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Havelland-Bauern warten auf EU-Mittel

Ausgleichszahlungen verzögern sich Havelland-Bauern warten auf EU-Mittel

Nach dem niedrigen Milchpreis müssen viele landwirtschaftliche Betriebe im Havelland jetzt einen weiteren Tiefschlag hinnehmen: Die Ausgleichszahlungen aus dem Kulturlandschaftsproframm der EU verzögern sich.

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Im Dienste des Naturschutzes: Die Pistenraupe sinkt beim Mähen feuchter Wiesen nicht ein.

Quelle: Stefan Specht

Havelland. Die finanzielle Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe im Havelland wird immer kritischer. Nachdem der Milchpreis auf ein Rekordniveau gesunken ist, müssen nun die Bauern auch „auf ihnen gesetzlich zustehende Ausgleichszahlungen aus dem Kulturlandschaftsprogramm für 2015 warten, was für einige existenzbedrohend ist“, sagt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland Johannes Funke. Dabei gehe es für die Betriebe um Summen, die sich im fünf- bis sechsstelligen Bereich bewegen. Das Geld bekommen die Betriebe, die auf Grünflächen bestimmte Naturschutzaspekte berücksichtigen und Auflagen wie verspätetes Mähen erfüllen müssen. „An diesem Förderprogramm hängen mehr als 100 Betriebe im Landkreis“, so Funke.

Die Ausgleichszahlungen (Kulap-Mittel) erhalten die Landwirte von der EU, das Land Brandenburg koordiniert die Vergabe und der Landkreis weist die Zahlungen an. Eigentlich hätten die Mittel bis spätestens 30. Juni ausgezahlt sein müssen, doch jetzt kündigte das Landwirtschaftsministerium an, dass sich alles wegen einer Softwarepanne verzögern werde (MAZ berichtete). Betroffen sind auch Ökolandwirte, weil Ökoprämien ebenfalls nicht ausgezahlt würden“, sagt Johannes Funke. In den zurückliegenden Jahren erfolgte die Zahlung im März oder April.

„Allein am Freitagmorgen haben sich fünf größere Landwirtschaftsbetriebe, die mit Milchproduktion und Rinderhaltung zu tun haben und auch auf die Kulap-Mittel angewiesen sind, bei mir gemeldet, ihre Situation geschildert und um Rat gefragt“, sagt der Kreisbauernverbandschef. Die Situation sei dramatisch, denn es gehe um viele Arbeitsplätze und Tiere“. Die Betriebsleiter müssen die Angestellten bezahlen und die Betriebskosten aufbringen. „Es bleiben nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder es müssen neue Kredite aufgenommen werden, wenn es die für Landwirte überhaupt noch gibt. Oder die Konten werden überzogen, was allerdings hohe Zinsen nach sich zieht“, so Funke.

Wann die Schwachstellen im Software-Programm für die Kulap-Mittel beseitigt sind, könne heute noch niemand sagen. Johannes Funke hofft für die havelländischen Betriebe, dass umgehend ausgezahlt wird.

Von Jens Wegener

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