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Havelland Hier ist Rathenows Jugend zu Hause
Lokales Havelland Hier ist Rathenows Jugend zu Hause
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20:10 17.06.2016
Die Jugendlichen, für die die Oase ein zweites Zuhause ist, freuen sich auf das große Fest zum 25. Geburtstag der Einrichtung. Und mitten drin Carsten Schulz und Maximilian Vogt. Quelle: Privat
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Rathenow

Dass es die Oase überhaupt gibt, ist vielen ehrenamtlichen Helfern und vor allem Pfarrer Wolf Schöne zu verdanken. Als Jugendbeauftragter der evangelischen Kirche für den Kirchenkreis Rathenow-Nauen baute Schöne die Einrichtung 1991 auf. In den ersten 15 Jahren war es ein ehrenamtliches Projekt. Viel Herzblut haben Wolf Schöne und seine Frau Monika in die Oase gesteckt, die, wie der Name verrät, ein Ruhepunkt und Zufluchtsort ist. Hier sollten und sollen noch immer junge Menschen so sein können, wie sie sind. Sie sollen ihre Sorgen los werden, einander helfen, Toleranz erfahren und sich zu Persönlichkeiten entwickeln.

Im Gegensatz zu heute konnten in den ersten Jahren regelmäßige Öffnungszeiten nicht gewährleistet werden. „Damals hing eine Handynummer im Schaukasten. Wenn jemand in die Oase wollte, rief er an“, erinnert sich Wolf Schöne. Später kamen Praktikanten dazu und etablierten feste Zeiten. Nach langem Ringen bewilligte das Jugendamt schließlich eine PKR-Stelle für die Einrichtung. Diese hat seit 2012 Carsten Schulz inne, der lange als Streetworker in Potsdam tätig war. Seit 2015 unterstützt ihn der 25-jährige Maximilian Vogt. Sie sorgen montags bis donnerstags von 14 bis 20 Uhr und freitags bis 22 Uhr für Leben im Haus.

Viele junge Flüchtlinge fühlen sich in der Oase wohl

„Was Carsten und Max machen ist bewundernswert, bei dem Ansturm auf die Oase“, lobt Schöne das Zweierteam. Bis zu 70 Jugendliche verbringen ihre Freizeit hier und leben inzwischen sogar spielerisch Integration. Etwa ein Drittel der Besucher sind Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten, die in Flüchtlingsunterkünften in Rathenow leben. „Sie bereichern unseren Alltag“, sagt Schulz. Was ihn besonders freut, ist der natürliche Umgang der eingefleischte Oase-Gänger mit den Neuankömmlingen.

Anders als auf der Straße kommen sie hier unmittelbar miteinander in Kontakt, lernen sich ungezwungen kennen und bauen so automatisch Vorurteile ab. Wenn ein Junge aus Syrien Bilder von grauen Schuttbergen zeigt und erklärt, dass das einmal seine Schule war, lasse das niemanden kalt. So rückt der Krieg plötzlich ganz nah und die Besucher der Oase enger zusammen. Natürlich gibt es in dem Jugendtreff auch Spielregeln, an die sich alle halten müssen. Die sogenannte Oase-Ordnung wurde einst vom Oase-Rat erstellt.

Etwa zehn Bands sorgen am 2. Juli für Stimmung

Während in den 1990er Jahren gemeinsam Fahrten, lange LAN-Partys, Sport und Spiel das Gemeinschaftsleben prägten, wird jetzt zusammen gekocht. Sport und Spiel gehören natürlich nach wie vor dazu, außerdem bieten die Betreuer Workshops an. Schon immer im Mittelpunkt stand die Musik. „Unendlich viele Bands probten hier“, erzählt Wolf Schöne. Die Mojos, Wolfspack und Jacks Hintern waren dabei. Sie spielten Blues und Rock, Jazz und Hardcore, Metal und Softrock. Derzeit nutzen unter anderem die Bands Les Serious, Risiko oder #no name die Proberäume. Zudem zieht der wöchentliche Gitarrenkurs seit vielen Jahren Besucher an.

Wenn am 2. Juli ab 14 Uhr der 25. Geburtstag gefeiert wird, darf Musik natürlich nicht fehlen. Carsten Schulz und Maximilian Vogt wollen alle Bands, die in der Oase proben sowie einige Gastmusiker auf die Bühne holen. Auch Wolf Schöne wird mit seiner Lujah-Bänd dabei sein. Es dürften fast zehn Musik-Acts werden, die das große Jubiläumsfest beleben. Willkommen sind an diesem Tag alle, auch Erwachsene können und sollen ausnahmsweise ohne Anmeldung dabei sein.

Viele ehemalige Besucher, Gäste aus der Verwaltung, Politik und Unternehmer, die die Einrichtung zum Teil seit vielen Jahren unterstützen sowie vielen ehrenamtliche Helfer und Praktikanten, die über die Jahre einen großen Teil der Arbeit mitgetragen haben, werden erwartet. Und natürlich ist Wolf Schöne dabei. Schließlich ist die Oase ein Teil seines Lebens, wie er sagt.

Von Christin Schmidt

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