leben gefüllt werde.

Tatsächlich war das Gelände unweit der Rathenower Stadtmauer nicht immer so kahl wie es sich heute präsentiert. Bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts standen dort kleine Häuschen, mit schmalen Gärten auf der Rückseite. Havelfischer, Kleinhandwerker und Arbeiter lebten dort seit Jahrhunderten. Weil viele der Häuschen baufällig waren, wurde das Quartier vor der Wende abgerissen.

Anfang der 90er Jahre begann die Stadt, die Grundstücke, die sich fast alle in Privatbesitz befanden und zum Teil von Erbengemeinschaften verwaltet wurden, zu erwerben. Stadtplanerisches Ziel war es damals schon, die Brache einheitlich zu entwickeln.

Das heißt für die künftigen Bauherren, dass sie dort nicht errichten können, was sie wollen. Ziel der Stadt ist es nach Auskunft Hubalds, ein Quartier zu entwickeln, das sich an den historischen Vorgaben orientiert. Statt massiver, mehrgeschossiger Gebäude ist eine kleinteilige Bebauung vorgesehen. Die meisten Grundstücke sind rund 500 Quadratmeter groß. Das reicht für ein Eigenheim. Für ein Mehrfamilienhaus dagegen ist ein solches Grundstück zu klein.

Auch bei der Gestaltung setzt die Stadt den künftigen Bauherren gewisse Grenzen. Weil auf dem Gelände ein einheitliches, harmonisches Quartier entstehen soll, dürfen beispielsweise nur Satteldächer mit einer festgelegten Dachneigung gebaut werden. Die Häuserfronten sollen möglichst auf einer Linie nahe der Straße stehen. Keller sind nicht erlaubt, weil im Boden noch archäologische Überreste liegen, die nicht angetastet werden dürfen.

Wer sich in dem vorgegebenen Rahmen bewege, habe immer noch vielfältige Möglichkeiten, seinem Eigenheim eine individuelle Note zu verleihen, sagt Jens Hubald. Und das große Interesse an den Grundstücken beweise ja, dass viele es sich vorstellen können, an diesem geschichtsträchtigen Ort zu leben.

Von Markus Kniebeler

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