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Herbert Bauer hat die Kapitänsbrücke verlassen

Rathenow Herbert Bauer hat die Kapitänsbrücke verlassen

Herbert Bauer – Seebär, Stadtverordneter und Wirt – lebt nicht mehr. Er ist am 26. Juli im Alter von 74 Jahren gestorben. Das Westhavelland verliert einen meinungsstarken Mann, der mit seinen Gedanken nie hintern Berg gehalten hat. Er hat das Rathenower Hafenfest erfunden und wird nun auf eigenen Wunsch eine Seebestattung bekommen.

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Herbert Bauer, wo er immer am liebsten war: Am Steuer seiner „Alten Liebe II“.

Quelle: Ralf Stork

Rathenow/Papenburg. Das Westhavelland ist um einen meinungsstarken Mann ärmer geworden. Herbert Bauer, der bald nach der Wende vom Westen Deutschlands nach Rathenow kam, lebt nicht mehr. Am 26. Juli ist er im Alter von 74 Jahren gestorben. Er stammt aus Papenburg an der Ems im Bundesland Niedersachsen und hat einst Fischer gelernt. Viele Jahre fuhr er auf einem Fischkutter zur See und kam so folgerichtig mit einem mobilen Wagen nach Rathenow, um Fisch zu verkaufen. Als Gastwirt übernahm er das „Haus am See“, das es damals noch am Wolzensee gab, das nun aber schon seit vielen Jahren abgerissen ist. Später übernahm er das Restaurant „Zum Alten Hafen“ an der Stadthavel und ging als Erfinder des Rathenower Hafenfestes in die Geschichte der Kreisstadt ein.

Herbert Bauer wurde Mitglied im Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow und sorgte dafür, dass der Reinerlös des Hafenfestes stets für den Wiederaufbau des Gotteshauses gespendet wurde. Er zog für die CDU als Abgeordneter in die Stadtverordnetenversammlung Rathenow ein, war Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Westhavelland und musste natürlich Mitglied der Marinekameradschaft Rathenow sein.

Er war ein Mensch mit Ecken und Kanten, der mit seiner Meinung nie hinterm Berg gehalten hat. Schöne Stunden hat er erlebt, wenn er am Steuer eines seiner beiden Ausflugsschiffe „Alte Liebe I“ und „Alte Liefe II“ mit Einheimischen und Touristen über die Gewässer des Westhavellandes fuhr. Die Trauerfeuer an seiner Urne findet am 21. August um 11 Uhr im Saal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Rathenow, Berliner Straße 29, statt. Seine große Liebe und Sehnsucht galt bis zuletzt dem Meer. Deshalb war eine Seebestattung sein Wunsch.

Von Bernd Geske und Joachim Wilisch

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