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Havelländische Wirtschaft optimistisch für 2016

Unternehmen auf Expansionskurs Havelländische Wirtschaft optimistisch für 2016

Die Betriebe im Havelland gehen überwiegend optimistisch ins neue Jahr. Das hat eine Umfrage der MAZ bei Unternehmen sowie Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer (IHK) ergeben. Etliche Firmen wollen sich erweitern oder planen Neueinstellungen. Kritisch sehen viele Unternehmer die wachsende Bürokratie.

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Michael Rempt bei der Einrichtung einer der Laserschweißanlagen bei Photon in Wansdorf.

Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke

Havelland. Die Betriebe im Havelland gehen überwiegend optimistisch ins neue Jahr. Das hat eine Umfrage der MAZ bei Unternehmen sowie Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer (IHK) ergeben. „Die Lage ist gut, die meisten Betriebe haben bis Ostern schon gut gefüllte Auftragsbücher“, sagt Claudia Seeligmann, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

„Trotz des derzeitigen Schmuddelwetters scheint bei uns die Sonne“, sagt zum Beispiel Ulf Sauerwald, Betriebsleiter der Firma Wirthwein in Nauen, die unter anderem Kunststoffkomponenten für die Automobilbranche hergestellt. „Die Stückzahlen der Modelle, zu denen wir etwas beisteuern, steigen exorbitant“, berichtet er. „Wir sehen dem Jahr 2016 deshalb sehr positiv entgegen.“ Bereits im vergangenen Jahr brummte das Geschäft bei Wirthwein, so dass das Unternehmen rund 50 neue Mitarbeiter fest einstellen konnte. Es läuft so gut, dass die Firma gerne erweitern würde. „Am Standort Nauen sind jedoch leider keine weiteren Flächen vorhanden“, sagt Sauerwald.

Auch das Unternehmen J & S Automotive Technology, ein Automobilzulieferer mit Sitz in Wustermark, wird expandieren. Für 2016 ist der Ausbau des Werks im Güterverkehrszentrum (GVZ) anvisiert. „Unsere Kapazitäten werden sich dadurch fast verdoppeln“, erklärt Geschäftsführer Norbert Janz. Im Zuge des Ausbaus in Wustermark sollen rund 100 Mitarbeiter neu eingestellt werden. Für 2017 ist der Aufbau eines zweiten Standorts in den USA geplant, 2018 will die Firma ein Werk in China eröffnen. „Mit diesen Expansionen planen wir ab 2020 einen Umsatz von über 100 Millionen Euro“, sagt Janz. „Durch neue Produkte und effizientere Produktionsabläufe werden wir unsere Profitabilität weiter steigern.“

Der Stammsitz bleibt auch künftig in Wustermark. „Wir halten Deutschland für einen sehr guten Wirtschaftsstandort, der auch in Zukunft aufgrund seiner Infrastruktur und Ausbildung von jungen Menschen der wichtigste Standort bleiben wird“, so Janz.

Die Gerätetechnik Brieselang GmbH richtet den Blick ebenfalls ins Ausland. Nach dem Umzug nach Nauen im vergangenen Jahr wolle man 2016 die Aktivitäten im Ausland ausweiten, berichtet Geschäftsführer Andreas Rohrschneider. Schon jetzt gibt es erste Kontakte nach China. Außerdem plant das Unternehmen eine Verjüngung der Belegschaft und will dazu in diesem Jahr ein paar junge Ingenieure einstellen.

Claudia Seeligmann von der Handwerkskammer befürchtet jedoch, dass die Nachwuchsgewinnung in Zukunft schwieriger werden wird. „Das Leistungsniveau der Schüler, die eine Ausbildung im Handwerk beginnen, sinkt weiter. Teilweise sind die Leistungen mangelhaft“, konstatiert sie.

Für die Betriebe im Havelland gilt das nicht. Was dort produziert wird, ist bundesweit gefragt. Die Photon Laser Manufacturing GmbH aus Wansdorf etwa hat bereits mit Großunternehmen wie RWE, Bombardier und der Telekom zusammengearbeitet. Aktuell entstehen dort unter anderem Teile für den ICE 4 der Deutschen Bahn. „Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist gut“, berichtet Vertriebsleiter Thomas Fittkau. Der Umsatz des Vorjahres – 12,7 Millionen Euro – soll 2016 noch einmal gesteigert werden.

Fittkaus Wunsch: weniger Bürokratie. „Der Bedarf an statistischen Daten steigt ständig“, klagt er. Norbert Janz von J & S pflichtet ihm bei: „Das bindet Ressourcen und schränkt unser Wachstum damit leicht ein“, sagt er. Janz äußert sich zudem „sehr besorgt“ über die aktuell veränderte Sicherheitslage in Deutschland.

Von Philip Häfner

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