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Havelland Handwerker haben volle Auftragsbücher
Lokales Havelland Handwerker haben volle Auftragsbücher
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10:36 01.02.2019
Die Handwerksbetriebe im Havelland haben so viel zu tun, wie lange nicht mehr. Geeignete Auszubildende finden sie dennoch nur schwer. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

 Der andauernde Bau- und Immobilienboom sorgt bei den Handwerksbetrieben im Havelland für prall gefüllte Auftragsbücher. In einer aktuellen Umfrage bewerten 95,6 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage mit sehr gut oder befriedigend. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Kreishandwerkerschaft Havelland für das Jahr 2018 hervor, der Donnerstag in Nauen vorgestellt wurde.

Steigende Umsätze und Fachkräftemangel

Damit stieg die Zufriedenheit unter den Havelländer Handwerkern, im Vergleich zum Herbst 2017, noch einmal um 0,4 Prozent an. Getragen werden die guten Ergebnisse vor allem vom Bau- und Ausbaugewerbe. Die vollen Auftragsbücher und steigenden Umsätze sind jedoch gleichzeitig mit einer weiter angespannten Nachwuchs- und Fachkräftesituation verbunden. „Für die Kunden bedeutet dies insgesamt, längere Wartezeiten bei der Projektabwicklung einzukalkulieren“, erklärte Kreishandwerksmeister Michael Ziesecke. Im Durchschnitt sind die Betriebe derzeit gut elf Wochen im Voraus mit Aufträgen versorgt, zwei Wochen mehr als vor einem Jahr.

Einen leichten Rückgang gab es hingegen bei den Betriebsanmeldungen. Wurden im Jahr 2017 noch 235 Firmen neu angemeldet, waren es im vergangenen Jahr nur noch 226. „Bei den zulassungspflichtigen Handwerken, bei denen eine fundierte Ausbildung notwendig ist, ging die Zahl der Anmeldungen aber nach oben“, freute sich Ziesecke. Hier kamen 72 Betriebe hinzu. Gleichzeitig gab es 62 Abmeldungen.

Handwerksähnliche Berufe nehmen zu

Bei den handwerksähnlichen Berufen wurden 154 Neuanmeldungen verzeichnet und nur 115 Abmeldungen. Den starken Anstieg dieses Branchenbereichs sieht die Kreishandwerkerschaft aber eher kritisch. „Kein Meister bedeutet bei den nicht-qualifizierungspflichtigen Gewerken meistens, hier gibt es keine Auszubildenden, keine neuen Fachkräfte und somit letztlich keine Nachfolger“, erklärte Michael Ziesecke. Eine Wiedereinführung der Meisterpflicht sei hier der notwendige Weg.

Die Suche nach geeignetem Nachwuchs war auch im vergangenen Jahr eines der dominierenden Themen. So blieben wieder viele Ausbildungsplätze unbesetzt. „Es nützt uns nichts, wenn wir sehr leistungsschwache Schüler einstellen, die den Anforderungen einer Ausbildung nicht gerecht werden. Was hat der junge Mensch davon, wenn er nach viereinhalb Jahren Ausbildung und drei nicht bestandenen Prüfungen ohne jeglichen Abschluss da steht“, sagte Ziesecke.

Handwerk im Havelland

2337 Betriebe waren im Havelland Ende 2018 in der Handwerksrolle eingetragen. Davon 1280 aus dem zulassungspflichtigen Handwerk. Mit 172 eingetragenen Betrieben liegen die Maurer und Betonbauer auf Platz 1.

In den Innungen der Kreishandwerkerschaft sind 352 Mitglieder organisiert, darunter auch 124 Augenoptiker.

22 Prozent der Handwerksbetriebe haben in den vergangenen drei Monaten in Werkstatt, Maschinen und Ausstattung investiert, zwölf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2017.

Laut Umfrage sind die Handwerksbetriebe zu 92 Prozent ausgelastet. 58 Prozent sprechen von Vollauslastung.

Neben der Personalsuche machen auch immer neue gesetzliche Vorgaben den Betrieben zu schaffen. „In einem Jahr ist es die Energieverordnung, dann die Datenschutzgrundverordnung oder der Mindestlohn. Wir müssen mit immer mehr Bürokratie kämpfen“, erklärte Dirk Neumann, Tischlermeister und Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft.

Bauen wird immer teurer

Immer neue Bauvorschriften würden zudem dazu führen, dass Bauen immer teurer wird. Dies müssen die Handwerker ihren Kunden erklären. „Wir brauchen zudem eine saubere Waage zwischen Industrie, Handel und Handwerk. Derzeit sprechen die Rahmenbedingungen allerdings gegen uns“, betonte Michael Ziesecke.

Trotz aller Schwierigkeiten steht das Handwerk im Havelland gut dar und erwartet auch in diesem Jahr wieder ein Umsatzplus von rund vier Prozent. „Wir kommen jetzt langsam dahin, dass das Handwerk seine Kosten decken und dies auch an die Mitarbeiter weitergeben kann“, erklärte Ziesecke.

Von Danilo Hafer

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