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Harald Petzold erhält Unterstützung von Gysi

Landratswahlkampf im Havelland Harald Petzold erhält Unterstützung von Gysi

Der Linken-Politiker Harald Petzold will zur Landratswahl im Havelland am 10. April antreten. Dazu erhielt er jetzt Unterstützung von Gregor Gysi. Der frühere Oppositionsführer im Bundestag nahm wie gewohnt scharfzüngig die Welt- und die Bundespolitik aufs Korn.

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Gregor Gysi (r.) kam auf Einladung von Harald Petzold nach Falkensee, nicht zum ersten Mal.

Quelle: Andreas Kaatz

Falkensee. Eine kurze Stippvisite zwischen zwei anderen Terminen: Politpromi Gregor Gysi, vielbeschäftigter Bundestagsabgeordneter der Linken, kam am Donnerstagnachmittag ins Familiencafé Falkenhorst. Wie schon im September beim Bürgermeisterwahlkampf wollte er erneut den Bundestagsabgeordneten Harald Petzold unterstützen – diesmal beim Kampf um den Landratsposten. „Dass Sie am Gründonnerstag nichts anderes zu tun haben als hierherzukommen, spricht zunächst für Sie“, begrüßte Gysi das Publikum im proppevollen Raum. Rund 130 Leute waren gekommen und hofften auch auf den gewissen Unterhaltungswert, den Gysi-Auftritte oft haben.

Sie wurden nicht enttäuscht. Gewohnt scharfzüngig kritisierte der Linkenpolitiker die Politik der Bundesregierung aus Oppositionssicht, nicht ohne vorher Werbung für Petzold zu machen. „Ich kann mir einen besseren Landrat gar nicht vorstellen“, sagte er und beschrieb Petzold als engagierten Menschen, „der selbst Mitternacht keine Ruhe hat, wenn nicht ein Problem gelöst ist“. Er bescheinigte dem Havelländer dabei eine „wunderbare Penetranz“. Wo andere aufhören, gebe er noch lange nicht auf. Gysi und Petzold kennen sich seit 1990. „Seit dem ersten Landtagswahlkampf“, so der Falkenseer Politiker. „Da wurde auf den Kundgebungen noch mit Eiern auf uns geworfen und ich hatte mich vor ihn geworfen.“ Seither waren sie auch immer wieder gemeinsam unterwegs, so wie 2014 bei der Amtseinführung des Präsidenten von El Salvador.

Gysi erklärte die Weltpolitik aus seiner Sicht und stellte fest, dass heiße Kriege jeden Tag selbstverständlicher werden. „Und heiße Kriege erzeugen auch den Terrorismus.“ So sei der Islamische Staat im Ergebnis des Irakkrieges entstanden. „Deshalb ist eine meiner Forderungen, endlich mit den Kriegen aufzuhören.“

Auch auf die Flüchtlingspolitik ging Gysi ein, sieht bei der Integration der Asylbewerber Nachholebedarf. So müsse man deren berufliche Qualifikationen anerkennen und ihnen neue anbieten. „Wenn es keine Integration auf dem Arbeitsmarkt gibt, dann gibt es gar keine Integration.“ Gleichzeitig dürften „die Armen in unserer Gesellschaft nicht darunter leiden, das heißt, ihnen müssen wir gut bezahlte und faire Jobs gerade im Zusammenhang mit den Flüchtlingen anbieten“, so Gysi unter Beifall. Er nahm zudem die Flüchtlinge in die Pflicht, sich an die Spielregeln unseres Landes zu halten. Diese Regeln müssten ihnen aber auch vermittelt werden, wozu Gysi für einen neuen Beruf plädiert: den Integrationslehrer. Andererseits „müssen wir auch lernen, eine andere Kultur und Religion als Bereicherung zu begreifen“.

Dank der Flüchtlinge habe laut Gysi nun auch die Bundesregierung erkannt, dass sozialer Wohnungsbau und auch mehr Lehrer nötig sind. „Wir reden seit Jahren davon“, so der Politiker, der der Bundesregierung ein sexuell erotisches Verhältnis zur schwarzen Null bescheinigt. Dabei sei es dringend notwendig, in Kitas, Schulen und Infrastruktur zu investieren. Die Bedingungen seien günstig. „Geld kostet zur Zeit kein Geld.“

Nach Ansicht von Gysi lässt zudem die Kinderfreundlichkeit im Lande zu wünschen übrig. „Ich möchte, dass ein Landrat dafür sorgt, dass dieses Land endlich kinderfreundlich wird“, appellierte Gregor Gysi zum Abschluss an die Kommunalpolitik. So würden unter anderem Kitas und Nachmittagsangebote an Schulen benötigt.

Zeit für Fragen an den Politiker blieb zum Schluss nicht mehr. Für Michael Oberländer kein Problem: „Er hat alle Fragen benannt, die uns interessieren. Es war toll.“ Eine andere Besucherin meinte: „Seine Auftritte haben immer einen hohen Unterhaltungswert. Ohne Beendigung der Krisen geht gar nichts.“ Erhard Stenzel, Ehrenvorsitzender der Linken im Landkreis, konnte Gysi noch seine Biografie überreichen, bevor dieser ins Auto stieg und zum nächsten Termin eilte.

Von Andreas Kaatz

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