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Havelländer Filmfans bei der Berlinale

Zeit für Popcorn Havelländer Filmfans bei der Berlinale

Für Kinofreunde sind es die schönsten Wochen des Jahres: In Berlin finden in diesen Tagen die Filmfestspiele statt. Mit dabei sind auch viele Havelländer, einige von ihnen sogar beruflich. Sie berauschen sich an der Berlinale, während die Kinos der Region das Festival eher gleichgültig betrachten.

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Filmfan: Juan, 10 Jahre, vor dem Falkenseer Ala-Kino.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland/Berlin. Gabriele Wegener hat wenig Zeit. „Ich muss mir noch die Wimpern tuschen“, sagt die Brieselangerin. Sie wolle schließlich ordentlich aussehen, wenn sie zur Berlinale fährt, „auch wenn es im Kino dunkel ist“.

Auch in diesem Jahr betreut Gabriele Wegener während der Berliner Filmfestspiele wieder zwei Kinos im „Cubix” am Alexanderplatz – dort werden Beiträge aus der Sektion Forum gezeigt. Mit ihren Mitarbeitern ist die 70-Jährige noch bis Sonntag für den reibungslosen Ablauf in den Kinos verantwortlich. „Das beginnt schon vor der Vorstellung, bei der Kontrolle, ob der richtige Film mit den richtigen Untertiteln und im richtigen Format bereitliegt. Wir prüfen, ob im Saal die Handmikrofone in Ordnung sind, denn gleich nach Filmende gibt es Gesprächsrunden mit Regisseuren und Darstellern. Das sind oft nur Kleinigkeiten, aber funktioniert eine nicht, kann der ganze straffe Zeitplan ins Wanken geraten.“ Gabriele Wegener vergleicht die Berlinale gerne mit einem Eisberg. Tausende Menschen seien damit beschäftigt das Festival in Gang zu halten, „aber im Fernsehen sieht man immer nur die Spitze.“

Die Brieselangerin ist nicht die einzige im Havelland, die sich vom Berlinale-Fieber anstecken lässt. Schon die Jüngsten sind begeisterte Kinogänger. Am Dienstag besuchten zwei Klassen der Otto-Lilienthal-Grundschule in Wustermark die Berlinale – einhellige Meinung: „Es war ganz toll!“

Einige wie der Falkenseer Regisseur Edzard Onneken nutzen die Berlinale auch als Kontaktbörse für küntige Projekte. Nebenbei schaut er so viele Filme wie möglich. Sein bisheriger Lieblingsfilm in diesem Jahr: der italienische Wettbewerbsbeitrag „Fuocoammare“ über den Alltag auf der Insel Lampedusa, wo fast täglich neue Flüchtlinge anlanden. Auch für die Falkenseer Filmemacherin Heide Gauert sind die Festspiele eine gute Gelegenheit, um sich mit Kollegen auszutauschen. Am Sonntag war sie auf der Verleihung des „Paula“-Filmpreises, mit der Künstler ausgezeichnet werden, die sich zuerst in der DDR und später um den gesamtdeutschen Film verdient gemacht haben. In diesem Jahr ging der Preis an Manfred Krug. „Es war eine sehr schöne Veranstaltung“, sagt Heide Gauert. Vergeben wird der Preis vom Progress-Filmverleih, mit dem auch Gauert schon häufig zusammengearbeitet hat. „So bin ich wohl auf der Gästeliste für die ,Paula’ gelandet“, sagt sie.

Günter Röhn ist ebenfalls in Filmbranche tätig. Der Falkenseer arbeitet als Geräuschemacher, ein von ihm vertonter Film („Hello, I am David“ läuft aktuell im Kino. Zur Berlinale geht er dieses Jahr nicht – „zu viele Projekte.“ Ohnehin würde er nicht wie die Stars über den roten Teppich laufen, sondern müsste sich wie jeder normale Besucher um Karten bemühen. „Geräuschemacher stehen im Hintergrund, dabei wäre ein Film ohne uns nur halb so viel wert.“

Nicht viel zu spüren von Berlinale-Euphorie ist an den Kassen der Havelländer Kinos. Es kämen nicht mehr Gäste als sonst, erzählt eine Mitarbeiterin des Ala-Kinos in Falkensee. Auch die Chefin des Rathenower Haveltorkinos, Christl Schneewind, sieht keinen Zusammenhang zwischen den Filmfestspielen und den Besucherzahlen. Sie meint: „Für die Filmschaffenden ist die Berlinale wichtiger als für die Kinobetreiber.“

Von Philip Häfner

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