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Heimatverein feierte 15. Geburtstag

Ketzin/Havel Heimatverein feierte 15. Geburtstag

Im August 2001 schlossen sich der Verein der ehemaligen Eisenbahner und die Heimatfreunde zum Heimatverein Ketzin zusammen. Heute ist der Verein aus dem Stadtgeschehen nicht mehr wegzudenken.

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Torsten Augustiniak (l.) und Johann Michael von der Linde.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Überraschung am Samstag beim Ketziner Heimatverein: Johann Michael von der Linde (Wolfgang Johl), im Jahre 1688 als Nauener Bürgermeister eingeführt, interessierte sich für die Ketziner Stadtgeschichte. Er kam aber auch, um dem Heimatverein zum 15-jährigen Bestehen zu gratulieren. Der Vorsitzende Torsten Augustiniak führte den hohen Gast in seiner würdevollen Amtstracht durch eine Ausstellung mit Dokumenten, die ansonsten wohlbehütet im Stadtarchiv lagern, das der Heimatverein übernommen hat.

So präsentierte der Vereinsvorsitzende eine Pergament-Urkunde von Friedrich Wilhelm I. und das erste und in Silberstickerei gestaltete aber auch ziemlich zerschlissene Wappen der Stadt Ketzin/Havel von 1761, das nun der Heimatverein restaurieren lassen möchte.

Ob das vom Lehrer und Ortchronisten Fritz Hummel mit Texten und Fotos gestaltete äußerst dicke Heldenbuch über Ketziner im Ersten Weltkrieg oder die Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung von 1900 – es waren historische Raritäten, die die Gäste der Jubiläumsveranstaltung zu sehen bekamen.

Die Idee zur Gründung eines Heimatvereins hatte die damalige ehrenamtliche Bürgermeisterin Antje Fredrich. Nach vielen Gesprächen über die Aufgaben und das Prozedere entstand bereits 1999 der Verein. Zur gleichen Zeit gab es den losen Verein der ehemaligen Eisenbahner. „Beide schlossen sich am 16. August 2001 mit 16 Gründungsmitgliedern zum Heimatverein zusammen. Am Jahresende 2001 waren wir bereits 50 Mitglieder“, erinnerte sich der damals erste Vorsitzende Helmut Augustiniak.

„Der Heimatverein leistet hervorragende Arbeit“, lobte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) und versprach, nach dem Ende seiner Amtszeit dem Verein beizutreten. Wenn er zu repräsentativen Zwecken seine Amtskette anlegen kann, ist das auch ein Verdienst des Heimatvereins, der diese finanzierte und ihm schenkte.

Darüber hinaus hat der Heimatverein überall in Ketzin/Havel seine Spuren hinterlassen. So ist es den Mitgliedern zu verdanken, dass auf dem Gedenkstein auf dem Marktplatz wieder eine Tafel an den Ringschluss zweier sowjetischer Armeen im Zweiten Weltkrieg bei Ketzin erinnert. Nach dem Diebstahl der Bronzetafel hatte der Heimatverein beim Brieselanger Künstler Volker Brandt die ursprüngliche Gipsform aufgetrieben. Ebenso engagiert hat sich der Verein für den Stein am Denkmal in der Nauener Straße, der den Ketziner Bürgern gewidmet ist, die durch Krieg oder Gewaltherrschaft ihr Leben verloren. Wenn sich heute Touristen oder Ketziner an den kürzlich von der Stadtverwaltung aufgestellten Stelen im Stadtzentrum über die Geschichte historischer Gebäude informieren können, gebührt dafür vor allem Helmut Augustiniak ein Dank.

Und weil sich der Heimatverein der Stadtgeschichte verpflichtet hat, dokumentierte er kürzlich mit einer Ausstellung, wie der Jahrzehnte ärgerliche Schandfleck – das einfallende „Rote Schloss“ – verschwand und dafür das neue ansehnliche Wohngebäude entstand, das jetzt gemeinsam mit dem ehemals Späth’schen Gutshof und dem Edeka-Markt Ketzins neue Mitte repräsentiert.

Die nächsten Vorhaben des Heimatvereins sind eine Ausstellung über 500 Jahre Reformation und die Kirchen in der Stadt Ketzin/Havel und den Ortsteilen sowie eine Dokumentation mit Fotos aus der Zeit der DDR.

Von Wolfgang Balzer

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