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Havelland Naturparkleitung und Landwirte im Dialog
Lokales Havelland Naturparkleitung und Landwirte im Dialog
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02:16 17.03.2018
Wie sollen die havelländischen Landwirte wirtschaften? Konventionell oder bio – darum ging es bei einem Treffen. Quelle: Norbert Stein
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Die Diskussion war vielfältig, anregend und zeitweilig auch kontrovers beim ersten Dialog zukunftsfähige Landwirtschaft im Naturpark Westhavelland. Eingeladen hatte die Naturparkverwaltung Westhavelland. Teilgenommen haben Landwirte aus etwa 30 Betrieben.

Der Wunsch nach dem Miteinander

„Der tiefe Wunsch nach einem Miteinander von Landwirtschaft, Umwelt und Natur ist zunehmend spürbar in der Öffentlichkeit“, eröffnete Ilona Langgemach, Leiterin der Naturparkverwaltung, die Veranstaltung. Einen gesunden Boden nannte sie als Produktionsgrundlage für gesunde Nahrungsmittel aus regionalem Anbau. Der Naturpark biete dafür sicher günstige Voraussetzungen, sagte Ilona Langgemach und hätte dabei auch gerne ein Vorstandsmitglied des Kreisbauernverbandes Havelland an ihrer Seite gesehen. Der Kreisbauernverband wollte die Veranstaltung mit ausrichten, habe sich aber zurückgezogen, so Ilona Langemach.

Das Thema im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Dialogs stand das Thema „Die Betriebsumstellung auf ökologische Landwirtschaft - eine Perspektive im Naturpark“. Zunächst sorgte Demeter-Berater Jan Löning von der Bäuerlichen Gesellschaft in Lüneburg für Impulse. „Auch wenn der Anteil biologisch erzeugter Erzeugnisse am Gesamtlebensmittelumsatz erst 4,8 Pozent beträgt ist die Branche im Aufwind“, sagte Jan Löning.

Jan Löning, Dementer - Berater aus Lüneburg, erläutert Rahmenbedingungen für die ökologische Landwirtschaft. Quelle: Norbert Stein

Die jährliche Zuwachsraten würden bei zehn Prozent liegen. In seinen weiteren Ausführungen erläuterte er Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für den Umstieg von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft. Praktische Erfahrungen lieferte Timo Wessels aus Kloster Lehnin/Damsdorf. Er hat vor einigen Jahren mit der traditionellen Landwirtschaft aufgehört und bewirtschaftet seinen Betrieb nun als „Biohof zum Mühlenberg“.

Ein Angebots-Mix macht’s

Bio-Milch, Milchtankstelle, Weiderinder, Hofladen und Pferdetourismus sichern ihm ein Einkommen, das etwas über den vorherigen Betriebserlösen liegt. Timo Wessels machte aber deutlich, dass auch die biologische Landwirtschaft straffes Wirtschaften erfordert und nicht von Wunschvorstellungen lebt. Die Umstellung der Milchproduktion von 550 Kühen habe 300 000 Euro gekostet, erläuterte er. Geld, das nun mit einem Milchpreis von rund 55Cent pro Kilo Bio-Milch wieder erwirtschaftet werden muss. Dazu muss er sieben mal Grasschnitt ernten. Nur so könne er eine wesentliche Futterbasis für die Tiere sichern.

Nur zwei Mal im Naturpark

Die im Naturpark Westhavelland wirtschaftende Landwirte ernten lediglich ein oder zwei Schnitte. Auf die Wiesen in Schutzgebieten können sie zumeist erst nach dem 15. Juni. Dafür sind sie Verträge eingegangen, die ihnen Ausgleichszahlungen sichern, auch zur Kulturlandschaftspflege. „Der Naturschutz erschwert landwirtschaftliche Arbeit“, sagte Christian Liepe aus Mützlitz und forderte eine Lockerung der Verträge.

Auch Thomas Richter aus Damme forderte mehr Flexibilität zum Vertragsnaturschutz als Voraussetzung für eine biologische Landwirtschaft. Peter Haase von der Naturparkverwaltung hat dafür durchaus Verständnis. „Allerdings haben die Verträge Gesetze zur Grundlage, die man nicht umgehen kann.“

Und die anderen Auswirkungen?

Neben der Bewirtschaftung der Flächen bewegen die Landwirte vor allem die ökonomischen Auswirkungen einer Umstellung auf Öko-Basis. Dazu hatten Enrico Voigt, Detlef Eichstädt, Thomas Große Rüschkamp und weitere Landwirte zahlreiche Fragen, auf die es keine abschließenden Antworten gab. Bewirkt hat die Veranstaltung, dass nun weiter über ökologischen Landbau nachgedacht wird. Und klar geworden ist auch: Landwirte und Naturparkverwaltung müssen weiter im Dialog bleiben.

Von Norbert Stein

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