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Havelland Historisches Bierbrauen im Erlebnispark
Lokales Havelland Historisches Bierbrauen im Erlebnispark
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00:17 27.04.2017
Symbolischer Akt: Bevor das neue Bier angesetzt wurde, wurde das Band durchgeschnitten. Quelle: Carsten Scheibe
Paaren im Glien

Die Maische ist angesetzt, nun gibt es kein Zurück mehr. Genau 501 Jahre nach der Verkündung des deutschen Reinheitsgebots werden nun im Erlebnispark Paaren tausend Liter eines neuen, lokalen Bieres gebraut. Zugleich wurde die Historische Braumanufaktur von 1834 eröffnet.

Sichtlich stolz präsentierten Ute Lagodka und Steffen Krebs als Geschäftsführer des Erlebnisparks Paaren (MAFZ) am Sonntag ihre neueste Errungenschaft. Die Historische Braumanufaktur von 1834 steht ab sofort allen Menschen aus der Region offen, die in den neu eingerichteten Räumen feiern, einen gut gefüllten Bierhumpen heben und sich wie in einem Museum die Utensilien einer längst vergangenen Bierbrauepoche anschauen möchten.

Dabei ist die Jahreszahl 1834 Programm: Aus dieser Zeit stammt nämlich die kupferne Braupfanne, die in Paaren ein neues Zuhause gefunden hat. Nur mit Muskelkraft und mit den Utensilien vergangener Jahrhunderte entsteht unter den Augen des Potsdamer Braumeisters Jörg Kirchhoff ein Bier, das in Zukunft auch in Berlin für die Region Havelland werben soll. Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger war gestern ebenfalls zur Eröffnung gekommen und rechnete vor: „Jetzt hat in Brandenburg nur der Landkreis Oberhavel keine eigene Brauerei.“

Pünktlich zur Eröffnung hörte gegen elf Uhr der Regen auf, riss der Himmel auf und sorgten erste Sonnenstrahlen für eine passende Kulisse für den Festakt. Minister Jörg Vogelsänger, der ehemalige Landrat Burkhard Schröder, Braumeister Jörg Kirchhoff sowie Ute Lagodka und Steffen Krebs vom Erlebnispark durchschnitten gemeinsam symbolisch ein Band und gaben somit die Räumlichkeiten der Braumanufaktur für die zahlreichen neugierigen Besucher frei. Zu denen auch die Bürgermeister Bodo Oehme von Schönwalde und Wilhelm Garn von Brieselang gehörten.

Auf dem ersten Brauereifest im Erlebnispark setzten die Lehrlinge von Jörg Kirchhoff die ersten tausend Liter des neuen lokalen Bieres „501“ an. Den Zahlen-Namen trägt das Bier, weil es auf den Tag genau 501 Jahre nach der Verkündung des Reinheitsgebotes zum ersten Mal gebraut wird. „Mit viel Aufwand und bescheidenen Mitteln – eben wie im 19. Jahrhundert – wollen wir hier am 28. April das erste helle Bier ganz ohne Schnickschnack brauen“, sagt Braumeister Jörg Kichhoff über das Bier.

Die Lehrlinge vom Braumeister mussten beim Maischen ordentlich mit anpacken: Heißes Wasser wurde von ihnen aus der Kupferpfanne in einen erhöht stehenden Holzbottich gepumpt und hier mit dem Malzschrot versetzt.

Bis das erste Havelländer Bier Ende Mai auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala) zu genießen ist, vergeht allerdings noch viel Zeit. Lehrling Paul Koehnecke: „Wir gären das Bier bei niedrigeren Temperaturen, als dies in der Industrie üblich ist. So dauert der Vorgang länger, nämlich bis zu einer Woche. Anschließend wird das Bier vier Wochen lang gelagert. Hierbei werden Zwischenstoffe, die bei der Gärung entstehen und die man nicht im Bier haben möchte, von der Hefe vollständig abgebaut.“

Tausend Liter entstehen bei diesem Prozess, der im aktuellen Jahr noch drei weitere Mal ablaufen wird, um die geplante Jahresproduktion von 4000 Litern zu bewältigen. Da tausend Liter schnell ausgetrunken sind, konnten sich die Besucher des ersten Brauereifestes gleich vor Ort Optionsscheine sichern. Diese reservieren den Bierfreunden den sicheren Bezug eines Achterkastens des neuen Bieres auf der Brala.

„Ich kann nur eins sagen: Wer Bier trinkt, hilft der Landwirtschaft. Ich freue mich sehr, dass in Paaren diese neue Attraktion mit hinzugekommen ist“, ordnete der Landwirtschaftsminister das Getränk ein.

Welcher Gerstensaft floss dann allerdings aus dem Holzfass mit Freibier, das von Minister Jörg Vogelsänger zur Eröffnung angeschlagen wurde? Das Rätsel war schnell gelöst: Braumeister Jörg Kirchhoff hatte sein eigenes, ungefiltertes Potsdamer Bier aus der Braumanufaktur im Forsthaus Templin mitgebracht. Das „501“ wird im Geschmack sehr ähnlich liegen, so dass der Kunstgriff einen ersten Ausblick auf die Zukunft gibt.

Die Besucher zeigten sich begeistert, so auch Sven Gädecke von der Fleischerei Gädecke aus Falkensee: „Dass wir im Havelland nun ein eigenes Bier haben, finde ich gut. Ich bin mir auch sicher, dass es gut schmecken wird. Der Steffen Krebs bewegt hier sehr viel und erweckt den Erlebnispark Paaren Schritt für Schritt aus einem Dornröschenschlaf. Wir sind sehr froh, dass wir eine eigene Braumeister-Bratwurst beisteuern durften.“

Von Carsten Scheibe

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