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Helle Miene an der Laserschneidmaschine

Rathenow Helle Miene an der Laserschneidmaschine

Der 16-jährige Rathenower Oberschüler Daniel Schliewe galt lange Zeit als versetzungsgefährdet. Als er dann aber zum Praktikum in die MAP GmbH kam, hat das bei ihm für einen großen Motivationsschub gesorgt. Er arbeitet gern an der Lasermaschine und möchte dort eine Lehre beginnen. Er hat begonnen, seine Zensuren verbessern.

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Daniel Schliewe an der Lasermaschine mit seinem betreuenden Facharbeiter Michael Schrang.

Quelle: foto: Bernd Geske

Rathenow. „Er ist freundlich und höflich, aber in der Schule gehört er nicht zu den Besten.“ Das ist einer von den Sätzen, die Schulleiter wie Thomas Winterfeldt von der Duncker-Oberschule Rathenow nicht gern verwenden, aber trotzdem manchmal sagen müssen. Lange Zeit war Daniel Schliewe (16 Jahre) aus der 9. Klasse versetzungsgefährdet. Wenige Tage vor dem Schuljahresende aber kann er lächeln. Viele Noten sind besser geworden. Noch hat er sein Zeugnis nicht, aber die Signale der Lehrer machen Mut: Deutsch vermutlich von 4 auf 3. Englisch 4 auf 3. Vielleicht verwandelt sich die 5 in Mathe vom Halbjahr sogar in eine 3.

Die deshalb aufgehellte Miene von Daniel Schliewe geht zurück auf seine Arbeit an einer Lasermaschine. Die bereitet ihm Freude. Seit Beginn dieses Schuljahres setzt die Oberschule mit ihren Partnerbetrieben ein neues Praxis-Konzept um, das weit und breit keine andere Schule hat. Die 8. Klassen gehen das ganze Schuljahr lang jeden Mittwoch zum Praktikum in einen selbst gewählten Betrieb und die 9. Klassen sind jeden Donnerstag und Freitag im Betrieb.

Daniel hatte eigentlich etwas auf dem Bau für sich ins Auge gefasst, ging dann aber mal schnuppern in die Maschinen- und Apparatebau Produktions GmbH (MAP). Nach ein paar Startschwierigkeiten stellte er seine Ziele völlig neu auf. „Er hat seine Arbeit sehr gut gemacht“, sagt Ausbildungsleiter Detlef Schulz. „Wir würden ihn gern als Auszubildenden nehmen, aber ein Abschluss der 10. Klasse ist das Mindeste.“ Das sei keine Garantie für einen Erfolg im Bewerbungsverfahren, aber im Betrieb kenne man ja seine Qualitäten. Die Arbeit in der Blechfertigung ist genau sein Ding. Lasermaschinen und Kantbänke könnte er irgendwann selbst bedienen, wenn er eine Lehre zum Maschinen- und Anlagenfahrer machen würde.

Ein Motivationsschub durchs Praktikum sei auch bei anderen Schülern zu beobachten, sagt Lehrerin Jana Brandstäter. Als sie Erfahrungen der Schüler abfragte, hätten viele als positiv hervorgehoben, dass sie wie richtige Mitarbeiter behandelt werden.

Die MAP GmbH lässt allerdings ihren künftigen Nachwuchskräften auch traditionell viel Aufmerksamkeit zuteil werden. Mit acht Auszubildenden nimmt der Betrieb jetzt so viele wie seit etlichen Jahren nicht auf und bildet dann insgesamt 20 Lehrlinge aus. „Den allgemeinen Trend, dass die Bewerber fehlen“, sagt Detlef Schulz, „haben wir bei uns nicht festgestellt.“ Aus 50 Jugendlichen habe der Betrieb auswählen können. Daniel Schliewe hat übrigens gerade einen Vertrag für 14 Tage Sommerferienarbeit bei MAP unterschrieben.

Von Bernd Geske

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