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Havelland Hamsterkäufe sind in Rathenow kein Thema
Lokales Havelland Hamsterkäufe sind in Rathenow kein Thema
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19:00 24.08.2016
Gehamstert wird in Rathenow noch nicht. Quelle: B. Gartenschläger
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Rathenow

Die Opposition spricht von Panikmache, der Innenminister von Hilfestellungen. Am Mittwoch wurde im Bundeskabinett über das neue Zivilschutzkonzept entschieden. Besonders die Empfehlung, Hamsterkäufe zu tätigen, um so für Katastrophenfälle gewappnet zu sein, wird derzeit kontrovers diskutiert. Recht gelassen nehmen die Debatte die Rathenower. Auf dem Wochenmarkt war das neue Zivilschutzkonzept jedenfalls kein Thema.

„Wenn sich jemand dazu geäußert hat, dann nur indem er das Ganze belächelte“, sagt die Frau, die hier jede Woche frische Eier verkauft. Auch die Obst- und Gemüsehändlerin winkt ab. „Ach was, das ist hier kein Thema. Für mich ist das nichts als Panikmache.“ „Vor allem die ältere Generation wird doch durch solche Nachrichten verrückt gemacht. Schließlich haben diese Menschen noch Zeiten erlebt, in denen es wirklich nichts gab“, gibt eine Kundin am Eierstand zu bedenken.

Ähnlich sieht das Frank Lorenz. Für ihn ist die Diskussion durchaus ein Aufreger. „Wie soll sich denn ein Arbeitsloser Hamsterkäufe leisten? Dafür hat der doch gar kein Geld. In meinen Augen ist das Blödsinn und reine Panikmache“, so der 53-Jährige. Er ärgert sich über solche Ideen von Politikern, die in seinen Augen nur an sich denken. „Die wollen doch nichts weiter als die Konjunktur ankurbeln. Ich lasse mich davon nicht verrückt machen“, erklärt Lorenz gelassen.

Das Zivilschutzkonzept, ein 70-seitiges Maßnahmenbündel, ist die Fortsetzung der Grundsatzentscheidung bei der Vorlage des neuesten Weißbuchs zur Sicherheitspolitik. Darin war unter anderem die Bündnis- und Landesverteidigung auch im Zusammenhang mit einem möglichen Einsatz der Bundeswehr im Inneren beschrieben worden. Zumal wurde vor der gewachsenen Gefahr einer kriegerischen Bedrohung trotz Ende des Kalten Kriegs gewarnt.

Für Doris und ihre Freundin Ursula ist es selbstverständlich Vorräte anzuschaffen. Die beiden sind im Rentenalter und kennen den Grundsatz noch aus der Kindheit: Es ist immer gut, vorzusorgen. „Ich habe stets sechs Kisten Wasser, Kaffee, Konserven und Toilettenpapier im Haus. Man weiß doch nie, was passiert“, betont die 69-jährige Ursula. Sie sei so erzogen worden. „Meine Eltern hatten früher einen eigenen Garten und meine Mutter sagte immer, es müssen 300 Gläser Eingewecktes für den Winter da sein. Was in den Gläsern drin war, spielte damals keine Rolle.“

Sicherheitsbehörden sind angesichts befürchteter Hacker-Angriffe auf entscheidende Infrastruktureinrichtungen wie beispielsweise die Wasser- und Energieversorgung besonders alarmiert. Doris und Ursula denken beim Vorsorgen aber auch an Krankheit, Glatteis und andere Umstände, die dazu führen können, dass sie auf eine gut gefüllte Vorratskammer angewiesen sind. Für den Fall der Fälle haben die beiden auch immer etwas Schokolade und Ramazzotti auf Vorrat im Schrank.

Von Christin Schmidt

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