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Hamlet im Weltall am Havelufer

Hörspielkino im Sternenpark Havelland Hamlet im Weltall am Havelufer

Shakespeares Klassiker haben die meisten gelesen oder als Schauspiel gesehen. Eine ganz besondere Vorstellung genossen am Samstag rund 180 Menschen am beleuchteten Havelufer in Strodehne. Landmade, Fischer Schröder und das Hörspielkino unterm Sternenhimmel hatten einen Hamlet im Programm, der nicht in einem Schloss sondern im Weltall spielt.

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Eingekuschelt in Decken hatten sich am Samstag rund 180 Menschen am Havelufer gemütlich gemacht.

Quelle: Foto: Ch. Schmidt

Strodehne. Die Blätter der Bäume rauschen, Grillen zirpen, der Himmel färbt sich langsam tiefblau. Vom Ufer her klingen mystische Töne über die Wiese. „Die Galaxie hat sich in ein Chaos verwandelt, beherrscht von Parasiten. Täglich werden Geschütze in Massen gegossen.“ Die Stimme des jungen Prinzen Hamlet legt sich über die rund 180 Zuhörer, die am Havelufer auf Liegestühlen und Decken seinen Worten lauschen. Nicht von Schloss Kronborg in Dänemark spricht der Prinz zu ihnen, sondern von einer Raumstation im Weltall. Und dieser sind die Zuhörer in Strodehne besonders nahe.

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Auf einem Liegestuhl an der Havel den Blick auf das erleuchtete Ufer oder gen Himmel gerichtet, in der Hand ein kühles Bier oder einen Cocktail und im Ohr Hamlet, so genossen am Samstag rund 180 Hörspielbegeisterte die Sommernacht. Das Landmade-Team, Fischer Schröder und Radio Eins hatten eingeladen. Zum 20. Jubiläum der Reihe war der Sternenpark Westhavelland erstmals als Veranstaltungsort auserkoren.

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Zwar verbergen Wolken den Blick auf den vielgepriesenen Sternenhimmel, der sich bei klarem Wetter über dem Naturpark Westhavelland, Deutschlands erstem Sternenpark, zeigt. Spektakulär ist die Szenerie dennoch. Das Havelufer und das Wehr sind in rotes Licht getaucht, Vögel schweben am dunklen Nachthimmel, hin und wieder blinken die Lichter eines Flugzeugs. Eine fantastische Kulisse für das Hörspielkino unterm Sternenhimmel, das zum ersten Mal im Sternenpark Havelland stattfand.

Ein Erlebnis für alle Sinne

Die Idee dazu hatten Gabriele Konsor und Birte Hoffman vom Strodehner Kunst- und Kulturprojekt Landmade. Sie holten Fischer Wolfgang Schröder mit ins Boot und konnten Radio Eins überzeugen, die Veranstaltungsreihe von der Hauptstadt ins Havelland zu verlegen. Am Freitag und Samstag verwandelte sich der Hof des Fischers ab 20 Uhr in eine Kulisse die sämtliche Sinne ansprach. Zuerst wurde der Gaumen mit Fischsuppe und Brassenfilet verführt, anschließend gab es Input für den Geist bei einer kleinen Führung durch den Fischereibetrieb.

Hier kamen auch die Augen und die Nase auf ihre Kosten. Wolfgang Schröder, dessen Familie seit 1904 eine Fischerei auf dem Anwesen zwischen Havel und Gülper See betreibt, holte Wollhandkrabben, Brassen, Aale und einen Hecht aus dem Becken, präsentierte geräucherten Karpfen und Schlei und plauderte über seinen Arbeitsalltag. Und nicht nur das, er schwang sogar selbst die Suppenkelle und bediente die Gäste. „Der wichtigste Mann des Abends steht gerade am Suppentopf“ verkündete Gabriele Konsor und lockte Wolfgang Schröder vom Topf zum Mikrofon, um die Gäste zu begrüßen.

Science-Fiction am Havelufer

Seit 20 Jahren gibt es die Veranstaltungsreihe Hörspielkino unterm Sternenhimmel von Radio Eins.

Auf Einladung des Kunst- und Kulturprojekts Landmade gastierte die Reihe am Wochenende erstmals im Sternpark Havelland.

Rund 350 Besucher lauschten am Havelufer auf dem Anwesen des Strodehner Fischers Wolfgang Schröder.

Am 7. August wurde Stanislaw Lems „Forschungsreise des Prof. Tarantoga“ gespielt. Dazu blinkten die Sterne.

Am 8. August stand Otto Streckers Hamlet Interpretation auf dem Programm, allerdings ohne Sterne. Eine dicke Wolkendecke verhinderte den Blick auf die Sterne.

Der Regisseur lauschte mit am Havelufer

Und dann, gegen 21.15 Uhr war es Zeit für den Ohrenschmaus. Mystische Töne drangen vom Wasser Richtung Wiese und lockten das Publikum zu den Liegestühlen. Hier, am gefühlten Ende der Welt, hatten es sich nicht nur Havelländer bequem gemacht. Auch aus der Hauptstadt, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und dem Landkreis Oberhavel kamen die Gäste. Darunter auch der Schauspieler Otto Strecker. Er hatte die Idee Shakespeares Hamlet ins Weltall zu schicken. Inspiriert dazu hatte ihn die UN-Konferenz in Vorbereitung auf den Irak-Krieg 2003.

Am Samstag saß er nun selbst im Publikum am Havelufer und lauschte seiner eigenen Stimme, die er der Hauptfigur geliehen hatte. Obwohl seine Hamlet-Interpretation kürzer ist als das Original, war es mit zwei Stunden dennoch ein recht langes Werk und verlangte die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Die bekam es mühelos, denn die Dialoge fesselten. Die Geräusche der Natur mischten sich in das Stück und gaben dem ganzen noch mehr Atmosphäre. Ein wirklich besonderer Abend.

 

Von Christin Schmidt

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