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Historischer Friedhof verdient Aufmerksamkeit

Versteckt im Buga-Standort Stölln Historischer Friedhof verdient Aufmerksamkeit

Otto Lilienthal kennen sie alle. Er hat sich in die Lüfte gewagt, er war der erste Flieger. Dass er das vor allem in Stölln ausprobiert hat, wissen schon weniger Leute. Und dass es in Stölln Menschen wie Minna Herms oder Rudolf Niendorf gab, das weiß fast niemand. Dabei haben sie viel mit dem Lebenswerk von Otto Lilienthal zu tun.

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Helmut Steffen aus Magdeburg besichtigt die zur Anlage hergerichteten Grabsteine auf den historischen Friedhof in Stölln.

Quelle: Norbert Stein

Stölln. Efeu umrangt die Baumstämme und Grabstätten auf dem historischen Friedhof in Stölln. Ein schmaler Weg führt zu Begräbnisstätten von Begründern und Förderern Stöllns, von Menschen, die Weggefährten waren von Otto Lilienthal im Ländchen Rhinow. Der historische Friedhof präsentiert sich ruhig. „Schön, dass solche Stätten bewahrt werden. Sie machen auf ihre Weise Geschichte deutlich“, sagt Helmut Steffen. „Auch bei uns in Magdeburg gibt es eine solche Anlage“.

Als er mit seiner Frau die Bundesgartenschau in Stölln besuchte, erfuhren beide im Lilienthal-Centrum von dem historischen Friedhof im Dorf. Von dem Museum bis zum alten Friedhof an der Apfelallee ist es nicht weit. Helmut Steffen ist mit seiner Frau hingegangen und sie haben es nicht bereut. „Wir hätten sonst etwas versäumt“, sagt Helmut Steffen auf dem historischen Friedhof vor einer Anlage mit drei Grabsteinen.

In die Steine eingemeißelt und verewigt sind Namen von Rudolf Niendorf (1869-1946), Minna Herms (1856-1940) und Anna Krumrey (1887-1965). Zu Lebzeiten waren sie in unterschiedliche Weise verbunden mit Otto Lilienthal oder seinem geschichtlichen Erbe für Stölln. Wenn Lilienthal nach Stölln kam, bezog er im Gasthof „Deutsches Haus“ (heute Gaststätte zum 1. Flieger) Quartier und ließ sich von der Wirtin Minna Herms versorgen. Den Saal und die Scheune auf dem Hof des Gasthofes konnte Lilienthal zum Unterstellen seiner Flugapparate und Gerätschaften nutzen. Später führte den Gasthof Minna Herms gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Anna Krumrey.

Rudolf Niendorf war Sanitätsrat mit einer Praxis in Rhinow. Als Arzt betreute Niendorf Otto Lilienthal bei seinen Flugversuchen, die er in den Rhinower Bergen begann und ab 1893 auf dem Stöllner Gollenberg fortsetzte.

Im Jahr 2014 wurde das Grab von Rudolf Niendorf auf dem Friedhof in Rhinow eingeebnet. Den Grabstein holte der Otto-Lilienthal-Verein mit Einverständnis der Nachfahren nach Stölln und stellte ihn auf dem historischen Friedhof zu den Grabsteinen von Minna Herms und Anna Krumrey.

Ihre letzte Ruhestätte auf dem historischen Friedhof haben auch Mitglieder der Familie von der Hagen, ehemalige Landräte und Offiziere aus dem 19. Jahrhundert. Ihr Leben und Wirken war eng verbunden mit Stölln. Nicht alle Steine stehen mehr auf sicheren Fundament. Das sorgt für verwunschene Atmosphäre. Ein Abstecher lohnt sich für Buga-Besucher in Stölln unbedingt.

Von Norbert Stein

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