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Hauptstraßenausbau in der Sackgasse

Falkensee Hauptstraßenausbau in der Sackgasse

Der Anliegerstraßenbau in Falkensee funktioniert, aber der Masterplan zum Ausbau der Hauptstraßen ist aus seinem Zeitrahmen gefallen. Nur wenige der geplanten Abschnitte wurden bisher erneuert. Die Stadt wartet auf Fördermittel für die teuren Baumaßnahmen.

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Sammelt nicht aus Leidenschaft, sondern aus Frust: Klaus-Dieter Schulz in der Hansastraße.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Ein stiller, aber sichtbarer Protest. So hat sich Klaus-Dieter Schulz seine Radkappensammlung gedacht. Der Falkenseer wohnt an der Hansastraße, da wo die viel befahrene Straße nicht mit Asphalt ausgegossen ist, sondern die Autos über altes Kopfsteinpflaster fahren, hoppeln, rappeln, rasen. Die vielen abgefallenen Radkappen sind ein Beleg für den schlechten Zustand der Straße. „Es ist laut, und das ganze Haus vibriert“, beschreibt der Anwohner seine Leidenserfahrungen. Er und andere Anwohner möchten wenigstens ein Tempo-30-Schild in ihrem Bereich. Das hat aber die Stadt im Wesentlichen abgelehnt, lediglich für nachts und Lkws gibt es eine Einschränkung.

Am Grundproblem ändert aber auch ein Schild nichts. Die Straße muss grundlegend erneuert werden. Das sehen nicht nur die leidgeprüften Anwohner so, das hat sich längst bis zu den Abgeordneten und bis zur Verwaltung der Stadt durchgesprochen. Sie haben die Hansastraße wie die anderen Haupterschließungsstraßen unter die Lupe genommen und einen Masterplan erstellt. Das war bereits 2011. Danach sollen auch die Abschnitte der Hansastraße erneuert werden, die 217,62 Meter lange Pflasterteil, an dem auch Klaus-Dieter Schulz wohnt, gehört dazu. Nach dem Masterplan wäre dieser Bereich in den Jahren 2019 bis 2022 dran.

Nach diesem Masterplan sollten zwischen 2011 bis 2022 desolate Haupterschließungsstraßen erneuert werden. Allerdings liegt man hier weit hinter den Planungen zurück. Während der Masterplan für Anliegerstraßen nahezu wie ein Uhrwerk abgearbeitet wird, sieht es bei den Haupterschließungsstraßen ziemlich mau aus.

Immerhin drei besonders schlimme Bereiche sind von Grund auf ausgebaut worden: die Hertzstraße in Bahnhofsnähe, die Straße der Einheit (zwischen Potsdamer und Arcostraße) und die Elsterstraße (zwischen Garten- und Spechtstraße). Andere Abschnitte sind trotz Prioritätenliste weiterhin desolat. Bis 2014 sollten eigentlich auch diese Abschnitte erneuert werden: Teile der Humboldtallee, der Ringpromenade, des Havelländer Weges und der Leistikowstraße. Auch an der Sonnenstraße und der Potsdamer Straße hat sich noch nichts getan. „Ohne Fördermittel packen wir die Bereiche nicht an“, sagt Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Der Bau von Haupterschließungsstraßen ist oft komplizierter als Anliegerstraßenbau. Die Straßen müssen breiter sein, mehr Verkehrslast aushalten und sind deutlich teurer. Selbst wenn die Anlieger hier nur 50 Prozent der Kosten zahlen müssen, kommt da sehr viel für den Privathaushalt wie für die Stadtkasse zusammen. Der Masterplan wird deshalb wegen der Finanzlage wohl nicht einzuhalten sein.

Alter Baumbestand erschwert manche Baumaßnahme. Und auch dauerhafte Nicht-Entscheidungen, wie der zu einer Nordumfahrung oder eben nicht. „Die Humboldtallee ist ein besonders schwieriges Thema, nicht nur wegen des sumpfigen Untergrunds“, sagt Bürgermeister Heiko Müller. Er sieht die Möglichkeit einer Teillösung, selbst wenn die Sache mit der Nordumfahrung nicht geklärt ist. „Wir müssen dort klare Strukturen schaffen, auch um den Bereich Pestalozzistraße und ein mögliches künftiges Wohngebiet anzuschließen“, sagt er. Die Straße muss so oder so gemacht werden. Radkappen fallen auch dort zu viele ab.

Von Marlies Schnaibel

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