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Hilferuf an die Landesregierung

Rathenow Hilferuf an die Landesregierung

Vandalismus, Lärm und Drogenkonsum – die Situation am Märkischen Platz in Rathenow hat sich noch immer nicht entspannt. In einer zweiten Stadtteilkonferenz haben nun Polizei, Stadtverwaltung, Schulen und Sozialarbeiter nach Lösungsansätzen gesucht und verschiedene Maßnahme besprochen. Dabei wurde eines klar, die Stadt braucht Hilfe.

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Rathenows Jugendkoordinator Tilo Windt sieht vor allem ein Jugendschutzproblem. Er weiß, die Stadt kann das nicht allein Lösen. Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Der Märkische Platz ist nach wie vor ein Brennpunkt. Vandalismus, Lärm, Drogenmissbrauch – immer wieder muss die Polizei hier einschreiten. Um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, haben sich nun zum zweiten Mal Vertreter der Stadtverwaltung, der Schulen und Jugendeinrichtungen, die Polizei, Mitarbeiter des Kulturzentrums, Jugendliche und Stadtverordnete im Rahmen einer Stadtteilkonferenz getroffen.

Bereits im September hatten die Beteiligten verschiedene Maßnahmen verabredet, die aber bisher keine Wirkung zeigen. „Es gibt keine einfache Lösung, deshalb versuchen wir als Stadt mit verschiedenen kleinen Maßnahmen die Situation zu verändern“, erklärte Rathenows Jugendkoordinator Tilo Windt auf MAZ-Anfrage.

Er setzt unter anderem Hoffnungen in den Rideplatz. „Das wird zwar das Problem akut nicht lösen, aber umso mehr Angebote dort entstehen, umso mehr Jugendliche können wir erreichen“, so Windt. Des Weiteren hat die Polizei ihre Präsenz am Märkischen Platz verstärkt. „Die Kollegen sind sensibilisiert und achten im Rahmen ihrer Streifentätigkeit auf Vorkommnisse. Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, was Kontrollen und Streifen in diesem Bereich angeht. Eine Erhöhung der Polizeipräsenz stellt aus unserer Sicht eine gute Möglichkeit zur Bekämpfung der Problematik dar“, meint Juliane Mutschischk von der Polizeidirektion Brandenburg West.

Jugendliche und Eltern müssen aufgeklärt werden

Als Jugendkoordinator hat Tilo Windt vor allem den Drogenkonsum im Blick. Hier sieht er ein akutes Jugendschutzproblem, das unter anderem nach verstärkter Präventionsarbeit verlangt. In den Schulen und Jugendhäusern findet diese bereits statt. Im Rahmen der Stadtteilkonferenz hat sich nun eine Arbeitsgruppe gebildet, die langfristig zusätzliche Angebote schaffen will.

Eine konkrete Idee sind Filmvorführungen mit entsprechenden Gesprächsangeboten. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, das Jugendarbeit allein nicht lösen kann“, betont Tilo Windt.

Auch die Aufklärung von Eltern spiele eine wesentliche Rolle. Wie sehen verschiedene Drogen aus, wie wirken sie? Was können Eltern tun, wenn sie bei ihrem Kind Drogen finden? Auch diese Fragen sollten im Rahmen von Präventionsarbeit besprochen werden.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments wollen zudem sämtliche Freizeitangebote sammeln und diese bei den Jugendlichen bekannt machen.

Der Staat muss klar machen, Drogenhandel wird nicht toleriert

„Aufgabe der Stadt ist es, Angebote zu schaffen. Es wird aber keine eindimensionale Lösung geben. Nur weil wir an einer Stelle etwas anbieten, wird der Märkische Platz nicht befriedet“, sagt der Jugendkoordinator. Er weiß, das Drogenproblem kann die Stadt mit eigenen Ressourcen nicht lösen. Deshalb will Tilo Windt sich an die Landesregierung wenden und um Hilfe bitten.

Eine Idee, die auch Stadtsprecher Jörg Zietemann unterstützt: „Ein Problem in dieser Größenordnung hatten wir als Stadt noch nicht, das müssen wir bekennen. Zugleich müssen wir klar zum Ausdruck bringen, dass es Gesetze gibt, an die sich jeder halten muss.“ Der Staat müsse klar machen, dass Drogenkonsum und -handel nicht toleriert werden.

Trotz all der Probleme warnt Katrin Rentmeister, zuständig für den Bereich Jugend in der Stadtverwaltung, davor, den Märkischen Platz zu verteufeln. „Nicht alle Jugendlichen, die sich hier aufhalten, konsumieren Drogen“, betont die Sachgebietsleiterin. Die Stadtverwaltung hat das Problem ohne Zweifel erkannt, allein lösen können, wird sie es aber nicht.

Von Christin Schmidt

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