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Havelland Hier geht es um das Wohl der Senioren
Lokales Havelland Hier geht es um das Wohl der Senioren
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22:08 07.03.2018
Donnerstags von 14 bis 17 Uhr öffnet Ines Neidt ihr Büro im Milower Gemeindezentrum für Besucher.   Quelle: Ch. Schmidt
Milower Land

 Was kann die Gesellschaft tun, um ältere Menschen vor einer Pflegebedürftigkeit zu bewahren oder diese möglichst lange hinauszuzögern? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit mittlerweile zwei Jahren Ines Neidt. Die Rathenowerin ist die Koordinatorin für das Modellprojekt zur Senkung der Pflegeprävalenz, das noch bis Ende 2018 im Milower Land und Nauen läuft. Die Vollzeitstelle, die von einer Krankenkasse und der Qualitätsgemeinschaft Pflege finanziert wird, teilen sich die beiden Kommunen.

Drei Tage pro Woche arbeitet Ines Neidt in ihrem Büro im Milower Gutskomplex, das von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. Hier entstanden in den letzten zwei Jahren Ideen für Projekte, die mittlerweile das Leben zahlreicher Senioren bereichern. „Ich hatte das Glück, dass sich in Milow gleich zu Beginn drei engagierte Bürger bei mir meldeten, die sich bereit erklärten, ehrenamtlich zu helfen“, erinnert sich Ines Neidt.

Im April 2016 konnte sie dann mit fünf Ehrenamtler eine Arbeitsgemeinschaft gründen, die bis heute besteht und Ines Neidt unterstützt. Ein wichtiger Schritt, wie sich schnell herausstellte. Denn um die Menschen zu erreichen, braucht es engagierte und vertraute Kontaktpersonen vor Ort. Renate Schatte, Gabriele Linke, Guido Gericke, Ursula Eismann, Inge Krüger und Gisela Sattelkau übernahmen diese Aufgabe mit Begeisterung.

Ines Neidt (Mi.) mit ihren ehrenamtlichen Helferinn Gabriele Linke (l.) und Renate Schatte. Quelle: Christin Schmidt

„Durch direkte Ansprache gelang es uns zum Beispiel, Menschen aus dem Milower zu motivieren, erstmals am Seniorensportfest des Kreissportbundes teilzunehmen. Bis dato kannten viele noch nicht einmal diese Veranstaltung. 2016 meldeten sich 19 Teilnehmer an, in diesem Jahr waren wir mit 35 dabei“, berichtet Ines Neidt.

Gemeinsam etwas zu unternehmen, sich auszutauschen und Zeit miteinander zu verbringen, all das kommt bei den Senioren gut an. Was nicht zuletzt auch die Teilnehmerzahlen der Mittagstische für Senioren in Milow und Nitzahn beweisen. Jeden Monat treffen sich in Milow rund 40 und in Nitzahn etwa 30 Frauen und Männer. Dabei geht es natürlich nicht nur ums Essen. „Kochen können wir selber“, sagen die Senioren. Ihnen geht es vielmehr darum, rauszukommen und andere Menschen zu treffen.

„Soziale Kontakte sind das A und O, um die Menschen aus der Vereinsamung zu holen“, weiß Ines Neidt. Zudem wirke sich das gemeinsame Spielen und Lachen positive auf das Wohlbefinden aus.
Ein Erfolg ist auch das Männerfrühstück, dass seit einem Jahr monatlich im Gemeindezentrum in Milow stattfindet. Anfangs deckten die ehrenamtlichen Helfer den Tisch für zehn Herren, mittlerweile melden sich bis zu 30 an.

Das Modellprojekt

Im Landkreis Havelland gibt es überdurchschnittlich viele Pflegebedürftige – bezogen auf die Gesamtzahl der Bevölkerung 3,2 Prozent.

Das Modellprojekt Pflegeprävalenz geht der Frag nach, warum die Zahl der Pflegebedürftigen hier so hoch ist und was man tun kann, um sie zu senken.

Zusammen mit der AOK Nordost, den Havelland Kliniken, der Stadt Nauen, der Gemeinde Milower Land, dem Landkreis und zweier Hochschulen wird das Modellprojekt umgesetzt.

Am Projekt nehmen das Milower Land als ländlicher Bereich sowie Nauen als städtischer Bereich teil.

Ende November 2018 läuft das Projekt aus.

Neben diesen Angeboten sowie diversen Informationsveranstaltungen für Senioren hat sich Ines Neidt auch mit dem Angebot an Dienstleistungen, die Senioren den Alltag erleichtern, beschäftigt. Im Juni organisierte sie mit ihren Helfer die erste Messe „Gesund leben im Milower Land“. Aussteller und Besucher waren davon gleichermaßen begeistert. Viele wussten bis dato nicht, dass das Angebot so umfangreich und vielfältig ist.

Schnell wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung laut. Noch unbeantwortet ist aber die Frage, wer die Organisation übernimmt. Denn das Modellprojekt läuft im nächsten Jahr aus und damit auch die Koordinierungsstelle.

Einen Teil der Aufgaben werden sicher die Mitglieder des im März gegründeten Seniorenrats übernehmen – auch dieses Gremium entstand im Rahmen des Modellprojekts. „Alles können die Ehrenamtler aber nicht stemmen“, betont Ines Neidt.

Gemeinsam mit Dr. Dieter Wollenberg, dem Leiter des Modellprojekt Pflegeprävalenz und Präsidenten des Vereins Pro Seniorenpflege im Land Brandenburg, wird sich Ines Neidt noch ein Jahr lang für die Belange der Senioren einsetzen. Ideen für weitere Projekte und Veranstaltungen hat sie genug. Unter anderem möchte sie eine Zusammenarbeit zwischen dem Jugendparlament und dem Seniorenrat anregen und eine Sportgruppe zur Sturzprävention ins Leben rufen.

Von Christin Schmidt

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