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Havelbus verzichtet auf Elektrobusse

Havelland Havelbus verzichtet auf Elektrobusse

Havelbus wird laut Geschäftsführer Mathias Köhler und Kreiswirtschaftsdezernent Andreas Ernst vorerst keine Elektrobusse anschaffen. Die Kosten seien zu hoch, sagte Ernst. „Das können wir dem Steuerzahler nicht aufhalsen. Am Ende muss es auch wirtschaftlich sein.“ Dennoch sieht sich das Unternehmen beim Klimaschutz gut aufgestellt.

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So viel CO 2 spart jeder Fahrgast auf zehn Kilometern.

Quelle: Philip Häfner

Havelland. Die Firma Havelbus wird nach Angaben von Geschäftsführer Mathias Köhler und dem zuständigen Kreiswirtschaftsdezernent Andreas Ernst vorerst keine Elektrobusse anschaffen. Man habe intensiv darüber nachgedacht, sagte Ernst, doch letztlich seien die Kosten zu hoch gewesen. „Das können wir dem Steuerzahler nicht aufhalsen. Am Ende muss es auch wirtschaftlich sein.“

Ein Elektrobus kostet laut Mathias Köhler rund 700 000 Euro und damit fast drei Mal so viel wie ein Modell mit Kraftstoffantrieb. Noch teurer seien Hybridfahrzeuge: Diese kosteten bis zu eine Million Euro. „Wenn Elektromodelle günstiger werden, dann werden wir sicher auch umsteigen“, betonte Ernst. Vorerst aber sei es wichtiger die Zahl der eingesetzten Busse zu erhöhen, als Vorreiter bei der Elektrotechnologie zu sein.

Ohnehin sieht man sich bei Havelbus in Sachen Klimaschutz gut aufgestellt. Ende des Monats bekommt das Unternehmen zehn neue Busse mit Euro-6-Norm geliefert – gegenüber den Vorgängermodellen sinkt dabei der Ausstoß von Rußpartikeln um 66 Prozent, der von Stickoxiden sogar um 80 Prozent. Geschäftsführer Mathias Köhler demonstrierte den Unterschied mit einem Papiertaschentuch: „Wenn Sie das vor den Auspuff halten, sehen Sie bei den neuesten Bussen keinen Schmutz mehr“, sagte er. Die neuen Fahrzeuge würden zudem weniger Kraftstoff als die alten verbrauchen.

In den vergangenen beiden Jahren hat Havelbus damit nun rund ein Viertel seiner Flotte ausgetauscht. „Wir haben mit die modernste Flotte im Land Brandenburg“, sagte Dezernent Andres Ernst. 3,5 Millionen Euro hat sich der Landkreis die Modernisierung in diesem Jahr kosten lassen; 2015 waren bereits vier Millionen geflossen – laut Ernst „gut angelegtes Geld“. Vorher hatte es aber auch einen Investitionsstau gegeben, weil sich die Spaltung von Havelbus angedeutet hatte und der frühere Mitgesellschafter, der Landkreis Potsdam-Mittelmark, aus diesem Grund kein Geld mehr in die Hand nehmen wollte. Die Verkehrsgesellschaft war zum 1. Januar 2015 geteilt worden, seitdem geht das Havelland eigene Wege.

Zum Fuhrpark von Havelbus gehören 89 Fahrzeuge, davon sind 81 Prozent mit grüner Plakette unterwegs. „Busfahrer sind Klimahelden“, sagte Andreas Plessow, Personal-Trainer des Unternehmens, zu Schülern der Nauener Regenbogen-Grundschule. Diese hatten am Donnerstag im Vorfeld des Deutschland-Tages des Nahverkehrs am 16. September und der Europäischen Woche der Mobilität an einer Testfahrt in einem Bus der neuesten Generation zum MAFZ-Erlebnispark nach Paaren im Glien teilgenommen. Ziel der Kampagne ist es den Bus nicht nur als tragende Säule der Mobilität, sondern vor allem auch als wirksames und unverzichtbares Instrument für den Klimaschutz darzustellen. Oder wie es Andreas Plessow formulierte: „Den Bus zu fördern, heißt in die Zukunft investieren.“ Am Ende der Fahrt erhielt jeder Schüler einen „CO2-Sparsack“, der symbolisch das eingesparte Kohlenstoffdioxid darstellen sollte, in Form von Sonnenblumenkernen. Auf ihrer zehn Kilometer langen Tour waren es für jeden Schüler allein 660 Gramm.

Von Philip Häfner

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