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Havelland Hilfe für überforderte Mütter
Lokales Havelland Hilfe für überforderte Mütter
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20:00 16.08.2016
In der Falkenseer Bahnhofstraße: Helga Lümmen will das Känguru-Projekt zum Laufen bringen. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

In Falkensee sind in den letzten Tagen Kängurus gesichtet worden. Zumindest auf dem Papier, auf Flyern und Plakaten. Da wirbt nämlich die Diakonie für das Projekt „Känguru hilft und begleitet“. Die Känguruverantwortliche in Falkensee ist Helga Lümmen. Das heißt, offiziell nennt sich das Regionalleiterin. Denn die Falkenseerin will das Projekt, das seit zehn Jahren in Berlin erfolgreich läuft, im Havelland aufbauen. Es wäre das erste Känguru-Projekt im Land Brandenburg.

„Anlass war eigentlich ein Anruf aus Seeburg. Eine Mutter mit drei Kindern bat um Hilfe“, erinnert sich Helga Lümmen. Der Frau drohte alles über den Kopf zu wachsen.„Da haben wir nachgedacht, was können wir in dem Fall machen? Wie können wir helfen?“ Auf der Suche nach Hilfe sind die Mitarbeiter des evangelischen Kirchenkreises dann auf das Berliner Känguru-Projekt gestoßen. Ehrenamtliche Frauen (mitunter auch Männer) gehen dort in Familien, die Hilfe benötigen, und bieten Entlastung an. „Wir sind keine Haushaltshilfen oder Babysitter“, erklärt Helga Lümmen. Es geht darum, den kurz nach der Geburt des Kindes überforderten Mütter Entlastung zu geben. „Unsere Helfer hören zu, schenken Zeit, sie kümmern sich um Babys oder Geschwisterkinder, damit die Mutter Kraft tanken kann, damit sie Dinge organisieren kann oder sich einfach mal ausruhen kann“, beschreibt Helga Lümmen das Hilfsangebot.

Ein halbes Jahr, vielleicht auch noch etwas länger, werden die Familien begleitet, um den Start ins Leben zu erleichtern. Er soll schließlich kein Fehlstart werden. Einige Stunden in der Woche soll die Familie auf diese Weise begleitet werden. Viele Bedürftige sind Alleinerziehende, sehr junge Mütter oder Mütter mit Mehrlingsgeburten.

Für das Projekt, das im Raum Falkensee starten soll und später schrittweise auf den gesamten Kirchenkreis zwischen Fahrland und Velten ausgedehnt werden soll, werden jetzt Mitstreiter gesucht, um einen Helferstamm aufzubauen. „Erfahrung im Umgang mit Kindern sollte da sein, es muss aber nicht unbedingt eine ausgebildete Kindergärtnerin oder Krippenerzieherin sein“, erklärt Helga Lümmen die Anforderungen.

Die Teilnehmer an dem Projekt werden außerdem an Schulungen teilnehmen, dabei geht es um Themen wie Erste Hilfe am Kind, die Entwicklungsstufen des Kindes, um Kommunikation, aber auch um so schwere Themen wie Kindeswohlgefährdung. Regelmäßig treffen sich die Helfer zum Gespräch, zur „Supervision“ wie es so schön heißt. Hier tauschen sie sich aus und können ihre eigenen Probleme loswerden. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Helfer in den Familien als Freundin oder Ersatzoma aufgenommen werden“, erzählt Helga Lümmen von Berliner Erfahrungen, aber nicht immer funktioniert es. „Es braucht ein Gefühl für die Familie und ihre Probleme, jede Familie ist anders“, sagt sie. Bisherige Känguru-Erfahrungen zeigen, dass vor allem Rentner und Vorruheständler an dem Projekt teilnehmen. Geld bekommen sie dafür nicht, die Fahrkosten werden erstattet.

Für das Projekt arbeitet Helga Lümmen mit Hebammen zusammen, aber auch mit den Kliniken in Nauen und Spandau und mit dem Havelländer Netzwerk „Gesunde Kinder“. Wer jungen Müttern und ihren Babys helfen will, kann sich bei Helga Lümmen im Büro der Diakonie in Falkensee melden.

Von Marlies Schnaibel

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