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Havelland Schutz vor einer Jahrhundertflut
Lokales Havelland Schutz vor einer Jahrhundertflut
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00:30 05.12.2015
Wird abgerissen und durch ein neues Wehr ersetzt: Das Hnterarchenwehr. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Ursprünglichen Planungen zufolge wäre das alte Wehr an den Rathenower Hinterarchen längst durch einen Neubau ersetzt worden. Aber als die Havelregion vor sieben Jahren den Zuschlag für die Ausrichtung der Bundesgartenschau erhielt, legte das Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg, das für die Sanierung zuständig ist, die Pläne auf Eis – denn die Bauarbeiten hätten sich voraussichtlich bis ins Jahr 2015 erstreckt. Eine Großbaustelle in unmittelbarer Nähe des Gartenschauareals wollte die Bundesbehörde den Buga-Gästen aber ersparen.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Nun, nach Ende des touristischen Großereignisses, ist das Bauvorhaben wieder in den Planungskalender gerutscht. Nach Auskunft von Jens Knuth, dem zuständigen Ingenieur des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg, soll das Projekt im Dezember 2017 beginnen.

Bauzeit von über zweieinhalb Jahren

Dass es sich um eine Angelegenheit von erheblichen Dimensionen handelt, macht ein Blick auf den Zeitplan und die Investitionssumme klar. Bis zum Mai 2020 sollen die Arbeiten dauern, mindestens elf Millionen Euro werden verbaut. Von dem Geld wird das alte Hinterarchenwehr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die beiden je 22 Meter breiten Wehrfelder werden mit so genannten Fischbauchklappen aus Stahl versehen, die von der Rathenower Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes ferngesteuert werden. Die neue Anlage wird, wie das 2006 nach einem Neubau eingeweihte Mühlenwehr, 180 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführen können. Um Platz zu schaffen für die rund 50 Meter breite Anlage, müssen Teile des Ufers abgebaggert werden.

Sobald das neue Wehr an den Hinterarchen in Betrieb ist, kann das Vorderarchenweh zurückgebaut und durch einen Damm ersetzt werden. Quelle: Markus Kniebeler

Mit dem Neubau des Wehres ist es indes nicht getan. Auch die Brücke, die über die Hinterarchen führt, muss erneuert werden. An den Kosten hat sich die Stadt als Straßenbaulastträger zu beteiligen. Außerdem wird die Anlage mit einem Fischpass versehen, der es Fischen ermöglicht, die Barriere zu überwinden. Und zu guter Letzt wird das Wehr an den Vorderarchen, das nach Inbetriebnahme des Nachbarwehrs nicht mehr gebraucht wird, durch einen Damm (mit Durchlass) ersetzt. Damit wäre im Mai 2020 die Erneuerung der Rathenower Staustufe, die 2004 mit dem Neubau des Mühlenwehres begann, abgeschlossen.

Dieses aufwändige Vorhaben dient einem Ziel: die Rathenower vor einem verheerenden Hochwasser zu bewahren. Denn die alten Wehranlagen waren und sind nicht in der Lage, ein so genanntes Jahrhunderthochwasser abzuführen, erklärt Jens Knuth. Bei einer Durchflussmenge von 310 Kubikmeter pro Sekunde – so lautete die Berechnung für ein Jahrhunderthochwasser – würden Teilen der Stadt unter Wasser gesetzt. Die neuen Wehre am Mühlendamm und an den Hinterarchen dagegen können zusammen 360 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführen – selbst vor einem Jahrhundertwasser müssten Rathenower, insbesondere die Bewohner der Altstadt, dann keine Angst mehr haben.

Die Staustufe Rathenow

Ab Havelkilometer 103 durchfließt die Havel das Rathenower Stadtgebiet. Sie verzweigt sich in mehrere Arme: die Rathenower Havel, die Vorderarchen (auch Kleine Archen genannt), die Hinterarchen (auch Große Archen genannt), den Schleusenkanal an der Hauptschleuse und den Stadtkanal sowie den Durchlass an „Hellers Loch”.

Die Havelarme vereinen sich im Norden der Stadt wieder zu einem Hauptfluss. In den Havelarmen befinden sich verschiedene Wehre und Schleusen. Sie alle zusammen werden von den Wasserexperten als Staustufe Rathenow bezeichnet.

Nach Abschluss der Sanierung der Staustufe Rathenow soll der Havelpegel über zwei leistungsfähige Wehre reguliert werden. Das Mühlenwehr, 2006 erneuert, ist nach jahrelangem Stillstand seit 2013 wieder in Betrieb. Das Wehr an den Hinterarchen soll bis zum Mai 2020 komplett erneuert werden. Das Vorderarchenwehr wird außer Betrieb genommen.

Von Markus Kniebeler

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