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Havelland Hauskäufe haben juristisches Nachspiel
Lokales Havelland Hauskäufe haben juristisches Nachspiel
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00:18 28.02.2016
Juristisches Nachspiel in Nauen. Quelle: dpa
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Havelland

In der Nauener Chaussee in Ketzin/Havel wird seit 2009 ein Gewaltschutzhaus betrieben. Mehr als 80 Männer haben seither dort vor ihren Frauen Zuflucht gesucht. Derzeit leben in der Einrichtung sechs Männer sowie eine dreiköpfige Familie. Es ist nicht das erste Projekt dieser Art, das der dortige Leiter betreibt. Zudem gab es in der Vergangenheit auch gescheiterte Versuche. Mindestens zwei von ihnen haben jetzt ein juristisches Nachspiel, unter anderem auch vor dem Nauener Amtsgericht. Dort laufen derzeit zwei zivilrechtliche Klagen gegen ihn, bei denen es um Objekte in der Stadt Güstrow und in Surwold im Landkreis Emsland geht. In beiden Fällen hatte der Ketziner jeweils eine englische Firma eigens für den Zweck gegründet, die beiden betreffenden Grundstücke zu erwerben. Nun wollen die Kläger Anteile an den beiden Firmen haben, fühlen sich vom Beklagten hinters Licht geführt.

Im Fall von Güstrow handelt es um ein Haus, das kurz vor der Zwangsversteigerung stand und 2006 von einer der Firmen gekauft worden ist. Laut Kläger B. habe ihm der Beklagte zugesichert, dass er Anteile (Shares) in Höhe von 19 500 Euro an der Firma bekommt, die später an seine Kinder gehen sollten. 6000 Euro hatte ihm die Firma überwiesen. Jetzt will B. noch 14 000 dieser Shares haben. Er wirft dem Beklagten zudem vor, dass die Gesellschaft, deren Direktor der Ketziner ist, das Haus mit einem Wert von mehr als 70 000 Euro im Jahre 2012 gegen seinen Willen und dann auch möglicherweise unter Wert an einen anderen Eigentümer verkauft hat. Der Beklagte sagte, dass das Gebäude zu dem Zeitpunkt eine Ruine gewesen sei, Kläger B. bestreitet das.

Dass es 2006 entsprechende Vereinbarungen zwischen beiden gab, dafür allerdings fehlte der Richterin der Nachweis. „Das sind ganz viel heiße Luft und wenig Fakten und nichts, wozu ich Zeugen befragen könnte“, sagt sie.

Der Ketziner weist alle Vorwürfe zurück, wirft B. wiederum vor, sieben Jahre lang keine Miete bezahlt zu haben. Außerdem sei das Haus nichts mehr wert gewesen. Der Erlös aus dem Verkauf vor drei Jahren habe gerade mal die aufgelaufenen und von den Mietern – darunter B. – nicht bezahlten Betriebskosten gedeckt. Das Haus hätten sie nie rausgerückt. Seiner Ansicht nach sei aus der Firma ohnehin nichts mehr zu holen, sie stelle nach dem Hausverkauf nur noch eine leere Hülle dar.

Für das Haus in Surwold will der zweite Kläger H. ebenfalls Anteile haben. So habe er 2008 mit dem Beklagten vereinbart, dass ähnlich wie bei B. eine englische Firma das Haus erwirbt, wie er vor Gericht sagte. Dafür sollte er 20 000 Euro als Firmenanteile erhalten und für den Restwert zudem lebenslanges Wohnrecht. Jedoch blieb auch er der Richterin den Nachweis schuldig. Alles sei mündlich vereinbart, nichts schriftlich. Zeugen gibt es nicht. Er habe dem Beklagten vertraut, dass alles klappt, bekannte H. „Ansonsten hätte ich ja Haus und Grundstück verschenkt.“

Der Ketziner wiederum weiß von einer vereinbarten Mietfreiheit oder einer Verrechnung mit anderen Beträgen nichts: „Die Gesellschaft muss ja Miete nehmen“. In beiden Fällen beantragte er, dass die Klagen abgewiesen werden. Anfang März sollen die Verhandlungen fortgeführt werden. Kläger B. seinerseits will jetzt weitere Beweise für seine Version beibringen. Der Beklagte wiederum fühlt sich durch die Aussagen von B. verleumdet.

Im Jahre 2011 war der Beklagte vom Amtsgericht Nauen wegen Bedrohung verurteilt worden. Er hatte damals an H. entsprechende E-Mails verschickt, weil dieser keine Miete zahlte.

Von Andreas Kaatz

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