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Ohne Arzt ist bald Schluss

Herzsportgruppe mit über 40 Mitgliedern hofft auf ein Wunder Ohne Arzt ist bald Schluss

Menschen mit Herzerkrankungen, Kreislaufproblemen oder schweren Operationen wird empfohlen, sich einer Herzsportgruppe anzuschließen. Eine solche Gruppe gibt es auch in Rathenow, unter Beobachtung eines Arztes treiben die Kranken Sport. Doch der Betreuer Rüdiger Thurm schafft das zeitlich nicht mehr, jetzt wird nach einem neuen Arzt gesucht.

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Bei den Übungen mit dem Schwungtuch werden Sport, Spaß und Gemeinschaftsgefühl miteinander verbunden.

Quelle: B. Geske

Rathenow. Fachleute sagen, dass Herzsport (auch Koronarsport genannt) eine gute Sache ist. Menschen mit Herzerkrankungen, Kreislaufproblemen oder schweren Operationen wird empfohlen, sich einer Herzsportgruppe anzuschließen. Unter Anleitung von extra ausgebildeten Übungsleitern wird ein Bewegungsprogramm ausgeführt, das für diese Patienten maßgeschneidert ist. Blutdruckmessen am Anfang und mehrere Pulskontrollen zwischendurch sind vorgeschrieben. Die Anwesenheit eines Arztes samt Notfallkoffer ist Pflicht, falls sich ein Übender mal übernimmt.

Eine Gemeinschaft von über 40 Herzsportlern, die sich jeden Montag um 17 Uhr in der Havellandhalle trifft, sieht sich mittlerweile einem übermächtigen Problem gegenüber, weil sie Ende August keinen Arzt mehr haben wird. Der Rathenower Allgemeinmediziner Rüdiger Thurm hat die Gruppe 13 Jahre lang nach seiner Praxistätigkeit ehrenamtlich betreut. Weil ihm die Doppelbelastung aber mittlerweile zu viel geworden ist, will er im Sommer bei der Herzsportgruppe aufhören. Die Übungsleiterinnen Kerstin Müller und Andrea Marga und auch Werner Kanthack, der beim Awo-Ortsverein für die Sportgruppe zuständig ist, haben schon alle Register gezogen, um einen oder besser mehrere Ärzte für die Gruppe zu gewinnen, doch bislang sind sie erfolglos gewesen.

Selbst das Gesundheitsamt des Landkreises und die Havelland-Kliniken haben sich zur Hilfe nicht in der Lage gesehen. „In Rathenow existieren zur Zeit zwei Herzsportgruppen“, hat Babette Dietrich, Referentin der Geschäftsführung der Havelland-Kliniken, mitgeteilt. Die ärztliche Betreuung einer der beiden Herzsportgruppen gewährleiste bereits Elena Skarbunov, Oberärztin der Havelland-Kliniken. „Unsere personellen Kapazitäten lassen es derzeit leider nicht zu“, bedauert Babette Dietrich, „auch für die zweite Gruppe eine ärztliche Betreuung zu stellen.“ – „Die Koronarsportgruppe ist gerade angesichts des demografischen Wandels eine gute und sinnvolle Initiative“, hat Stephanie Reisinger von der Pressestelle des Landkreises mitgeteilt. Gleichzeitig sehe das Havelland aber einem Mangel an Hausärzten entgegen. Bei der ärztlichen Betreuung der Koronarsportgruppe handele es sich um einen ehrenamtlichen Dienst. Daher sei es nicht möglich, jemanden dazu zu verpflichten. Im Gesundheitsamt des Landkreises komme zusätzlich das Problem hinzu, dass die Stelle des stellvertretenden Amtsleiters seit langer Zeit unbesetzt sei. „Die Kreisverwaltung selbst hat daher zurzeit bedauerlicherweise keine Möglichkeit“, so Stephanie Reisinger, „die Koronarsportgruppe zu unterstützen.“

„Wir wollen unsere Herzsportgruppe unbedingt erhalten“, sagt Werner Kanthack. „Dazu benötigen wir aber die Bereitschaft von Ärzten – wer kann noch helfen?“

Von Bernd Geske

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