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Havelland-Lehrerpreis geht an Ute Kurow

Bildung Havelland-Lehrerpreis geht an Ute Kurow

Ute Kurow von der Pestalozzischule in Rathenow hat am Montagabend in der Potsdamer Staatskanzlei den Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreis für den Kreis Havelland bekommen. Sie unterrichtet Deutsch, Mathe und Musik. Ausschlaggebend für ihre Ehrung war, dass sie die sonderpädagogische Beratungsstelle „Hören“ für den Kreis leitet.

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Ute Kurow bei der Arbeit mit der Schülerband der Pestalozzischule.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsminister Günter Baaske (beide SPD) haben am Montagabend in der Potsdamer Staatskanzlei die diesjährigen Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreise an 19 ausgewählte Fachkräfte aus dem ganzen Land vergeben. Der Preis für den Kreis Havelland ging an Ute Kurow von der Pestalozzische in Rathenow. „Warum gerade ich?“, hat sie gefragt, als sie ihre Einladung zur Auszeichnungsveranstaltung erhielt, „das war mir fast schon peinlich – im ersten Moment.“ Man muss dazu wissen, dass die Vorschläge für den Lehrerpreis stets von den jeweiligen Schulkonferenzen beschlossen werden müssen. Mit-Pädagogen, Eltern und Schüler sind also langfristig im Bilde. Die Vertreter der Pestalozzischule haben allerdings das Verfahren vor ihrer auserwählten Kollegin wochenlang geheim gehalten. Als Ute Kurow dann total überrascht ihre Einladung in den Händen hielt, da haben sich alle vor Freude mächtig ins Fäustchen gelacht.

Leiterin der sonderpädagogischen Beratung mit Schwerpunkt „Hören“

Sie ist Klassenleiterin der 7a und unterrichtet die Fächer Deutsch, Mathematik und Musik an der Pestalozzischule, die den Förderschwerpunkt „Lernen“ hat. Sie leitet den Schulchor und die Schülerband, organisiert deren Auftritte und fördert die Kooperation mit anderen Schulen. Was aber vermutlich den Ausschlag gab, ihr den Preis fürs Havelland zuzuerkennen, ist ihre Tätigkeit für die sonderpädagogische Beratungsstelle des Kreises mit dem Schwerpunkt „Hören“. Sie berät hier Eltern, Schulleitungen und Lehrer bei der inklusiven Beschulung von Mädchen und Jungen, die ein beeinträchtigtes Hörvermögen haben. Ganz am Anfang steht dabei stets die Diagnose. Von der Kita bis zum Abitur ist Ute Kurow gegenwärtig landkreisweit für mehr als 30 Kinder und Jugendliche zuständig. „Sie bereist den gesamten Landkreis Havelland“, heißt es dazu in ihrer Laudatio, die Bildungsminister Baaske hielt, „teilweise auch Ostprignitz-Ruppin und Potsdam-Mittelmark, ohne jemals dafür eine Mehrstunde zu beantragen.“

„Es gibt so viele Kollegen, die sich über das normale Maß hinaus engagieren“, sagt Ute Kurow, wenn man sie auf ihre Auszeichnung anspricht. „Hier in unserer Schule stehen alle zusammen, alle helfen sich gegenseitig.“ Sie selbst hatte in ihrem pädagogischen Werdegang ein klein wenig Zeit gebraucht, bis sie dahin kam, wo sie jetzt ist. Sie hatte zunächst am Institut für Lehrerbildung in Potsdam eine Ausbildung zur Grundschullehrerin gemacht. „Ich wollte schon immer Sonderpädagogin werden“, verrät sie und erzählt, dass sie deshalb im Jahr 2001 an die Pestalozzischule ging. Um sich das nötige Fachwissen anzueignen, schob sie alsbald ein zweijähriges berufsbegleitendes Ergänzungsstudium an der Berliner Humboldt-Uni nach. Und als sie erfuhr, dass für den Schwerpunkt Schwerhörigkeit im Kreis Havelland dringend jemand gesucht wird, wählte sie diesen Fachbereich aus.

Als Kind in Premnitz eine Spielfreundin, die lernbehindert war

Warum gerade die Sonderpädagogik es ihr angetan hat? „Ich hatte als Kind eine Spielfreundin, die lernbehindert war“, berichtet Ute Kurow, die aus Premnitz stammt. „Ich habe mit ihr gelernt, ihr die Dinge erklärt wie eine Lehrerin – das fand ich toll.“ Für sie sei es gerade der Reiz, auf die verschiedenen Beeinträchtigungen ihrer Schüler einzugehen. Jedes Kind habe seine Stärken, und es sei ihr Ziel, eben diese bei jedem heraus zu kitzeln. Die Erfolge zu sehen, bekennt sie, das sei immer wieder schön. Wenn sie mit den Kindern arbeitet, dann wirkt sie zeitweise ziemlich aufgedreht. Das streitet sie gar nicht ab, reißt mit dieser Art alle mit, schaltet aber auch schnell auf direkte Ansprache im Flüsterton um. „Die Kinder mögen meine gute Laune“, hat sie festgestellt, „sie merken es sofort, ob man es mit ihnen gut meint oder nicht.“

Von Bernd Geske

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