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Havelländerin zu Besuch in Gambia

Rathenow Havelländerin zu Besuch in Gambia

Die Göttlinerin Elke Dartsch reiste im März nach Gambia. Dort hat sie ein Hilfsprojekt besucht, das mittlerweile auch von vielen Havelländern unterstützt wird. Mehr als 180 Orangenbäume konnten Dank der Spenden aus dem Havelland in dem Dorf Kitty angebaut werden. Elke Dartsch wollte wissen, was aus den Bäumen geworden ist.

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Schon die Kleinsten helfen in Kitty im Garten mit. Quelle: Privat

Göttlin/Kitty. Eigentlich ist das Dorf Kitty in Gambia weit weg, um genau zu sein 6363 Kilometer. Aber nicht nur geografisch, auch kulturell liegen zwischen dem Havelland und dem westafrikanischen Ort Welten. Und dennoch fühlen sich einige Rathenower den Menschen in Kitty inzwischen verbunden. Mehr als 180 Orangenbäume haben die Havelländer in den letzten Monaten für Familien in Kitty gespendet, dazu jede Menge Verbandsmaterial, Schuhe, Hefte, Stifte und vieles mehr, was dringend gebraucht wird.

Dass all das tatsächlich in Kitty angekommen ist, dafür hat Elke Dartsch aus Göttlin gesorgt. Als Mitglied des Fördervereins Spatzennest unterstützt sie seit nunmehr einem Jahr den Verein Hand in Hand. Dessen Mitglieder arbeiten mit den Menschen in drei gambischen Dörfer zusammen und helfen ihnen, sich eine Existenz aufzubauen. „Die viel beschworene Hilfe zur Selbsthilfe wird hier mit Herz und Verstand umgesetzt“, sagt Elke Dartsch. Sie muss es wissen, denn im März reiste sie selbst mit einem Koffer voller Spenden nach Kitty.

Die Orangenbäume der Rathenower gedeihen prächtig

„Ich bin eigentlich ohne Erwartungen nach Gambia geflogen. Ich wollte mir einfach nur ein Bild vor Ort machen, ganz objektiv. Aber nach 24 Stunden war es mit der Objektivität vorbei“, gesteht die 53-Jährige. Die Atmosphäre, die Menschen, das Engagement der Helfer - all das hat sie berührt und mitgerissen. „Die Herzlichkeit der Menschen dort nimmt dich sofort gefangen“, so Dartsch. Als sie in Kitty ankam, führte ihr erster Weg auf das Feld, das Dorfbewohner gemeinsam mit Vereinsmitgliedern in einen großen Garten verwandelt haben.

„Als ich sah, wie die Frauen ihre Beete pflegen, die Kinder die Pflanzen gießen und die vielen Orangenbäume, die Menschen aus meiner Heimat gespendet haben, stiegen mir die Tränen in die Augen. Dort steht jetzt tatsächlich ein Stück Rathenow.“ Wenngleich die Bäume noch keine Früchte tragen, sie gedeihen prächtig und werden künftig Teil der Lebensgrundlage für die Familien in Kitty sein.

Längst nicht alle Hilfsprojekte halten, was sie versprechen

Elf Tage hatte die Havelländerin Zeit, um das Land und die Menschen kennenzulernen. Die Eindrücke zu verarbeiten, dürfte weitaus länger dauern. Fließendes Wasser, Strom und ein voller Kühlschrank, all das und vieles mehr, kennen die Menschen in Kitty nicht. Dank der Hilfe aus Deutschland, konnten sie sich aber inzwischen einen Garten inklusive Bewässerungsanlage und Solarfeld aufbauen, in ihre Schulen investieren und immer mal wieder die medizinischen Vorräte aufstocken. Rund einhundert Menschen ernährt der neue Garten in Kitty. Die Familien, die eines der begehrten Beete bekommen haben, sind zugleich verpflichtet, die Bäume und Pflanzen zu pflegen, die als Einnahmequelle für die Dorfgemeinschaft dienen.

„Natürlich ist das erst einmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist ein Anfang“, sagt Elke Dartsch. Eine Erkenntnis, die sie selbst erst nach einigen Tagen annehmen konnte. Wie wichtig die Arbeit des Hand-in-Hand-Vereins ist, wurde ihr auch klar, als sie sah, dass längst nicht alle Hilfsprojekte wirklich helfen. Einige starten mit viel Ehrgeiz, brechen dann aber plötzlich alles ab und lassen die Menschen vor Ort im Stich. Andere bringen die Familien mit ihrer Hilfe in eine Abhängigkeit, so Dartsch.

Elke Dartsch berichtet in der Stadtgalerie von ihrer Reise

Um das zu verhindern, verfolgt Kerstin Gebhardt, die Vorsitzende von Hand in Hand, strikt ihr eigenes Konzept. Der Verein schafft zum Beispiel die Grundlagen für den Gartenanbau, schiebt neue Projekte an wie aktuell den Bau eines Geräteschuppens. Sie schauen immer mal wieder nach dem Rechten, aber die Menschen vor Ort verwalten alles selbst. Ziel ist es, dass sie später ohne fremde Hilfe auskommen. „In Entscheidungen mischt sich der Verein ganz bewusst nicht ein“, betont Dartsch. Angesichts des Hungers und der Hoffnungslosigkeit, ist ihr klar, warum Menschen ihr Land verlassen. Dass zu ändern, dazu hat Rathenow einen Teil beigetragen.

Am 3. Mai haben interessierte Bürger die Möglichkeit, mehr über das Hilfsprojekt in Kitty zu erfahren. Um 18 Uhr erzählt Elke Dartsch in der „Stadtgalerie“ des Karl Mertens Kunstvereins in der Berliner Straße 1a von ihrer Reise und zeigt dazu zahlreiche Bilder.

Von Christin Schmidt

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