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Herkunft der Ziegel ist geklärt

Rotes Schloss in Ketzin/Havel Herkunft der Ziegel ist geklärt

Der Namensgebende Steine des „Roten Schlosses“, eines Ketziner Mietshauses, stammen aus Rathenow. Das Gebäude an der Ecke Feld- und Breitscheidstraße wurde nach einem 18-jährigen Leerstand abgerissen. Es wurde vor 140 Jahren von Baumeister Weigel aus Rathenow errichtet. Mehr als 100 Jahre hatten jeweils 19 Familien hier ihr Zuhause.

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Ein Relikt, das vom ehemaligen "Roten Schloss" nach dem Niederriss übrig geblieben ist.

Quelle: Helmut Augustiniak

Ketzin/Havel. Eines der größten Mietshäuser in Ketzin/Havel – das Rote Schloss an der Ecke Feld- und Breitscheidstraße – ist nach einem 18-jährigen Leerstand abgerissen. Es wurde vor 140 Jahren von Baumeister Weigel aus Rathenow errichtet. Mehr als 100 Jahre hatten jeweils 19 Familien hier ihr Zuhause.

Vor allem arme Leute, Arbeiter mit mehreren Kindern, wohnten in den kleinen Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. Sie kamen im Zuge des Aufbaus der Ketziner Ziegeleien in die Havelstadt. Hier fanden sie Arbeit bis der Bauboom in Berlin versiegte und sie das Heer der Arbeitslosen vermehrten. Die damaligen Bürgermeister Otto Zesch und Carl Reumschüssel bezeichneten auch deshalb die finanzielle Lage der Stadt als schlecht, weil es wenig Gewerbebetriebe in Ketzin gab und deshalb das Steueraufkommen gering war. Die schlechten Lebensumstände der Arbeiter radikalisierten die politischen Anschauungen der Mieter im Roten Schloss. Außerdem wohnten vorübergehend Mitglieder der SPD und KPD im Gebäude. Daraus schlussfolgerte man, dass der Name Rotes Schloss auf die politische Anschauung der Bewohner der Mietskaserne zurückzuführen sei. Die Meinung, dass der Name wegen der verwendeten roten Ziegel an der Frontseite des Hauses entstand, fand nur wenig Gegenliebe.

 
Etwa 50 Jahre nach seinem Bau bekam das Haus einen grauen Rauputz, unter dem die roten Ziegel verschwanden. Nur die rot angestrichenen Haustüren und Fensterkreuze waren noch zu sehen. Der Name Rotes Schloss aber blieb.
Mit dem jetzigen Abriss des Hauses kamen die roten Ziegel wieder ans Tageslicht. Sie liegen nun zu großen Haufen aufgetürmt auf dem Gelände.

Der Ketziner Andreas Lauterberg von den „Freunden der Ziegeleigeschichte der Mark Brandenburg“ klassifizierte die Herstellungsorte dieser roten Ziegel anhand der auf einzelnen Steinen vorhandenen Stempel. Es waren demnach Ziegeleien aus Rathenow und Parey, die den Baumeister Weigel belieferten. In Ketzin selbst wurden vorwiegend gelbe Ziegel gebrannt.

Bis zum 27. August soll nach Auskunft von Bürgermeister Bernd Lück das Areal des Roten Schlosses geräumt sein. Dann beginnen die Vorbereitungen zum Bau eines neuen Mietshauses.

Von Helmut Augustiniak

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