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Havelland Havelland bleibt eben doch Havelland
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00:28 14.12.2015
Ob es ab dem 1. Januar 2016 einen Run auf die havelländischen Zulassungsstellen geben wird? Quelle: dpa
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Havelland

Geschäftiges Treiben auf dem Parkplatz des Dallgower Havelparks – dicht an dicht reihten sich am Freitag die Autos, Einkaufswagen ratterten übers Pflaster, Wochenendeinkäufe und Weihnachtsgeschenke wurden sorgfältig im Kofferraum verstaut. Berliner, Oberhaveler, Potsdamer, Barnimer und natürlich Menschen aus dem Havelland verbrachten den Vormittag mit einem Einkaufsbummel – zu erkennen waren sie an ihren Autokennzeichen.

Ob ein Havelländer nun aus Rathenow, Falkensee oder Nauen kommt, ist allein am Nummernschild allerdings nicht auszumachen. Sie alle sind unter dem gleichen HVL-Kennzeichen zusammengefasst. Das soll sich ab dem 1. Januar 2016 ändern. Dann wird es im Havelland erstmals seit der Kreisgebietsreform 1993 wieder möglich sein, die KfZ-Kennzeichen nach den Altkreisen Nauen (NAU) und Rathenow (RN) zu vergeben. Bereits am 1. November 2012 trat die rechtliche Grundlage, die Neufassung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, in Kraft. Deutschlandweit wurde damit die Möglichkeit geschaffen KfZ-Kennzeichen von aufgelösten Kreisen oder kreisfreien Städten wieder zu vergeben. Während in Brandenburg acht der 14 Landkreise in den vergangenen Jahren 22 Kürzel wieder eingeführt haben, wurden die alten Buchstabenkombinationen im Havelland abgelehnt. Der Grund: Nur einzelne Bürger hätten sich dafür interessiert und die alten Kennzeichen angefragt.

Nachdem sich insbesondere die zwei heimatverbundenen Rathenower Dieter Bierhals und Dieter Luftmann jedoch für die Wiedereinführung des RN-Kürzels eingesetzt hatten, lenkte Landrat Burkhard Schröder im Herbst 2014 schließlich ein. Nach der Bundesgartenschau (Buga) wolle er für Januar 2016 einen Antrag beim Verkehrsministerium stellen, sagte er damals. Während der Buga sei es jedoch wichtig, sich mit einem einheitlichen Kennzeichen für die havelländische Identität stark zu machen. Als er nun dieses Versprechen am Montagabend im Kreistag bestätigte und mitteilte, dass die Beantragung der Altkennzeichen „vermutlich zum 1. Januar 2016“ möglich sei, war die Freude bei den beiden Rathenowern natürlich groß. Drei Jahre hatten sie gekämpft, eine Bürgerinitiative gegründet, an die 1000 Unterschriften zur Unterstützung ihres Anliegens gesammelt und diverse Briefe an Behörden und Politiker geschrieben.

Ganz anders reagieren hingegen die Osthavelländer auf ihre neu gewonnene Entscheidungsvielfalt. „Mir ist das völlig egal“, so der 76-jährige Joachim Fuhrberg aus Schönwalde. „Was auf einem Nummernschild steht, ist doch nicht wichtig. Woher der Fahrer kommt, ist damit lange noch nicht bewiesen.“ Dafür sorgte 2015 ebenfalls eine neue Regelung. Muss ein Autofahrer sein Fahrzeug bei einem Umzug zwar ummelden, so kann er jedoch sein altes Kennzeichen behalten, egal ob er nun im Havelland, Berlin oder Bayern lebt. „Jetzt ein neues Nummernschild zu beantragen, kostet nur Zeit und Geld“, so Fuhrberg. Ähnlich sieht das auch Rudolf Kretschmann aus Falkensee. „Ich werde mein Kennzeichen ganz bestimmt nicht ändern. Mein Auto lasse ich demnächst sowieso verschrotten und noch dazu ist es mir vollkommen egal“, lacht der 79-Jährige. Vor allem der Kostenfaktor war für viele ein ausschlaggebender Punkt. Leute, die früher ein NAU-Kennzeichen hatten, wären für ein neues altes Nummernschild zu begeistern, die Kosten und der Zeitaufwand schrecke sie allerdings ab. Immerhin kostet eine Ummeldung und ein neues Schild um die 70 Euro. Vielen Befragten, die erst nach Einführung der HVL-Kennzeichen ins Havelland gezogen waren, ist der Kürzel auf dem Nummernschild unwichtig.

Von Laura Sander

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