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Heimatfreunde stellen alten Steintisch auf

Nauen Heimatfreunde stellen alten Steintisch auf

Knapp 100 Jahre stand der schwere Steintisch unversehrt im Stadtwald von Nauen im Havelland. Im vergangenen Jahr haben Unbekannte das Relikt aus vergangenen Tagen umgekippt. Die Nauener Heimatfreunde haben ihn jetzt in mühevoller Handarbeit wieder aufgerichtet.

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Quelle: Laura Sander

Nauen. Fast 100 Jahre stand der schwere Steintisch unversehrt in der Schwedenschanze im Nauener Stadtwald. In den 1920er Jahren mit der Spende eines wohlhabenden Nauener Kaufmannes von den Burschenschaften errichtet, hatten Unbekannte im vergangenen Jahr versucht den Tisch auszugraben und abzutransportieren. Ohne technische Gerätschaften scheiterten sie jedoch und ließen den Tisch einfach umgekippt zurück.

Heimatfreunde packten an

Einem aufmerksamen Spaziergänger aus Brieselang fiel der umgestürzte Steintisch auf und er wandte sich damit an die Nauener Heimatfreunde, die jetzt tätig wurden und das Relikt aus vergangenen Tagen in mühevoller Handarbeit wieder aufrichteten. „Wir haben ihn so fixiert, dass das in Zukunft nicht mehr so einfach möglich ist. Jetzt steht der Tisch wieder allen Wanderfreunden zur Verfügung, denn für diesen Zweck wurde er damals schließlich errichtet“, sagt Heimatfreund Wolfgang Johl, der gemeinsam mit Kurt Richter und Björn Lorenzsonn an den Arbeiten im Nauener Stadtwald beteiligt war.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich in den 1920er-Jahren ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Ruhe, eine Welle der Naturverbundenheit zog sich durch alle Bevölkerungsschichten. Neben Turn- und Gesangsvereinen, erlangten vor allem Wandervereine großen Zuspruch. Auch in Nauen wanderte man sonntags bei bestem Wetter und Sonnenschein entlang des Kremmener Damms, der heutigen Graf-Arco-Straße, zur Gaststätte Weinberg. Dort ließen sich gut betuchte Bürger zum Mittagstisch und Tanz im Freien nieder und verbrachten ihre Rast.

Ein Steintisch zum Verweilen

Auch die weniger Wohlhabenden und die Burschenschaften zog es in die Natur. Sie gingen in die Schwedenschanze, bestiegen die kleinen Hügel, die dicht an der Straße aus der Landschaft ragten und leerten dort ihren mitgebrachten Picknickkorb. An einem dieser Punkte errichteten die Burschenschaften schließlich den Steintisch mit Hilfe der großzügigen Spende eines Nauener Kaufmannes. Von diesem Zeitpunkt an versammelten sich die Burschenschaften regelmäßig an dieser Stelle, um auf ihrer Wanderung zu verweilen oder um gesellschaftliche Probleme zu diskutieren.

Wie die Schwedenschanze zu ihrem Namen kam

Schwedische Truppen zogen während des 30-jährigen Krieges, im Juni 1657, durch Nauen. Sie nutzten den Kremmener Damm (Graf-Arco-Straße), um 500 brandenburgischen Verfolgern zu entkommen.

Am Ende des Damms, der sich in Höhe der heutigen Straßeneinmündung nach Brieselang und Falkensee befand, stellten sie Geschütze auf, um ihren Verfolgern das Passieren des Damms zu vereiteln.

Die schwedischen Truppen verschanzten sich an der heutigen Brieselanger Straße, gegen halb vier Uhr am Morgen setzten sie ihren Marsch nach Fehrbellin fort.

Dort wurden sie schließlich von den brandenburgischen Truppen unter Kürfürst Friedrich Wilhelm in der Schlacht am Hakenberg besiegt.

Anschließend setzten sie ihre Wanderung entlang der Brieselanger Straße fort, um in die rund zwei Kilometer entfernte Waldschänke einzukehren, die sich am Haltepunkt „Stadtforst“ der Veltener Kleinbahn, der sogenannten Kachelbahn, befand. Dort verbrachten sie die Kaffeezeit und ließen sich das ein oder andere Stück Kuchen schmecken, bevor sie sich auf den Rückweg machten oder die Bahn in Richtung Nauen nutzten, die vor dem Erreichen des Nauener Staatsbahnhofes noch einen Zwischenhalt am Kanal einlegte – am Übergang Ludwig-Jahn-Straße.

Von Laura Sander

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