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Havelland Diese Frau steuert den 18-Meter-Riesenbus
Lokales Havelland Diese Frau steuert den 18-Meter-Riesenbus
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07:05 08.03.2018
Heike Schwartz, einzige Busfahrerin der Havelbus Verkehrsgesellschaft im Bereich Rathenow, an ihrem 18 Meter langen Lieblingsfahrzeug. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Nur eine Frau im Westhavelland darf ein so großes Auto fahren. Heike Schwartz (52) ist bei der Havelbus Verkehrsgesellschaft im Bereich Rathenow neben 29 männlichen Kollegen die einzige Busfahrerin. So wie die anderen kann sie alle Busse des Unternehmens steuern, ihr Lieblingsfahrzeug ist aber zweifellos der große Gelenkbus. Mit 18 Metern Länge ist er das mächtigste Fahrzeug, das über die Straßen rollt. Die „Giga-Liner“ genannten Laster sind zwar 25 Zentimeter länger, für den normalen Straßenverkehr aber nicht zugelassen.

Der Busmotor mit seinen 300 PS und das Leergewicht von 13 Tonnen sind schon rein technisch sehr beachtlich. Doch wird die tägliche Verantwortung am Steuer erst richtig bewusst, wenn man erfährt, dass der Bus mit seinen 53 Sitzplätzen für bis zu 158 Fahrgäste zugelassen ist. Diese Kapazitätsgrenze wird in der Schulzeit mittags nach dem Unterricht oft erreicht.

Heike Schwartz am Steuer ihres Gelenkbusses. Quelle: Bernd Geske

Opa, Papa und Onkels waren alle Kraftfahrer

Schon als kleines Mädchen sei sie gern Auto gefahren, berichtet Heike Schwartz. Opa, Papa und die Onkels seien alle Kraftfahrer gewesen. Erst in ihrem 50. Lebensjahr hat sie dann aber ihren Wunsch wahr gemacht und sich an die ganz großen Dinger heran gewagt. Zwölf Jahre war sie zunächst im Raum Rathenow Taxi gefahren, da musste ihr Chef sie aus wirtschaftlichen Gründen entlassen.

„Ich habe einen sehr guten Fallmanager im Jobcenter gehabt“, berichtet sie. Der habe ihr den Lehrgang zum Erwerb des Busführerscheins ermöglicht. Sie gesteht: „Ich fand es schon immer faszinierend, wenn ich in anderen Städten gesehen habe, wie Frauen die Busse fahren.“

In die Bürgelschule gegangen und Bäckerin gelernt

Sie hatte sich im Vorfeld auf dem Rathenower Betriebshof von Havelbus erkundigt, ob es möglich wäre, dort eine Anstellung zu finden. Im Prinzip ja, hatte die Antwort gelautet. Gegenwärtig sei aber nichts frei. Am Standort Nauen könnte sie anfangen und nach Rathenow wechseln, wenn eine Stelle frei werde. Hier wollte sie hin, denn sie ist eine Rathenowerin. Ist einst in die Bürgelschule gegangen und hat zuerst Bäckerin gelernt.

Der 15. Oktober 2015 war ihr erster Arbeitstag bei Havelbus. Von Nauen aus ist sie die Touren nach Potsdam, Spandau, Friesack und Rathenow gefahren. Am 1. September 2017 konnte sie zum Verkehrsbereich Rathenow wechseln. In der Schulzeit fährt sie die Linie 676 von Rathenow nach Döberitz-Gapel und zurück. Viermal am Tag. Bis Feierabend kommen stets 179 Kilometer zusammen.

Verkehrsbereichsleiter: Egal, ob Männer oder Frauen die Busse fahren

„Für mich spielt es keine Rolle, ob Männer oder Frauen unsere Busse fahren“, sagt der Rathenower Verkehrsbereichsleiter Falko Grohs. „Wichtig ist, dass sie zuverlässig, belastbar und pünktlich sind.“ Frau Schwartz erledige ihre Arbeit so wie die 29 männlichen Busfahrer auch. Er berichtet, dass im Bereich Nauen eine Frau schon seit 20 Jahren die Busse fährt, eine weitere Kollegin habe dort im Sommer vergangenen Jahres begonnen. Im Bereich Falkensee sei seit wenigen Jahren eine Frau als Busfahrerin tätig, die bei Havelbus als Auszubildende begonnen hat.

„Frauen sollten sich auch mal etwas zutrauen“, antwortet Heike Schwartz, die sich anlässlich des Internationalen Frauentages fragen lassen musste, ob sie als beispielgebend dargestellt werden dürfte. Auch heute noch erlebe sie bei neuen Fahrgästen immer wieder mal erstaunte Gesichter, wenn sie einsteigen und am Steuer des großen Busses eine Frau erblicken, so berichtet sie. Die Reaktionen nach der ersten Überraschung seien dann aber durchweg positiv, sie bekomme viele freundliche Worte zu hören.

Von Bernd Geske

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