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Havelland Zwei Waffen-Funde innerhalb von zehn Tagen
Lokales Havelland Zwei Waffen-Funde innerhalb von zehn Tagen
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00:30 22.05.2015
Quelle: Peter Geisler (Archiv)
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Havelland

Als Klaus Gottschalk vor einigen Tagen die Zeitung aufschlug und las, dass ein Falkenseer Sportschütze illegal Waffen gesammelt hatte, da ahnte er schon, was das für die Zunft der Schießsportler bedeuten würde. "Jetzt werden wir wieder in eine Ecke gedrängt", sagt der zweite Vorsitzende der Schützengilde Friesack, zugleich Bürgermeister der Stadt. Dabei seien längst nicht alle Sportschützen Waffennarren. "Wir sprechen deshalb auch nicht von Waffen, sondern lieber von Sportgeräten", so Gottschalk.

In den vergangenen zwei Wochen waren im Havelland gleich zwei Fälle von illegalem Waffenbesitz bekannt geworden. Am 7. Mai nahm die Polizei den bereits erwähnten 67-jährigen Sportschützen aus Falkensee vorläufig fest, der in seinem Wohnhaus unter anderem eine Maschinenpistole gelagert hatte, für die er keine Genehmigung besaß. Am Herrentag rückten die Beamten dann nach Ribbeck aus, nachdem dort ein 31-Jähriger betrunken mit einem mutmaßlich scharfen Karabinergewehr herumgefuchtelt hatte. In seiner Wohnung fand die Polizei weitere illegale Waffen, darunter einen scharfen Granatzünder. Der Mann soll mit Metalldetektoren nach Weltkriegsmunition suchen, die Funde aber nicht melden. Damit hat er möglicherweise auch gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen.

Nach Aussage von Polizeisprecherin Jana Birnbaum von der Direktion West ist die Häufung der Waffendelikte allerdings ein Zufall. Einen Trend beobachte die Polizei nicht. Die meisten Waffenbesitzer verhielten sich korrekt. "Es gibt keinen Grund zur Panik. Im Havelland herrschen keine amerikanischen Verhältnisse."

Jede Waffe muss bei der Polizei angemeldet werden, auch solche, die nicht mehr funktionstüchtig sind - für sie braucht es eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Die meisten Schusswaffen befinden sich laut Jana Birnbaum im Besitz von Sportschützen und Jägern. Sie werden in speziellen Schränken aufbewahrt, wobei Waffe und Munition getrennt gelagert werden. Mindestens alle drei Jahre überprüft die Polizei, ob die Regeln eingehalten werden. Bei Verstößen kann die Waffenbesitzkarte eingezogen werden. Das gilt auch, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit des Waffenhalters bestehen, zum Beispiel wegen Trunkenheit am Steuer.

Gegen illegalen Waffenbesitz in ihren Reihen könnten die Sportschützen selbst nichts unternehmen, sagt Klaus Gottschalk: "Jede Waffe, die am Schießstand benutzt wird, muss eingetragen sein. Was womöglich darüber hinaus beim Schützen zu Hause illegal lagert, bekommt niemand mit."

Von Philip Häfner

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