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Havelland Neue OP-Tische für dicke Patienten
Lokales Havelland Neue OP-Tische für dicke Patienten
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02:15 13.02.2016
Die Chirurgen Stefan Lenz, Britt Hinneburg und Lutz Endler (von links) an einem der neuen OP-Tische. Die Fuß- und Kopfteile lassen sich separat bewegen. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow/Nauen

Größer, stärker, flexibler und sicherer. Die Havelland-Kliniken haben dieser Tage die Modernisierung all ihrer OP-Säle in den beiden Häusern Nauen und Rathenow abgeschlossen. Der Kernpunkt das Ganzen war die Einführung neuer OP-Tische. Die angeschafften Systeme machen es den Chirurgen nun möglich, deutlich schwerere Patienten als früher zu operieren. Es lassen sich größere Arbeitsbereiche erschließen. Die neuen Tische lassen sich zudem sehr flexibel einstellen, um die Patienten für eine größtmögliche Menge an OP-Arten optimal zu positionieren. Nicht zuletzt bieten die Tische mehr Komfort und Lagesicherheit für die Patienten.

Die ersten stark übergewichtigen Patienten operiert

„Nach dem Abschluss der technischen Neuausstattung“, sagt Stefan Lenz, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (viszeral = den Bauch betreffend), „haben wir den neusten Stand erreicht, was die Viszeralchirurgie betrifft.“ Nachdem Britt Hinneburg im vergangenen Jahr als Oberärztin in Rathenow begonnen habe, könne auch hier das gesamte Spektrum der Bauchchirurgie angeboten werden. Die Einführung der neuen Technik habe es möglich gemacht, berichtet Stefan Lenz, dass im Januar nun in Rathenow die ersten stark übergewichtigen Patienten erfolgreich operiert werden konnten.

Lutz Endler, Chefarzt der Klinik für Traumatologie und Orthopädie, weist darauf hin, dass die neuen OP-Tische für die Patienten jetzt mehr Komfort und Sicherheit bieten. Die Unterlage sei nicht zu hart und nicht zu weich. Die Lagerung der zu operierenden Personen sei sehr stabil. Diesen Dingen komme große Bedeutung zu, erklärt er, da die Patienten während der Operationen bekanntlich bewusstlos seien. Den OP-Tischen könnten außerdem durch einfache Handgriffe verschiedene Zusatzteile angesetzt werden, beispielsweise für Eingriffe an der Hand. Es sei aber auch relativ einfach möglich, von den Tischen einzelne Teile zu entfernen, was etwa für Operationen an der Schulter sinnvoll sei.

Vermutlich durch Film und Fernsehen bedingt, haben Laien meist die Vorstellung, dass Patienten in der Regel in Rückenlage operiert werden. Das sei in der Praxis bei Weitem nicht immer so, erklären die Chirurgen der Havelland-Kliniken. Je nachdem, um was es gehe, würden die Patienten auch sitzend oder stehend, in Seiten- oder Bauchlage oder in Positionen operiert, in den der Tisch gekippt werde. Bei OPs am Bauch etwa würden die Menschen relativ oft in Richtung ihres Kopfes bzw. ihrer Füße gekippt – je nachdem, in welche Richtung die Bauchorgane durch die Schwerkraft wandern sollen, damit Raum zum Operieren entsteht.

Tragfähigkeit von 160 auf 350 Kilogramm erhöht

Die Havelland-Kliniken haben für die Modernisierung ihrer OP-Säle insgesamt 886 000 Euro ausgegeben.

Es kommen immer mehr Patienten mit hohem Körpergewicht. Deshalb war es wichtig, dass die Tragkraft der OP-Tische von 160 auf 350 Kilogramm erhöht worden ist.

Des bedeutet: Menschen mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm können operiert werden.

Angeschafft wurden auch OP-Tische aus Karbon. Patienten, die darauf liegen, können während des Eingriffs viel besser geröntgt werden, als wenn sie auf einem Metallgestell liegen würden.

Gut die Hälfte aller Eingriffe am Bauch wird in den Havelland-Kliniken übrigens minimalinvasiv (also mit „Schlüsselloch-Chirurgie“) ausgeführt, wofür durch passgenaues Kippen die freien Räume zum Arbeiten im Bauch geschaffen werden müssen. Die neuen OP-Tische haben für solche und ähnliche Zwecke sogar eine Memory-Funktion. Die Mediziner können die Unterlage zunächst probeweise in die beste Lage bringen, Position abspeichern, den Tisch zurück fahren, Patienten bereit für die OP machen und schließlich per Knopfdruck das ganze System automatisch in die vorgemerkte Lage fahren lassen. Schneiden müssen die Chirurgen aber immer noch selbst.

Von Bernd Geske

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