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Havelland Hier wird seit vier Jahrzehnten geschraubt
Lokales Havelland Hier wird seit vier Jahrzehnten geschraubt
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00:19 21.10.2017
Auch mit 71 Jahren arbeitet Norbert Buschek noch gerne als Kfz-Elektronikmeister in Falkensee. Quelle: Danilo Hafer
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Falkensee

Eigentlich könnte Norbert Buschek mit seinen 71 Jahren längst in Rente gehen, tut es aber nicht. Immer wieder stellte sich der Kfz-Elektronikmeister in den vergangenen Jahren die Frage: Reicht es nicht langsam? So auch vor etwa zehn Jahren, als er gerade wieder einmal unter einem Baufahrzeug in Berlin-Mitte hing, 20 Meter unter der Erde, und eine Heizung austauschte.

„In dem Moment dachte ich mir, was machst du hier eigentlich Buschek? Aber es ist mein Job und der macht mir einfach immer noch Spaß“, erzählt er. Ans Aufhören denkt der Kfz-Elektromeister auch heute noch immer nicht. Sein Betrieb besteht inzwischen seit mehr als 40 Jahren und seit 1993 in Falkensee.

Wäre es nach Norbert Buscheks Vater gegangen, wäre er eigentlich Kfz-Mechaniker geworden, doch das wollte er auf gar keinen Fall. „Ich hatte keine Lust, ständig dreckige Hände zu haben, weil ich an irgendwelchen Getrieben rumschrauben muss“, erzählt er. Seine erste Werkstatt eröffnete Norbert Buschek im Oktober 1976 in Berlin-Wilmersdorf. Als sein Mietvertrag nach der Wende jedoch nicht verlängert wurde, suchte sich der Kfz-Elektronikmeister ein neues Domizil.

Dies fand er in Falkensee, unweit des Bahnhofs. „Als ich meinem Stammlieferanten dann die neue Adresse mitteilte, sagte der ganz entsetzt: Was, das ist ja zehn Kilometer hinter der Grenze. So war das damals“, erzählt Norbert Buschek und lacht.

Seither hat sich jedoch viel verändert. „Die Branche ist auch heute noch in einem stetigen Wandel, wenn man sich nicht ständig weiterbildet, ist man irgendwann raus“, so Buschek. Ohne Computer und digitale Auslesegeräte geht in der Werkstatt des Elektrofachmanns schon lange nichts mehr. Das Hauptgeschäft machen heute vor allem der Einbau und die Reparatur von Standheizungen. Doch das war nicht immer so.

„In den 80er-Jahren habe ich Unmengen an Telefonen in Autos verbaut, damit ließ sich damals gutes Geld verdienen“, so Buschek. Aber auch High-End-Musikanlagen gehörten immer wieder zum Tagesgeschäft. Einmal habe er eine ganze Woche für den Einbau eines Radios mit Anlage in einen Cadillac verwendet. Und der Aufwand lohnte sich. „Wer einmal Musik von einer anständigen Anlage gehört hat, wird diesen Klang nicht mehr vergessen“, sagt er. Immer wieder hatte Norbert Buschek auch automobile Hingucker auf seiner Hebebühne.

„Einmal kam ein Kunde mit einem Bentley Coupé aus dem Jahr 1954 vorbei. Das Fahrzeug hatte damals schon alles, was die modernen Autos von heute haben. Sitzverstellung, Klimaanlage, Tempomat und Automatik. Im Vergleich mit unseren Autos aus dieser Zeit sind wir hier mit Pferdekutschen gefahren“, erzählt Norbert Buschek.

Die unterschiedlichen technischen Verhältnisse seien aber völlig normal. „Jede Autonation denkt anders und baut daher auch ihre Autos anders“, sagt er. Das müsse man auch bei der Fehleranalyse in der Werkstatt immer im Hinterkopf behalten. „Wenn bei uns das Kabel vom Gebläse abfällt, geht es aus. In Japan hört es hingegen gar nicht mehr auf, zu blasen“, so Buschek.

Eines gibt Norbert Buschek noch zu. Durch die Prüfung ist er damals erst einmal durchgefallen, weil er die Buchhaltung mit einem Bleistift und nicht mit einem Kugelschreiber machte. „Mein Prüfer sagte hinterher: Buschek, sie hatten die sauberste Buchhaltung, aber mit einem Bleistift, das geht gar nicht. Sie sind durchgefallen“, erzählt Norbert Buschek.

Trotz der vielen Arbeit, das betont der Kfz-Elektromeister immer wieder, sei eines ganz besonders wichtig. „Man darf im Leben nie den Spaß vergessen. Das, was man jeden Tag macht, sollte einem auch Spaß machen, sonst wird man irgendwann krank“, so Buschek.

Von Danilo Hafer

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