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Herrchen leint Hund nicht an – 100 Euro Strafe

Brieselang Herrchen leint Hund nicht an – 100 Euro Strafe

Muss ein Hund im Ort an die Leine genommen werden? Diese Frage beschäftigt viele Hundehalter. Im Havelland ist es deswegen zu einer Gerichtsverhandlung gekommen. Ein Hundehalter muss 100 Euro zahlen, weil sein Tier nicht angeleint war. Außerdem gab das Gericht eine Antwort auf eine Grundsatzfrage.

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Die Leinenpflicht für Hunde ist in vielen Gemeinden ein Thema.

Quelle: Dpa-Zentralbild

Brieselang. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Nauen fühlt sich die Gemeinde Brieselang darin bestätigt, dass ihre Satzung zur Leinenpflicht für Hunde korrekt ist. Das sagte jetzt Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). „Sie verstößt nicht gegen das Tierschutzgesetz und das Gericht sieht auch keine Notwendigkeit für ein Auslaufgebiet innerhalb der geschlossenen Ortslage der Gemeinde.“

Im konkreten Fall war ein Brieselanger wegen fahrlässigen Verstoßes gegen die Leinenpflicht in Tateinheit mit „fahrlässiger falscher Namensangabe“ zu einer Geldbuße von 100 Euro verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichtes hätte der Hundehalter den Mitarbeitern des Ordnungsamtes die Personalien – Name und Adresse – unbedingt mitteilen müssen, da eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestanden habe.

Mann weigerte sich, seinen Namen zu nennen

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten den Mann im Vorjahr in der Sudermannstraße dabei angetroffen, wie er seine beiden Hunde frei herumlaufen ließ. Als die Behördenmitarbeiter ihn aufforderten, die Tiere anzuleinen, tat er das nur bei einem Hund und entfernte sich. Als sie ihn zur Rede stellen wollten, weigerte er sich, seine Personalien anzugeben. Die zwei Männer vom Amt folgten ihm bis nach Hause, wo der Hundehalter nur auf den Briefkasten verwies, auf dem aber wohl drei Namen standen.

Der Mann selbst gab vor Gericht an, dass er daran gezweifelt hat, dass es sich um Mitarbeiter des Ordnungsamtes handelt – trotz des Fahrzeugs mit Beschriftung und der Kleidung mit entsprechender Aufschrift, die die Männer trugen. Die Mitarbeiter hätten sich nicht ausgewiesen. Die wiederum meinten, dass der Brieselanger nicht nach einem Ausweis gefragt und erst an der Haustür Zweifel an der Identität der Männer geäußert habe. Die Beiden hätten sich bedroht gefühlt, da einer der beiden Hunde gleich zu Beginn auf sie zugelaufen ist. Das Ordnungsamt hatte damals ein Bußgeld verhängt, gegen das der Hundehalter klagte.

Hundehalter müssen es in Kauf nehmen, das Tier an der Leine zu haben

Grundsätzlich stellte die Richterin fest, dass die Verordnung zur Leinenpflicht innerhalb der bebauten Ortslage wirksam sei. „Insbesondere verstößt sie nicht gegen das Tierschutzgesetz, da sie den Hundehaltern die Möglichkeit offen lässt, ihre Tiere am Rand des Gemeindegebietes beziehungsweise auf offenen Flächen zwischen den Ortsteilen der Gemeinde ohne Leine laufen zu lassen“, heißt es in der Urteilsbegründung. Dabei handle es sich unter anderem um Flächen südlich der Wustermarker Allee oder westlich der Autobahn 10.

„Es ist Hundehaltern auch zuzumuten, einige Kilometer zurückzulegen, bevor sie die Tiere ihren Freiheitsdrang artgerecht ausleben lassen“, heißt es weiter. Das Interesse der Hundehalter, ihre Hunde unweit des eigenen Hauses frei laufen zu lassen, müsse hinter den Schutz der Allgemeinheit vor den Gefahren, die von freilaufenden Hunden ausgehen, zurücktreten. Dies betreffe sowohl den Straßenverkehr als auch Passanten, die belästigt oder angegriffen werden könnten. Zudem sieht das Gericht angesichts der Entfernungen keine Notwendigkeit, dass eine verhältnismäßig kleine Gemeinde wie Brieselang den Hundehaltern innerhalb des geschlossenen Gemeindegebietes ein Areal zur Verfügung stellt, auf dem die Hunde frei laufen können.

Von Andreas Kaatz

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