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Hier haben Kinder auch nach der Schule Spaß

Großwudicke (Havelland) Hier haben Kinder auch nach der Schule Spaß

Die Kleine Grundschule Großwudicke bietet als einzige Schule im Westhavelland das vom Landkreis geförderte Programm „Hausaufgaben und mehr“ an. Derzeit werden dort 22 Mädchen und Jungen der vierten bis sechsten Klasse zwischen Schulschluss und Heimfahrt betreut.

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Die Jungs spielen Fußball, die Mädchen basteln an der Werkbank. Ingrid Kadach (l.) und Karin Klein (3.v.r.) schauen Marie beim Sägen zu.

Quelle: Christin Schmidt

Großwudicke. Eigentlich könnte Ingrid Kadach gelassen ihren Ruhestand genießen. Doch statt die Hände in den Schoß zu legen, kommt die ausgebildete Erzieherin jede Woche von Montag bis Freitag in die Kleine Grundschule Großwudicke. Hier macht sie mit Mädchen und Jungen der 4. bis 6. Klasse Hausaufgaben, sie bastelt, kocht oder spielt mit ihnen.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Karin Klein gestaltet sie für die Kinder die Zeit zwischen Schulschluss und Heimfahrt sinnvoll. „An erster Stelle stehen bei uns die Hausaufgaben, wir lernen auch mal Vokabeln oder üben für ein Diktat. Oft kommen die Kinder auf uns zu und sagen, was sie üben wollen und wo sie noch Probleme haben“, erzählt Ingrid Kadach. Ist all das erledigt, stehen Spiel und Spaß im Vordergrund.

Seit September bietet die Kleine Grundschule Großwudicke in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Ortsverband Rathenow das Programm „Hausaufgaben und mehr“ an. 22 der insgesamt 25 Plätze sind derzeit belegt. Das zusätzliche Angebot richtet sich an Schüler der 4. bis 6. Klasse und soll unter anderem den Hort entlasten. Denn die 91 Plätze im Hort und in der Kita sind belegt.

Aufgrund der Beliebtheit der Großwudicker Schule, gibt es inzwischen sogar Wartelisten. „Wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt Schulleiterin Anke Engeleiter. Nicht zuletzt deshalb habe man das zusätzliche Angebot geschaffen. „Viele Eltern sind dankbar, dass die Hausaufgaben erledigt sind, wenn die Kinder nach Hause kommen“, weiß die Schulleiterin.

Das Angebot soll es auch nächstes Schuljahr geben

Großwudicke ist die erste Grundschule im Westhavelland, die neben der Hortbetreuung ein solches Angebot für ältere Grundschüler vorhält. „Das Ganze ist aber nicht als Konkurrenz zum Hort zu verstehen“, betont Anke Engeleiter. Die Betreuung sei auch nicht ganz so umfänglich wie im Hort. In der Regel kommen die Kinder nach Schulschluss und bleiben bis 15 Uhr. Selbst in den Ferien sind Ingrid Kadach und Karin Klein für die Mädchen und Jungen da.

Ab 8.30 Uhr bis zum frühen Nachmittag beschäftigen sie sich mit ihnen. „Das Programm gestalten wir stets in Absprache mit den Kindern. Wir haben zum Beispiel gefilzt, Frühlingskränze gebastelt, Waffeln gebacken. Sogar die Feuerwehr hat uns schon besucht. Zudem durften sich die Mädchen und Jungen einen Rettungswagen ganz genau anschauen“, erzählt Ingrid Kadach.

Die Unruheständlerin lebt in Großwudicke, wo sie viele Jahre als Erzieherin in der Kita arbeitete. Dort war auch Karin Klein zuletzt als Bundesfreiwillige beschäftigt. Beide sind nun für je 16 Stunden pro Woche beim ASB-Ortsverband Rathenow angestellt. Dieser hat die Trägerschaft für das Projekt übernommen, das zunächst für ein Jahr bewilligt wurde. Voraussetzung für die Genehmigung ist unter anderem die Besetzung mit einer pädagogischen Fachkraft und einer zusätzlichen Hilfskraft, die ebenfalls Erfahrung in der pädagogischen Arbeit haben muss, weiß Claus Witting.

Er ist Geschäftsführer des ASB-Ortsverbands Rathenow und hat in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Milower Land und der Schulleitung das Konzept entwickelt. „Dabei haben wir natürlich auf die Erfahrungen unserer ASB-Kollegen im Osthavelland zurückgegriffen, die das Konzept ,Hausaufgaben und mehr’ schon länger anbieten“, so Witting.

Entsprechend einer Richtlinie für andere Angebote der Kindertagesbetreuung im Landkreis und der geschlossenen Leistungsvereinbarung bezuschusst der Landkreis Havelland die Personalkosten monatlich pauschal mit einhundert Euro je betreutes Kind. Die Eltern beteiligen sich mit 25 Euro, die übrigen Kosten für Strom oder Heizung trägt die Gemeinde. Ähnlich wie in der Kita schließen die Eltern einen Betreuungsvertrag ab. Für Anke Engeleiter stet fest, dieses Konzept ist ein Erfolg. Es kommt bei Eltern und Schülern gut an und entlastet den Hort. Sie hofft, dass es auch für das nächste Schuljahr bewilligt wird.

Von Christin Schmidt

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