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Landratten lieben die Havel

Havelland gehört zu beliebtesten Ferienregionen Deutschlands Landratten lieben die Havel

Eine Umfrage unter 140.000 Teilnehmern kürte das Havelland zu den „beliebtesten Ferienregionen Deutschlands“. 300 Städte und Regionen wurden getestet. In der Kategorie Fluss- und Seenlandschaften belegte das Havelland den Rang 16. MAZ schaut, was auf der Havel besonders gefragt ist.

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Cosima (48 J.) und Thomas (51 J.) Augustin aus Oranienburg genießen die Anlegestelle in Ketzin. Sie fahren sind begeistert. Cosima Augustin: ‚Hier ist es schön ruhig und die Landschaft ist herrlich. Die Bugaorte mit dem Boot abzufahren ist großartig.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Ketziner Havel, Kleine Havel, Fliederhavel, Weseramer Havel, Krumme Havel – die Havel hat viele Namen und Gesichter. Die Havel ist für alle da. Die Havel ist beliebt. Und das deutschlandweit.

Dem Fluss ist zu verdanken, dass das Havelland so gut abschnitt, als in einem Test die 100 beliebtesten Ferienregionen Deutschlands gesucht wurden. Mehr als 140 000 Urteile haben die Umfrageprofis Von „Deutschland Test“ gemeinsam mit dem Kölner Analyse-Beratungshaus Service Value und dem Wirtschaftsmagazin Focus-Money eingeholt und ausgewertet. 300 Regionen und Städte wurden getestet. In der Rubrik Fluss- und Seenlandschaft lag der Bodensee uneinholbar vor, das Havelland rangiert auf Platz 16.

„Wir haben uns gefreut“, sagt Ines Kias vom Tourismusverband Havelland. „Der Wassertourismus hat enorm zugenommen.“ Das Angebot ist vielfältig, der Fluss ist es auch. „Zwischen Potsdam und Brandenburg bietet sich eine einmalige Flusslandschaft: der Fluss wird zum See und wieder zum Fluss und wieder zum See. Das wird von immer mehr Besuchern geschätzt“, sagt Ines Kias. Neben dem Geschenk, das die Natur der Region gemacht hat, wurden aber auch viele Strukturen geschaffen: „Zum Beispiel Ketzin“, lobt Ines Kias. „Der Standort hat sich vorzüglich entwickelt.“

In Ketzin kennt man Wassertourismus seit vielen Jahrzehnten. Die Reederei Herzog bietet ganz klassische Ausflugstouren an. Die MS Harmonie ist Baujahr 1914 und das kleinste Schiff der Flotte, die MS Harmonie mit ihren 250 Plätzen ist am häufigsten im Einsatz. Ob die Minirunde „Eine Stunde Ketzin“ oder die „13-Seen-Rundtour“ - die Nachfrage ist nach wie vor gut. Obwohl es inzwischen so viele andere Angebote gibt, die Havel zu erkunden, bleiben die Kunden den Ausflugsdampfern treu. „Man genießt die Ruhe, sieht Landschaft und interessante Bauten. Das wird geschätzt“, sagt Wilfried Herzog.

Das Klientel sind hier eher die älteren Semester oder Familien. Wer sich aktiver die Flusslandschaft erschließen will und auf Muskelkraft setzt, der ist bei den Kanuanbietern richtig. So setzt der Förderverein Mittlere Havel auf Produkte, die den Menschen die Naturregion nahe bringen und sanften Naturtourismus fördern. So das Projekt „Havelkanu“, das von Deetz aus über einen ehemaligen Ziegeleikanal direkt zur Havel führt und viele versteckte Plätze zum Relaxen oder Baden bietet.

Der Kanu-Weg kann nach Ketzin führen. Dort sind in diesen Tagen auch die Wasserfreunde anzutreffen, die auf Motorkraft setzen. Die Marina mit ihren 34 Liegeplätzen ist schon oft am Abend voll belegt. Per Webcam kann jeder auf der Internetseite der Stadt Ketzin in die Anlage an der schmucken Havelpromenade schauen. Im Büro der Steganlage empfängt Anika Fraedrich die Besucher. „Wir hören von ihnen viel Gutes über die Anlage und viel Gutes über die Umgebung“, sagt sie. „Die Gäste stammen vor allem aus der Umgebung, aus Potsdam, Werder, Berlin und Brandenburg“, hat sie beobachtet. Aber auch aus anderen Bundesländern kommen Besucher hier her geschippert.

Und es werden immer mehr – hat der Tourismusverband gezählt. „Die Buga schwemmt uns auch mehr Wassertouristen in die Region“, bestätigt Ines Kias. Der Wassertourismus ist im Westhavelland schwer im Kommen. Das kann Henrik Köllmann, Inhaber von Havelland Hausboote in Göttlin, bestätigen. Seit 2009 verleiht Köllmann die schwimmenden Ferienwohnungen, für die man keinen Bootsführerschein braucht. Wie der aktuelle Belegungsplan verrät, läuft das Geschäft gut. Erst ab Oktober gibt es wieder freie Termine. „Das Interesse für den Raum Rathenow hat sich deutlich erhöht“, sagt auch die Berlinerin Claudia Mund. Weil das Havelland in Sachen Wassertourismus ideale Voraussetzungen bietet hat die MSW Havelboot GmbH, dessen Gesellschafterin Mund ist, im April die Marina im Rathenower Ortsteil Grütz übernommen. Zuvor betrieb die Havelboot GmbH einen Bootsverleih in Berlin Spandau und Königs Wusterhausen, beide hatte sie für das Havelland aufgegeben.

Möglichkeiten, als Freizeitkapitän die Region zu entdecken, gibt es viele. Wer einen Bootsführerschein hat kann sich beim Seesportclub Rathenow ein Motorboot oder eine XY-Jolle ausleihen. Oder man entscheidet sich für den Kutter mit Steuermann und lässt sich über die Havel schippern. Auch Restaurant und Cafés wie die „Fischerhütte“ und die Pension am See in Semlin oder das Fischrestaurant „Strandgut“ in Hohennauen bieten neben kulinarischen Leckereien oder Unterkünften auch einen Bootsverleih an.

Sehr beliebt ist der Wasserwanderstützpunkt im Rathenower Optikpark, wo allein in diesen Jahr bereits 120 Boote haltmachten. 2014 waren es insgesamt 292 Boote. Die Besucher kommen aus dem ganzen Bundesgebiet. Etwa 20 Prozent sind Märker, wie der Besucherbefragung des Optikparks zu entnehmen ist. Aber auch aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kommen zahlreiche Wassertouristen.

Von Marlies Schnaibel und Christin Schmidt

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