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Havelland Hier ist Fliegen noch Handarbeit
Lokales Havelland Hier ist Fliegen noch Handarbeit
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06:55 31.03.2016
Mit einem Schwung wird der Propeller der alten Maschine zum Laufen gebracht.. Quelle: Danilo Hafer
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Bienenfarm

Nur wenige Meter trennen die Pilatus P3 noch vom sicheren Boden. Ganz knapp fliegt Pilot Martin Strik die alte Maschine über die Baumwipfel am Rande des Flugplatzes Bienenfarm. Kurz vor der Landung bringt eine Windböe den gelben Flieger noch einmal ins Trudeln, dann ist es geschafft. Sichere Landung auf der Graspiste. Für den Chirurgen aus Berlin war der Wind keine besondere Herausforderung. Bereits seit 15 Jahren hält Martin Strik in seiner Freizeit regelmäßig den Steuerknüppel in der Hand. Der Spaß am Fliegen und die Faszination für die Flugzeuge machen für ihn die Leidenschaft an diesem Hobby aus. Und damit ist er nicht allein.

Cyril Dyusker ist seit 24 Jahren Berufspilot. Quelle: Danilo Hafer

Rund 50 Piloten und Flugzeugbegeisterte, alle Mitglieder des Vereins Quax-Flieger, der in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert, trainieren seit Montag wieder auf dem Flugplatz Bienenfarm in der Nähe von Nauen. „Ausmotten“ nennt sich der alljährliche Auftakt zur Flugsaison. „In dieser Woche sollen sich die Piloten unter Anleitung von Fluglehrern wieder die nötige Routine erfliegen, um sicher durch die Saison zu kommen“, sagte Alexander Stendel, der sich um den Quax-Standort Bienenfarm kümmert. Außerdem können sich die Piloten mit Hilfe der Fluglehrer auch an neuen Maschinen ausprobieren. Selbst erfahrene Berufspiloten werden in dieser Woche nicht gleich alleine in die Lüfte geschickt.

An einem der Flugzeuge, einer Brücker Jungmann von 1951, steht Cyril Duysker. In brauner Lederjacke gekleidet kontrolliert er das Öl der alten Doppeldeckermaschine. Der Holländer ist seit 24 Jahren Berufspilot und hat es sonst eher mit größeren Maschinen zu tun. „Beruflich fliege ich oft eine Boing 747, das ist etwas ganz anderes“, sagte Cyril Duysker. Bereits als 15-Jähriger hatte er mit dem Segelfliegen angefangen. Dass er es später auch beruflich machen würde, habe früh festgestanden. „Mein Vater war Flugzeugmechaniker, so kam für mich eigentlich nie etwas anderes in Frage“, sagte Cyril Duysker. Start und Landung seien das schwierigste bei den alten Maschinen. „Das Spornrad am Ende des Flugzeuges macht es weniger stabil, als bei den neuen Maschinen“, sagte er. Und durch die hochstehende Front könne man als Pilot so gut wie nichts sehen.

Zahlreiche alte Flugzeuge befinden sich im Besitz der Quax-Flieger. Quelle: Danilo Hafer

Martin Strik, der nach der Landung mit seiner Pilatus direkt an die Zapfsäule fährt, vergleicht es so: „Mit den alten Propellermaschinen ist wie mit einem alten Auto, die ganze moderne Technik fehlt einfach.“ Und Spritsparend sind die alten Flieger auch nicht. Rund 50 Liter Flugbenzin schluckt die Pilatus pro Stunde. In jedem Fall ein teures Hobby.

Von Danilo Hafer

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