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Havelland Das Havelland auf der Grünen Woche
Lokales Havelland Das Havelland auf der Grünen Woche
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09:24 21.01.2019
Die Esel Ikarus und Sandor sind alte Hasen im Messegeschäft. Quelle: Laura Sander
Berlin/Havelland

Schnell werden letzte Gebäckstücke in der Auslage drapiert, Becher mit Apfelsaft befüllt, Wildwürste aufgeschnitten und Flyer zurechtgerückt. Dann geht es auch schon los – Startschuss für das erste Wochenende auf der Internationalen Grünen Woche. Pünktlich um 10 Uhr strömten tausende Liebhaber regionaler Spezialitäten aus der eisigen Kälte hinein in die wohlige Wärme der Berliner Messehallen. Vorbei an Salzwedler Baumkuchen, Alphörnern und einem bunten Meer aus heimischen Blumen und Nutzpflanzen tauchten sie in das Marktgeschehen der Brandenburghalle ein.

Bio-Bäcker setzt auf Zutaten aus der Region

An den Leckereien des havelländischen Traditionsbäckers „Biobackhaus“ kamen die wenigsten vorbei. So auch Andrea und Stefan Kunze aus Brieselang. „Wir sind zum ersten Mal auf der Grünen Woche. Jetzt frühstücken wir erstmal und dann wird geschlendert“, sagte Stefan Kunze und biss genüsslich in sein Grünkohl-Franzbrötchen. „In diesem Jahr dreht sich bei uns vieles um Linsen. Die Hülsenfrucht ist vielseitig einsetzbar“, sagte Angelika Scherm, die den Biobäcker auf der weltgrößten Agrar-Messe vertrat.

Auf der weltgrößten Agrar- und Ernährungsmesse, der Internationalen Grünen Woche in Berlin, darf das Havelland mit seiner Vielfalt an Vereinen, Unternehmen und Produkten nicht fehlen.

Linsen-Gemüseküchlein, Dinkel-Linsenstangerl und die Schweizer Linsensprosse hat das Unternehmen mit Sitz in Wustermark entwickelt. Seine Zutaten bezieht der Bio-Bäcker größtenteils aus der Region. Die proteinreichen Linsen stammen aus dem Spreewald.

Solidarische Landwirtschaft in Möthlow

Mit kurzen Wegen und regional produzierten Lebensmitteln kennt sich auch Angelika Fietze-Lawe aus. In westhavelländischen Möthlow betreibt sie eine solidarische Landwirtschaft. 30 Hobby-Bauern, größtenteils aus Berlin, greifen ihr dabei unter die Arme und werden dafür mit regionalem Obst und Gemüse versorgt.

Für Tina Laforet aus Berlin-Kreuzberg eine bewusste Entscheidung. „Zum einen weiß ich, wo meine Lebensmittel herkommen, zum anderen genieße ich die Zeit in der Natur und bei der Arbeit. Gleichzeitig lässt sich viel Verpackungsmüll vermeiden“, so Laforet.

Verschiedene Kohlsorten, Salate, Brokkoli, Auberginen – Angelika Fietze-Glawe beliefert in Berlin „Marktschwärmer“, die sich ihre Produkte im Internet bestellen und den Einkauf dann in ihrem Kiez abholen können. „Wochenmärkte waren nichts für mich, zu viele Sachen blieben übrig und wanderten in den Müll“, sagte die Westhavelländerin, die ihre Jungpflanzen momentan schon mal im heimischen Wohnzimmer heranzieht.

Crowdfunding für Solargewächshaus

Damit sich das bald ändert, startet Fietze-Glawe jetzt eine Crowdfunding-Aktion. „Auf unserem Grundstück befindet sich eine alte Scheune, die ich zu einem Gewächshaus umbauen will. Für das Dach möchte ich spezielle Glasbausteine mit integrierten Solarzellen verbauen, um im Winter zusätzlich Heizkosten einzusparen“, so die Diplomingenieurin für Elektrotechnik.

Rund 50 000 Euro bräuchte sie für die Baumaßnahmen. „In den kommenden Wochen werde ich die Crowdfunding-Kampagne unter www.luch-gärtnerei.de starten“, so Angelika Fietze-Glawe, die die Messebesucher mit Holundersaft aus eigenem Anbau versorgte.

Popcorn Bakery aus Falkensee

Peanutbutter-Caramel, Trüffel-Seesalz oder Very Merry Himberry – am Stand von Nina Quade kamen Popcorn-Liebhaber ganz auf ihre Kosten. „Mit 16 habe ich ein Austauschjahr in Kanada gemacht und dort das beste Popcorn überhaupt gegessen. In der Küche meiner Mutter habe ich angefangen, zu experimentieren, und mich schließlich selbstständig gemacht“, so Quade, die gemeinsam mit ihrem Sohn Kostproben verteilte. Die außergewöhnliche Leckerei in vielen verschiedenen Variationen verkauft die Unternehmerin in ihrem Geschäft in der Falkenseer Bahnhofstraße und im Online-Shop ihrer Popcorn Bakery.

Ingwer-Limo aus Spandau

Auch ihre Geschäftsidee entstand im Ausland: Auf einer Südostafrikareise lernten Andrea und Dominik das Getränk Gingerbeer kennen und lieben. „Es gab in Deutschland nichts Vergleichbares, höchstens als Cocktailzutat. Also machten wir uns ans Werk“, erinnerte sich Andrea Stenz aus Spandau. In Zusammenarbeit mit Studenten der TU-Berlin entwickelten die Jungunternehmer ihre einzigartige Rezeptur. Herausgekommen ist eine fruchtig-milde Ingwerkomposition, die erfrischt.

Brala mit neuem Datum und Schwerpunkt

Innovative Ideen und traditionelle Landwirtschaft, dafür steht die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (Brala) in Paaren im Glien. Vom 9. bis zum 12. Mai, und nicht wie gewohnt am Himmelfahrtswochenende, können sich Experten, Privatpersonen und möglicher Nachwuchs gleichermaßen informieren. „Nachwuchs für die grünen Berufe zu finden, wird immer schwieriger. Es ist wichtig, jede Gelegenheit zu nutzen, jungen Leuten Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen“, weiß Ute Lagodka, Geschäftsführerin des MAFZ Erlebnisparks Paaren, wo am 17. und 18. August außerdem das 31. Esel- und Mulitreffen stattfindet.

Eselfreunde planen großes Treffen im Paaren im Glien

„Wir sind bereits mitten in den Vorbereitungen“, erzählte Christine Möller von den Eselfreunden im Havelland, die neben Schäfer Olaf Kolecki aus Falkensee und seinen historischen Schafrassen die Publikumslieblinge Ikarus und Sandor präsentierte.„Die beiden sind Profis und kommen mit dem Messe-Gewusel gut klar“, so Möller, die derzeit 27 Esel und ein Pferd in Paaren versorgt. „Wir sind mit den Eseln verstärkt in der Landschaftspflege tätig und bieten weiterhin Wanderungen an“, so Möller, die die Agrar-Messe nutzt, um über die artgerechte Eselhaltung zu informieren.

Von Laura Sander

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