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Helmut Gille ist Chef der Schützengilde Nauen

Menschen im Havelland Helmut Gille ist Chef der Schützengilde Nauen

Der Lebensweg des gelernten Maschinenschlossers Helmut Gille führte ihn von Sachsen-Anhalt ins Havelland und dokumentiert auch ein Stück deutsch-deutscher Geschichte: „Eigentlich wollte ich im Sommer 1961 in den Westen rüber machen, aber dann kam die Mauer, und ich bin bei meinem Bruder im schönen Falkensee gelandet und dort geblieben.“

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Helmut Gille

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Zufälle können ein ganzes Leben beeinflussen. „Als ich sechs war in Aschersleben, hat mir ein Nachbar meiner Eltern plötzlich sein Luftgewehr vorgeführt. Ich durfte damit schießen. Das hat mir sofort Spaß gemacht“, erzählt Helmut Gille. Inzwischen ist er Vorsitzender der Schützengilde zu Nauen 1704. In seinem Garten an der Hertzstraße in Falkensee öffnet der 72-Jährige einen schmalen Plastikkoffer: „Das ist meine Hightech-Waffe, ein modernes Luftgewehr der Firma Anschütz.“ Das Sportgerät könnte aus einem Science-Fiction-Film stammen; elegant und scheinbar federleicht. Von wegen leicht. „Es wiegt fünfeinhalb Kilo. Biathleten tragen das beim Skilaufen auf dem Rücken und müssen damit zwischendurch punktgenau schießen“, sagt Helmut Gille.

Der Lebensweg des gelernten Maschinenschlossers führte ihn von Sachsen-Anhalt ins Havelland und dokumentiert auch ein Stück deutsch-deutscher Geschichte: „Eigentlich wollte ich im Sommer 1961 in den Westen rüber machen, aber dann kam die Mauer, und ich bin bei meinem Bruder im schönen Falkensee gelandet und dort geblieben.“ Helmut Gille zählt einige seiner beruflichen Stationen in der DDR auf: „Arbeit beim VEB Landmaschinenbau Falkensee, Soldat in der NVA, dann Brandschutzbeauftragter für den Kreis Nauen. Später Mitarbeiter bei der SED-Kreisleitung. Nach der Wende hatte ich auf einmal keinen Job mehr.“

Seine ganz persönliche Wende erfolgte 1991: „Der OGS, der Großhandel für Obst, Gemüse, Speisekartoffeln, hatte Schulküchen, Betriebe und Krankenhäuser beliefert und wurde abgewickelt. Das war meine Chance.“ Helmut Gille wurde privater OGS-Nachfolger, gründete mit Hilfe seiner Familie ein florierendes Unternehmen und einen Lebensmittelladen in Seeburg. Zwei Volltreffer!

Auch in der 1990 wieder gegründeten Schützengilde zu Nauen war Helmut Gille erfolgreich bei vielen Landes- oder Kreismeisterschaften in diversen Waffengattungen. „In der DDR waren private Schützenvereine verboten. In Falkensee gibt es bis heute keinen richtigen Schießplatz. Die Sportfreunde kommen deshalb regelmäßig zu uns nach Nauen“, sagt er. Dort gibt es in der Ludwig-Jahn-Straße das schmucke Schützenheim samt Kantine.

Seit sechs Jahren ist Helmut Gille Vorsitzender des 70 Mitglieder zählenden Vereins. Er zieht eine positive Bilanz: „Durch unsere Tage der offenen Tür sind elf Jugendliche zu uns gekommen, darunter zwei Mädchen. Bei anfänglichen Misserfolgen gilt immer: Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen!“

Von Hans-Peter Theurich

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