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Havelland Haveltorkino plötzlich ohne Geschäftsführung
Lokales Havelland Haveltorkino plötzlich ohne Geschäftsführung
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17:46 04.04.2018
Christl Schneewind (Mitte) mit Theaterleiterin Franziska Ladewig (2.v.l.) und ihrem Team. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

So richtig konnten es die Rathenower Kino-Fans nicht glauben, dass das Haveltorkino künftig ohne dessen umtriebige Geschäftsführerin Christl Schneewind laufen soll. Spätestens seit dem 31. März ist klar, die gebürtige Fränkin geht.

Mit einer kostenlosen Vorstellung hatte sie sich am Samstag von ihrem treuen Publikum verabschiedet. Knapp 150 Menschen folgten der Einladung, überreichten Blumen, kleine Geschenke und machten deutlich, wie sehr sie diesen Abschied bedauern.

Auch Christl Schneewind fällt es nicht leicht zu gehen. Gern hätte sie das Kino, das sie 2009 übernommen hatte, noch ein paar Jahre weitergeführt. Daraus wird nichts, weil die Gesellschafter der Haveltorkino GbR die Immobilie samt Kino verkaufen wollen. Der potenzielle Käufer hatte Christl Schneewind zum 31. März gekündigt.

Potenzieller Käufer hat kein Interesse mehr am Rathenower Kino

„Mein ganzer Lebensplan ist futsch“, sagt Schneewind. Ihre vier Vollzeitkräfte wissen zwar um den Verkauf, nicht aber wie es weitergehen soll. Der neue Betreiber hatte sich bei ihnen nicht vorgestellt. Das wird er auch nicht mehr tun, denn der Verkauf ist geplatzt.

„Ich habe kein Interesse mehr an dem Kino in Rathenow. Es ist nicht zu einem Verkauf gekommen“, erklärte Sylvio Verfürth auf Anfrage der MAZ.

Der Inhaber der Kinokette „Movie Star“ mit Filmtheatern in Perleberg, Güstrow, Sangerhausen und Wittenberge verhandelte mit der Haveltorkino GbR. „Doch dann gestalteten sich die Vertragsverhandlungen schwieriger als erwartet“, erklärt Verfürth seinen Rückzug.

Damit gehört das Haus und das Filmtheater weiterhin der Haveltorkino GbR. Der Kinobetrieb muss vorerst aber ohne Geschäftsführerin laufen. Christl Schneewind hat am Samstag angekündigt sich eine Auszeit zu nehmen. Die nächsten vier Wochen ist sie erst einmal nicht in Rathenow.

Schneewind holt den Kinoprogrammpreis nach Rathenow

Die gebürtige Fränkin ist eine von 13 Gesellschaftern die 1996 die Haveltorkino GbR gründeten. Die GbR baute nach der Wende die Immobilie und damit auch das frühere Kino am Havelufer wieder auf.

1997 übernahm die „Novum Filmtheaterbetriebsgesellschaft” das Kino. Elf Jahre später meldete das Unternehmen Insolvenz an. Weil sich kein neuer Betreiber fand, sprang Christl Schneewind ein und rettete so das Kino vor dem Aus.

Drei Mal wurde das Haveltorkino mit dem Kinoprogrammpreis geehrt. Zuletzt nahm Christl Schneewind (Mi.) im Juni 2017 den Preis in Berlin entgegen. Quelle: Christin Schmidt

Bereits 2006 hatte sie die Geschäftsführung der GbR übernommen. Nun wurde sie auch Geschäftsführerin der Haveltorkino GmbH, der Betreibergesellschaft des Filmtheaters – und das, obwohl sie bis dato mit dem Kinogeschäft nichts zu tun hatte.

Christl Schneewind fuchste sich ein, machte aus dem Kino einen Ort der Kultur und holte drei Mal in Folge den Kinoprogrammpreis nach Rathenow.

Bürgermeister bedankt sich bei der Geschäftsführerin

Dass die Mehrheit der Gesellschafter die Immobilie und damit das Kino verkaufen wollte, war schon länger bekannt. „Ich hatte mich darum bemüht, dass wir einen Kinobetreiber finden, also einen Fachmann, der das Objekt kauft, um das Kino zu erhalten“, betont Schneewind.

Wie es mit dem Haus nun weitergeht, weiß die 72-Jährige selbst nicht. Ihrem Publikum hat sie verraten, dass sie Rathenow erhalten bleibt und sich weiterhin engagieren wird.

„Ich wünsche mir, dass ihr diesem Kino treu bleibt, denn ihr als Besucher erhaltet das Kino. Die Reihe der Freunde für Europa wird bleiben und vielleicht auch andere besondere Ereignisse, die ich ins Leben gerufen hatte“, versprach Schneewind.

Unter den Gäste am Samstag war auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU). Er bedankte sich bei Christl Schneewind für ihr Engagement in den letzten neun Jahren. „Da können sich viele ein Beispiel dran nehmen, wie man mit einem einfachen Kino gesellschaftlich aktiv sein kann“, lobte Seeger.

Von Christin Schmidt

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