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„Herkulesaufgabe“ Flüchtlinge im Havelland

Temporäre Lösungen möglicherweise von Dauer „Herkulesaufgabe“ Flüchtlinge im Havelland

Der Landkreis Havelland steht nach Vize-Landrat Roger Lewandowski (CDU) in diesem Jahr vor einer „Herkulesaufgabe“ bei der weiteren Unterbringung von Flüchtlingen. Bislang war man von 1599 Menschen ausgegangen. Doch die Zahl ist längst nach oben korrigiert. Das bedeutet Dauerstress in den Verwaltungen. Das ist aber nicht alles.

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Flüchtlinge bei ihrer Ankunft am Bahnhof.

Quelle: dpa-Zentralbild

Havelland. Der Landkreis muss in diesem Jahr 2281 Asylbewerber unterbringen und damit fast 700 mehr als bislang bekannt. Bislang war man von 1599 Personen ausgegangen, die im Havelland unterkommen. Die neuen Zahlen, die der 1. Beigeordnete des Landrates und Leiter des Krisenstabes Roger Lewandowski (CDU) am Montagabend im Sozialausschuss des Kreistags bekanntgab, sind ein Ergebnis des Asylgipfels auf Bundesebene Anfang des Monats. „Das ist eine Herkulesaufgabe“, sagte Lewandowski. Unterkünfte existieren zurzeit für rund 1100 Flüchtlinge - für ebenso viele muss noch eine Unterbringung gefunden werden. „Da tut sich ein Delta auf, das wir gerade irgendwie versuchen zu schließen“, so Roger Lewandowski.

Temporäre Lösungen doch von Dauer

Was die Zahlen für nächstes Jahr angeht, darüber könne er derzeit nur spekulieren: „Wir gehen aber im Moment davon aus, dass wir die gleiche Zahl an Asylbewerbern unterzubringen haben. Mindestens.“ Der Leiter des Krisenstabs vermutet deshalb, dass die Notunterkünfte, die in den vergangenen Wochen geschaffen wurden und zum Teil nur für eine temporäre Unterbringung vorgesehen waren, auch 2016 dringend gebraucht werden.

Auch die Herberge Zum Brieselang ist inzwischen eine Notunterkunft für Flüchtlinge

Auch die Herberge Zum Brieselang ist inzwischen eine Notunterkunft für Flüchtlinge.

Quelle: Andreas Kaatz

4,4 Millionen Euro hat der Landkreis in diesem Jahr bereits aus eigener Tasche für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge bezahlt. „Und damit ist noch keine einzige Wohnung gebaut“, so Roger Lewandowski, in die Flüchtlinge, die eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben, umziehen könnten.

„Dauerstress“: Vieles bleibt liegen

Im kommenden Jahr wird sich die Summe der Ausgaben noch einmal deutlich erhöhen, auch weil in der Kreisverwaltung 20 neue Stellen geschaffen werden. „Ob wir damit auskommen, weiß ich nicht, aber es sorgt zumindest für etwas Luft“, sagte Lewandowski. Die Verwaltung befindet sich derzeit im Dauerstress, „wir kommen ja nicht einmal mehr dazu Bürgerbriefe zu dem Thema zu beantworten“, berichtete der Dezernent. „Unsere oberste Priorität ist es, die Unterbringung der Menschen sicherzustellen und ihnen ein Dach über dem Kopf zu geben. Über das Thema Integration reden wir derzeit nur nachrangig“, so Roger Lewandowski.

Von Philip Häfner

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