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Havelland Havelland Kliniken bauen Notfallversorgung um
Lokales Havelland Havelland Kliniken bauen Notfallversorgung um
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08:03 14.07.2018
In der Körnerstraße ecke Wilmsstraße kam es in Dallgow am SonntagvormiIm Havelland werden an beiden Krankenhäusern – uin Rathenow und Nauen – Notfallaufnahmen gebraucht, um zum Beispiel Unfallverletzte schnell versorgen zu können. Quelle: Julian Stähle
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Rathenow

Dorit Zahn hat sich mit Babett Dietrich zwei Karten des Landkreises Havelland ausgedruckt. Die Verwaltungsleiterin der Klinik mit Standorten in Rathenow und Nauen will mit den Karten demonstrieren, wie wichtig die Rettungsstellen in den beiden Krankenhäusern sind.

Station einer Sommerreise

Am Freitag war die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) zu Gast in der Rathenower Klinik. Die bundesweit veröffentlichten Pläne, Rettungsstellen an Krankenhäusern zu schließen, können die Repräsentanten der Havelland Klinik nicht nachvollziehen.

Eine der beiden Karten zeigt, wie lange es dauert, bis eine Klinik erreicht wird, wenn die Notfallversorgung in Rathenow nicht geschlossen wird, wenn sie also am Netz bleibt. Abgesehen von der Region um Friesack ist ein Verletzter innerhalb von rund 20 Minuten in einer Klinik.

Dorit Zahn plädiert für den Erhalt der Notaufnahe in Rathenow und Nauen. Quelle: Joachim Wilisch

Ganz anders sähe es aus, wenn die Notfallversorgung in Rathenow zur Disposition steht: 40 Minuten kann es dann schon dauern, bis in den Weiten des Kreises Havelland die nächste Notaufnahme erreicht ist.

Weite Wege im Kreis

„Das ist definitiv zu lang“, sagt der stellvertretende Leiter der Klinik, Stefan Lenz. Und Babett Dietrich, die bei den Havelland Kliniken für Unternehmenskommunikation ergänzt: „Wir haben es im Landkreis Havelland ja bereits jetzt mit weiten Wegen zu tun.“ Babett Dietrich befürchtet für den Fall, dass es die Notaufnahme Rathenow nicht mehr gibt eine „völlige Unterversorgung“.

Für den Klinikstandort Rathenow ist die Notaufnahme auch deshalb wichtig, weil ein großer Teil der Patienteneinweisungen von der Rettungsstelle her erfolgt. „Das ist unser wichtigster Einweiser“, sagt Dorit Zahn. Insofern könne man sich den Klinikstandort ohne Notfallversorgung gar nicht vorstellen.

Die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher (Bündnis90/ Die Grünen). Quelle: Bernd Settnik

Ursula Nonnemacher denkt, dass das Thema im Herbst im Landtag wieder auf den Tisch kommt. „Vorerst gibt es eine Aussage aus dem Gesundheitsministerium, dass brandenburgische Notaufnahmen kaum betroffen wären.“

Die Havelland Kliniken wollen jetzt ihre Notfallversorgung umbauen. Ein Stufenmodell mit Basisversorgung und erweiterter Notfallversorgung. Die Basisversorgung wäre am Klinikstandort Rathenow gewährleistet und beinhaltet eine angemessene und gute Versorgung der meisten Notfälle, die stationär behandelt werden müssen. In Nauen würde dagegen die Versorgung für fast alle Notfallarten gewährleistet sein.

Rettungsdienst wird verbessert

Neben der Umstrukturierung der Notfallversorgung wird auch der Rettungsdienst weiter optimiert. „Wir sehen uns Einsatzkonzepte an und wollen die Quote der Hilfefristerfülling verbessern“, sagte Dorit Zahn. Und wichtig, so Stefan Lenz, sei auch die Digitalisierung in der Notfallmedizin.

Ein zweites Thema, über das bei dem Besuch der Landtagsabgeordneten am Freitag ausführlich gesprochen wurde, war der Fachkräftemangel. Insbesondere bei Hebammen gebe es durchaus Engpässe, die man nur mit viel gutem Willen überbrücken könne, sagt Dorit Zahn. Mit der eigenen Schule, die zu einem Ausbildungszentrum für Gesundheit und Pflege im Havelland ausgebaut wird, soll dem Mangel bei den Pflegerinnen und Pflegern entgegengewirkt werden.

Die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher (Grüne) besuchte die Havelland Klinik in Rathenow. Von links Dorit Zahn (Verwaltungsleiterin), der stellvertretende ärztliche Leiter Stefan Lenz, Ursula Nonnemacher und Babett Dietrich (Unternehmenskommunikation Quelle: Joachim Wilisch

Bei den Ärzten ist an beiden Klinik-Standorten das Interesse groß, die Ausbildung im praktischen Jahr abzuschließen. Die Havelland Kliniken sind in Verbindung mit der Charité Berlin ein akkademisches Lehrkrankenhaus. „Natürlich hoffen wir, dass es gelingt den einen oder anderen Arzt an uns zu binden“, sagte Dorit Zahn.

Manchmal Vorbehalte

Beliebt ist die Havelland Klinik auch für Ärzte aus dem Ausland. Allerdings erfuhr Ursula Nonnemacher, dass es zumindest in Rathenow immer wieder mal Vorbehalte deutscher Patienten gegenüber ausländischen Ärzten gibt. „Dabei sind das hoch qualifizierte Mediziner“, sagte Stefan Lenz. Problematisch sei in dem Zusammenhang auch immer wieder, die bürokratischen Hindernisse – auch mit Ausländerbehörden – zu überwinden.

Von Joachim Wilisch

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