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Hilfe bei Abzocke

Zehn Jahre Verbraucherzentrale Falkensee Hilfe bei Abzocke

Seit zehn Jahren arbeitet die Verbraucherzentrale in Falkensee. Die Mitarbeiter haben seitdem bei 4500 Beratungen geholfen. Die Havelländer hatten vor allem Sorgen mit Inkasso-Rechnungen, Abzocke durch unlautere Anbieter, Handy-Verträge und Reklamationen. Ein besonderer Bereich widmet sich der Energieberatung.

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Sabine Weiß-Gränzer (l.) und Margrit Unger beraten im Falkenseer Bürgerbüro.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Der Schreck sitzt tief: Der Mann aus Falkensee bekam plötzlich eine Telefonrechnung über mehrere hundert Euro. „Fast schon ein Klassiker“, sagt Sabine Weiß-Gränzer. Sie leitet die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Falkensee. Der Mann mit der Rechnung war ein Vater, und die enorme Summe war über das Handy seines Sohnes zusammengekommen. „Der hatte Spiele runtergeladen“, erklärt Sabine Weiß-Gränzer, die seien oft verführerisch kostenlos zu bekommen, nicht aber das Zubehör und die Zusatzangebote.

Hohe Handyrechnungen gehören inzwischen zum Alltag in der Verbraucherzentrale, die es jetzt seit zehn Jahren in Falkensee gibt. Der Landkreis und die Stadt Falkensee unterstützen den Verein, der kostengünstige Beratungen anbietet. So stellt Falkensee einen Raum für die Beratung im gut zugänglichen Bürgeramt.

Hilfe im Konsumalltag

In allen deutschen Bundesländern arbeiten Verbraucherzentralen. In rund 200 Beratungsstellen bekommen Verbraucher aktuelle und verlässliche Informationen und unabhängige Beratung. In den Verbraucherzentralen der Länder und dem Verbraucherzentrale Bundesverband arbeiten etwa Tausend Mitarbeiter.

Die Geschichte der Verbraucherzentralen und ihrer Vorgängerorganisationen geht zurück bis in die 1950er-Jahre.

In Brandenburg wurde die Verbraucherzentrale 1990 gegründet.

Geholfen wird bei Rechtsverstößen, etwa durch irreführende Werbung oder unzulässige Vertragsklauseln. Die Verbraucher werden bei Abmahnungen und Klagen unterstützt.

Ziel der Arbeit ist es, dass Verbraucher sich ihrer Macht bewusst werden und diese im Konsumalltag verantwortungsvoll ausüben können.

4500 mal haben Sabine Weiß-Gränzer und ihre Mitstreiter bisher Frauen und Männern aus dem Osthavelland beraten. Dabei hat sich die Beratung durchaus gewandelt. Anfangs stand mehr die Information über Produkte, Versicherungen und anderes im Vordergrund, jetzt geht es immer mehr um Rechtsberatung.

„Manche kommen schon noch, um sich über Produkte zu informieren“, erzählt die Leiterin der Falkenseer Beratungsstelle,informieren sich über Kaffeemaschine oder Staubsauger. Aber andere kommen, wenn ihnen die Probleme über den Kopf wachsen. Inkasso-Rechnungen, Abzocke unlauterer Anbieter, Handy-Verträge, Reklamationen, selbst das Phänomen der Kaffeefahrten gibt es noch.

„Ein junger Mann aus Falkensee kam verzweifelt zu uns in die Beratungsstelle, weil er für seinen monatliche Handyrechnung über 1000 Euro zahlen sollte“, erinnert sich Sabine Weiß-Gränzer. Er hatte 521 Premium-SMS an einen Flirt-Chatdienst geschickt. „Aber dahinter steckte eine betrügerische Hotline, die den Kunden vorgaukelte, mit einer realen Frau zu simsen“, erklärt die Verbraucherschützerin. Sie nahm mit dem Anbieter Kontakt auf und übernahm für den Mann die außergerichtliche Rechtsvertretung, so bekam er fast 850 Euro vom Unternehmen erstattet.

„In den meisten Fällen können wir helfen“, sagt Sabine Weiß-Gränzer. Manchmal sind aber auch die Verbraucherschützer machtlos, wenn etwa Fristen nicht eingehalten wurden. „Viele kommen sehr spät zur Beratung, einige auch zu spät“, sagt sie.

Mit juristischen Dingen schlägt sich auch Margrit Unger rum. Die Falkenseerin führt die Energieberatung durch, einem speziellen Feld der Verbraucherzentrale. Zum einen wird in rechtlichen Dingen beraten. „Probleme gibt es oft beim Stromanbieterwechsel, aber auch bei hohen Abschlägen“, sagt Margrit Unger. Daneben ist sie auch in Sachen Energieberatung unterwegs. Das reicht vom Tipp über die richtige Glühlampe über richtiges Lüften bis zur Beratung über die Heizanlage eines Hauses. „Wir bieten einen Basischeck zum Stromverbrauch ebenso an wie einen Gebäudecheck“, sagt sie. Energieverschwendung ist dabei nicht unbedingt nur ein Problem von alten Häusern. „Wir hatten jüngst in Falkensee ein ganz neues Haus mit enorm hohem Energieverbrauch“, sagt sie und schüttelt den Kopf: „Dort war die Heizung im ungedämmten Dach untergebracht.“ Aber da konnte geholfen werden. Das ist das Schöne an der Arbeit, sagt Sabine Weiß-Gränzer, „wenn wir helfen können, klären und aufklären können.“

Kontakt: Individuelle Beratung nach telefonischer Anmeldung über Telefon (0331) 98 22 99 95. Beratung in Falkensee dienstags von 14 bis 18 Uhr im Bürgeramt, Poststraße 31. Energierecht am 1. und 3. Montag von 15 bis 18 Uhr, Energieberatung 1. und 4. Mittwoch von 9 bis 12 Uhr.

Von Marlies Schnaibel

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