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Havelland Handgemachtes bei der Sommernacht
Lokales Havelland Handgemachtes bei der Sommernacht
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17:10 07.08.2016
Die Tänzerinnen Britta Schönbrunn und Tina Mainz bewegen den Birnenhain. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Ribbeck

Voller Hingabe glitten die Hände der Wiener Pianistin Birgit Streicher über die Tasten des edlen Schiedmayer-Flügels. Die Musik von Mozart, Schubert, Chopin und Brahms durchflutete gemeinsam mit dem Licht der untergehenden Sonne den Saal der alten Brennerei, die am Sonnabend mit der alten Gutsscheune die Hauptkulisse der Ribbecker Sommernacht bildete.

Wer ein lautes Dorffestival erwartete, wurde enttäuscht. Denn alle Darbietungen kamen ohne Technik, mit nur wenig Strom aus. Ganz bewusst wollten die Veranstalter vom Ribbecker Kulturverein um Uta von Kameke sowie Sonja und Arndt Hermann die stille Kraft des Einfachen, des Ursprünglichen und Handgemachten wecken. Die 350 Besucher der ausverkauften 8. Ribbecker Sommernacht nahmen dies mit gemischten Gefühlen auf.

Wer sich darauf einließ, spürte die wohltuende Wirkung der durch Tastendruck erzeugten Musik, wer nicht, konzentrierte sich auf das Problem, sich in der schlecht beleuchteten Dorfkulisse zurecht zu finden. Eine Einstellungsfrage. Der Pianistin gelang es mühelos, ihr Publikum für einen Moment zu entführen, während andere Gäste auf der Suche nach dem nächsten Programmteil draußen übers Pflaster flanierten, um keinen der sieben Programmteile zu verpassen. „Das Klaviermenü enthielt sehr viele Klassiker. Ich bin für mehr Mut zum Unbekannten“, so eine Berlinerin.

Zum achten Mal wurde in Ribbeck die Sommernacht veranstaltet, diesmal unter dem Motto „Hand und Kunst“. Geboten wurde vor allem Handgemachtes. Alle Darbietungen kamen ohne Technik und mit nur wenig Strom aus. Rund 350 Menschen waren bei der mehr als dreistündigen, ausverkauften Veranstaltung dabei.

Dass manche Besucher das kleine Festival auch als Kulturmarathon verstanden, zeigte die Aussage von Erik Schneider: „Wir haben schon die Hälfte geschafft.“ Geduldig wartete der Falkenseer an der Scheune, die einst von Menschenhand und ohne Maschinen errichtet wurde und nun nach Plänen des Kulturvereins zum Festspielhaus umgebaut werden soll. „Die Pausen sind ungünstig“, sagte ein anderer Besucher kritisch.

Vor der Kartoffelschütte der alten Scheune hatte sich bereits eine lange Schlange neben meterhohen Brennnesseln gebildet, als Schauspieler, Tänzer und Komödiant Gernot Frischling als Kartoffelkäfer verkleidet in die „Kapelle“ bat, um dort eine bizarre Predigt über das zunehmend jämmerliche Dasein seiner Spezies zwischen Glyphosat und Monokultur zu halten. Nur die Kleinbauern, die ihre Kartoffeln von Hand ziehen, bieten dem Tier noch Nahrung. So spannte sich auch hier auf geistvoll humoristische Art der Bogen von der Hand zur Kunst.

Tänzerin Britta Schönbrunn zeigt deutlicher, wie Hände halten, greifen und berühren. Sie glitt spannungsvoll im Birnengarten hinter der alten Brennerei um eine Schubkarre. Ein Besucher sagte beim Anblick des Körpers, der sich ausgreifend zwischen Bäumen und roten Laternen bewegte, ohne eine Frucht zu pflücken: „Hände sprechen. Sie sind ein sehr starkes Kommunikationsmittel.“

Wer dies nicht verstand, bekam es beim Finale in der Scheune von Schauspieler Reimund Gross erklärt: „Die stille Kraft des Einfachen ist versiegt“, klagte er aus zehn Metern Höhe von der Tenne hinunter. Artist Mikhail Stepanov unterstrich dies, indem er seine Muskeln eindrucksvoll spielen ließ, einen atemberaubenden Spagat zwischen zwei Seilen in die Luft zauberte. Die Fans hautnaher Kunst kamen bei diesem Dorffestival auf ihre Kosten. „Wie ein Faden spann sich das Hand-Thema durch die Nacht“, sagte ein Besucher. Er und seine Frau richteten noch einen romantischen Blick auf den sternenklaren Augusthimmel, der so einfach und natürlich vor sich hin glitzerte.

Von Annett Lahn

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