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Havelland ist Zucchini-Region Nummer 1

Statistisches Jahrbuch Havelland ist Zucchini-Region Nummer 1

Wenn Sie das nächste Mal gefragt werden, wo Sie wohnen – sagen Sie einfach: dort, wo der Zucchini blüht. Das Havelland ist die Zucchiniregion Nummer eins in Brandenburg, nirgendwo sonst wächst so viel von diesem Kürbisgewächs – 46,75 Tonnen. Diese und andere Zahlen zeigt das Statistische Jahrbuch. Es gewährt einen Einblick in das Leben der Havelländer.

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Das Havelland ist die Zucchiniregion Nummer eins in Brandenburg.

Quelle: Michael Hübner

Havelland. Wenn Sie das nächste Mal gefragt werden, wo Sie wohnen – sagen Sie einfach: Dort, wo der Zucchini blüht. Das Havelland ist die Zucchiniregion Nummer eins in Brandenburg, in keinem anderen Landkreis wächst so viel von diesem Kürbisgewächs. 46,75 Tonnen waren es 2014. Auch beim Grünmais und beim Winterraps war der Kreis top. 41 724 Rinder leben im Havelland, aber nur 12 376 Schweine, der niedrigste Wert aller 14 Landkreise. Dafür gibt es dort fast so viel Baumschulflächen wie im ganzen Rest des Landes zusammen.

Diese und andere Zahlen offenbart das aktuelle Statistische Jahrbuch des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. Sie gewähren einen Einblick in das Leben der Havelländer. Das verbringen die meisten offenbar gerne in Gesellschaft: Nirgendwo sonst in der Mark sind die Haushalte größer als im Havelland. Singlehaushalte gibt es kaum, was allerdings nicht an einer zu teuren Kaltmiete liegen kann, denn die liegt mit 5,73 Euro pro Quadratmeter unter dem Landesdurchschnitt. Allerdings gibt es insgesamt zu wenige Wohnungen: 77 565 waren es 2014, das macht gerade einmal 499 Wohnungen auf 1000 Einwohnern – nur in Oberhavel und Potsdam-Mittelmark war das Angebot noch knapper.

Trotzdem lässt es sich im Havelland offenbar gut leben, sonst würde die Bevölkerung nicht in diesem Maß wachsen – um 9,7 Prozent und damit stärker als an jedem anderen Ort in Brandenburg.

Bei ihrem Partner sind sich die Havelländer dagegen oft nicht so sicher, den Richtigen gefunden zu haben, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollen: Die Frauen und Männer der Region sind Heiratsmuffel, je 1000 Einwohner wurden gerade einmal 4,6 Ehen geschlossen. Im Jahr 2014 gab es insgesamt 710 Eheschließungen, 302 wurden wieder geschieden.

Für fast jeden Lebensabschnitt hat das Statistische Jahrbuch die passenden Zahlen parat. Auf fast 700 Seiten erfahren wir dort zum Beispiel, dass 1236 Kinder zur Welt kamen und 1679 Menschen starben, dass 3082 Havelländer durch Pflegedienste betreut werden oder im Pflegeheim leben und 16 234 noch die Schule besuchen. Besonders an den Gesamtschulen und Gymnasien dürfen sie dabei keine Angst vor großen Menschenansammlungen haben: Nur in wenigen Landkreisen sind die Klassen bei diesen Schultypen noch größer als im Havelland. Die allermeisten schaffen übrigens ihren Abschluss, 525 sogar mit Hochschulreife. Nur 99 Jugendliche verließen die Schule am Ende des Schuljahres 2013/14 ohne jeden Abschluss in der Tasche. Eine ordentliche Quote.

Der eine oder andere Abiturient studiert anschließend möglicherweise Medizin, um sich dann mit einer Praxis selbstständig zu machen. Daran gibt es im Havelland vielerorts noch Bedarf, vor allem im Bereich Nervenheilkunde – im ganzen Landkreis gibt es nur einen einzigen Arzt dieser Fachrichtung. Kinderärzte gibt es acht, Chirurgen und Frauenärzte je 13.

Für viele bedeutet das weite Autofahrten zum nächsten Arzttermin. 85 423 Autos kurvten 2015 durch den Kreis, außerdem 8269 Motorräder. Zahlreiche Havelländer nutzen ihr Fahrzeug – oder auch die Bahn – zum Pendeln: Die meisten nach Berlin, etliche aber auch nach Potsdam (2403), Brandenburg an der Havel (2157) oder nach Oberhavel (1446). Einige pendeln aber auch täglich bis in die Prignitz (90) oder in die Uckermark (28), sieben sogar bis nach Elbe-Elster im äußersten Süden Brandenburgs. Dort wachsen übrigens die wenigsten Zucchini. Aber das ist eine anderen Geschichte.

Von Philip Häfner

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