Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Herrenhaus steht zum Verkauf
Lokales Havelland Herrenhaus steht zum Verkauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 22.01.2018
Gibt es einen Interessenten für das Hohennauener Herrenhaus? Quelle: Norbert Stein
Hohennauen

Das über 300 Jahre alte Herrenhaus von Hohennauen kann vielleicht doch noch vor dem endgültigen Ruin bewahrt werden. Die Chance ist zumindest nicht aussichtslos. Der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann macht vorsichtig Hoffnung. „Es gibt einen Interessenten für das Herrenhaus.“, sagte er am Sonntag beim Neujahrsempfang des Heimat- und Dorfentwicklungsvereins Hohennauen.

Erste Gespräche

Der Interessent habe bereits mit dem Erben der Immobilie Gespräche geführt. „Er hat sich das Herrenhaus angeschaut und lässt derzeit ein Nutzungskonzept prüfen.“ Vielleicht habe Hohennauen 2024 wieder ein saniertes Herrenhaus, sagte der Amtsdirektor.

Das ist die Geschichte

Das Herrenhaus hat eine lange Tradition. Im Jahr 1662 kaufte Johann Gottfried von Rauchhaupt das Anwesen. Auf den Grundmauern einer alten Burg ließ er um 1700 das Herrenhaus errichten. Zu DDR-Zeiten wurde das Herrenhaus bis 1988 als Schule genutzt. Anfang der 1990er Jahre verkaufte die Gemeinde das Herrenhaus mit dem Park an einen Unternehmensberater aus Berlin.

Nicht im Ansatz

Seine Pläne, das Anwesen zu sanieren und als touristisches Bildungszentrum zu nutzen, realisierte er nicht einmal im Ansatz. Und so hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Das Anwesen ist verwildert, das Dach des Herrenhauses weitgehend eingestürzt, Türen und Fenster sind zugemauert.

Und nun?

Der Besitzer ist inzwischen gestorben. 2017 bot der Erbe der Gemeinde das unter Denkmalschutz stehende Herrenhaus und den ebenfalls denkmalgeschützten Park für einen Euro zum Kauf an. Die Gemeinde lehnte ab. Sie kann sich den Unterhalt und die Sicherung des Anwesens finanziell nicht leisten und hätte auch keinen Verwendungszweck.

Anne Bünger und Jannes Rumland aus der 6. Klasse haben beim Neujahrsempfang des Heimat- und Dorfentwicklungsvereins Hohennauen vorgetragen, wofür sie  sich einsetzen würden,wenn sie Bürgermeister wären. Quelle: Norbert Stein

Gleichgültig ist die Zukunft des Herrenhauses und der verwilderten Parkanlage in Hohennauen aber wohl niemanden. Und so kam der Amtsdirektor mit seiner Nachricht auch zum richtigen Zeitpunkt. Weil auch der Spielplatz der Kita zur Parkanlage gehört möchte sich der Heimat- und Dorfentwicklungsverein für dessen Wiederherrichtung engagieren und hat dafür auf Vorschlag der Vorsitzenden Petra Rechcygier beim Neujahrsempfang eine Arbeitsgruppe gebildet.

Es wird aufgeräumt

Die Arbeitsgruppe wird zunächst alte Unterlagen sichten und Fotos sammeln, um herauszufinden, wie die historische Parkanlage angelegt war. Anschließend möchte der Heimat- und Dorfentwicklungsverein im Zusammenwirken mit weiteren örtlichen Vereinen und der Feuerwehr im Park aufräumen. Für andere Arbeiten, die Ehrenamtler schon aus Sicherheitsgründen nicht erledigen können, wird der Heimat- und Dorfentwicklungsverein, der 2018 seinen 15. Bestehenstag begeht, eine Lösung suchen. Der Verein hat sich damit eine schwierige Aufgabe vorgenommen, doch die Mitglieder sind zuversichtlich.

Petra Rechcygier, Vorsitzende des Heimat- und Dorfentwicklungsvereins Hohennauen. Quelle: Norbert Stein

Das Herrenhaus und die Parkanlage standen auch auf einem Plakat, das Anne Bünger und Jannes Rumland aus der 6. Klasse der Kleinen Grundschule Hohennauen mitgebracht hatten. Die Sechstklässler haben sich auf Vorschlag ihrer Lehrerin Ina Patricia Dehn im Sachkundeunterricht mit Kommunalpolitik beschäftigt. „Was würde ich machen, wenn ich Bürgermeister wäre in der Gemeinde“, lautete das Thema. Das Ergebnis haben Anne und Jannes beim Neujahrsempfang vorgetragen.

Aufmerksamer Bürgermeister

Bürgermeister Ulf Gottwald hörte aufmerksam zu. Auf der Hitliste der Kinder stehen eine Wasserrutsche am See, die Erweiterung der Gemeindebibliothek mit einem Leseclub, die Einrichtung eines Jugendclubs, mehr Blumenbeete im Dorf, die Eisenbahnbrücke, eine Streuobstwiese sowie den Erhalt des Herrenhauses und der Parkanlage.

Vorerst Zukunftsmusik

Das ist vorerst alles Zukunftsmusik. Zunächst muss der Interessent, der sich für das Herrenhaus interessiert, seine Ideen mit den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde in Einklang bringen. Bis der erste Spatenstich zur Sanierung erfolgt oder sogar ein Übergabetermin für das Haus feststeht, dürfte also noch eine Menge Zeit vergehen.

Von Norbert Stein

Auf der Grünen Woche in Berlin wird Schönwalde-Gliens Bürgermeister Bodo Oehme am Donnerstag den Staffelstab als Ausrichter des Kreiserntefestes 2018 von Brieselang übernehmen. Ketzins Fischerkönigin hatte das Havelland bei der Parade der Königinnen und Könige vertreten.

25.01.2018

Unter dem Titel „Pentalog – Linie, Form, Farbe“ stellen fünf Künstler aus Falkensee im Spandauer Kulturhaus aus. In der Galerie Schneeweiß von Falkensee hatte die internationale Künstlergruppe aus Malern, Grafikern und Keramikern bereits gemeinsame Ausstellungserfahrungen gesammelt.

22.01.2018

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest geht um. So setzt das Land eine Kopfprämie von 50 Euro für jedes geschossene Wildschwein aus. Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow, sagt, dringend angeraten sei jetzt eine Untersuchung, ob auch der Wolf ein Überträger ist. Er hat beim Landestierarzt eine Risiko-Bewertung beantragt.

22.01.2018